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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Evangelische Stadtkirche

Karl-Friedrich-Straße 11, Innenstadt

Stadtkirche, vor 1944

Stadtkirche, vor 1944


Die evange­li­sche Stadt­kir­che wurde nach Plänen des berühmten Karlsruher Archi­tek­ten Friedrich Weinbren­ner (1766 – 1826) als Kathe­dral­kir­che des Landes Baden nach Weisungen von Großherzog Karl Friedrich (1746 – 1811) erbaut. Die Grund­stein­le­gung erfolgte am 8. Juni 1807, die Einwei­hung der Kirche am 2. Juni 1816 (Pfings­ten).
Weinbren­ner gestaltete die Kirche nach dem Vorbild eines griechi­schen Tempels, auf den Glock­en­turm bestand der Großherzog höchst­per­sön­lich. 1821 war die Stadt­kir­che Ort der Verab­schie­dung der Unions­ur­kunde für die Evange­li­sche Landes­kir­che in Baden.

1944 wurde die Kirche bei Flieger­an­grif­fen zerstört. Der Wieder­auf­bau erfolgte in beinahe sieben Jahren nach den Plänen des damaligen Leiters des Staat­li­chen Hochbau­am­tes Horst Linde. Eingeweiht wurde die neu errichtete Kirche am 30. November 1958 von dem damaligen Landes­bi­schof Bender. Entspre­chend der Tradition ist der Bauherr das Land Baden-Württem­berg, lediglich der Betrieb und die Innen­ein­rich­tung obliegt der Kirchen­ge­meinde.

Der Innenraum wurde beim Wieder­auf­bau neu gestaltet: lichter, weiter, Öffnung der Stirnwand, in der jetzt der Altar steht, keine Bilder und Statuen, leichte Säulen statt der ursprüng­li­chen korin­thi­schen Säulen. Ein Lichtband entlang der Längswände zieht den Blick nach oben. Die Decke ist gewölbt statt der ursprüng­li­chen Kasset­ten­de­cke. Entspre­chend dem Baustil in den 1950er Jahren wird das Material gezeigt: Stein, Beton, Holz, Stahl, Leder.

Stadtkirche, 1944 - 1951

Stadtkirche, 1944 - 1951


Vorgänger der Stadt­kir­che war die 1721 erbaute Konkor­dien­kir­che ("Kirche der Eintracht") auf dem Marktplatz, in der der Stadt­grün­der Karl Wilhelm (1709 – 1738) bestattet wurde. Über seiner Gruft wurde von Weinbren­ner 1825 die Pyramide errichtet. Am Tage der Grund­stein­le­gung der Stadt­kir­che wurde in der Konkor­dien­kir­che der letzte Gottes­dienst gefeiert.

1320 Plätze, davon 874 im Schiff, bietet die wieder­auf­ge­baute Stadt­kir­che. Altar und Kanzel sind wie der Boden aus schwarzem Marmor.

An der Kanzel grüßt die Jahres­lo­sung. Taufbecken und Altarkreuz stammen von dem Bildhauer Otto Herbert Hajek, die Fenster in der Sirnseite von Georg Meister­mann, die bunten Fenster im Schiff von Frau Professor Hilden­brand.

Die Origi­nal­a­gende der Einweihung ist noch vorhanden. Die Abend­mahls­ge­fäße stammen zum Teil aus Schen­kun­gen des Markgrafen für die Kleine Kirche oder aus früheren Klöstern. Das Werk "Deka­lo­gos" der Künstlerin Dagmar Weissinger in der Taufka­pelle ist eine Stiftung verschie­de­ner Karls­ru­her Persön­lich­kei­ten.

Die Orgel der Firma Steinmeyer, Oettingen, wurde 1958 fertig gestellt und hat 73 Register auf vier Manualen und Pedal mit ca. 4500 Pfeifen. 2005 wurde die Orgel grund­le­gend renoviert und mit einer elektro­ni­schen Setzer­an­lage versehen. Im Januar 2005 wurde die elsäs­si­sche Rémy-Mahler-Orgel als Chororgel im vorderen Teil der Kirche eingeweiht. Sie ist – mit 24 Registern auf 3 Manualen und Pedal – sozusagen eine Hommage an Andreas Silbermann, dessen Orgel aus Villingen 1816 in die Stadt­kir­che eingebaut wurde.

Eine Truhen­or­gel der Firma Heintz, Schiltach, aus dem Jahr 1987 gehört ebenfalls zum Instru­men­ta­rium der Stadt­kir­che.

Stadtkirche, vor 1944

Stadtkirche, vor 1944