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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Gedenkbuch für die Karlsruher Juden

Nach der Volks­zäh­lung vom 16. Juni 1933 wurden 3.358 Jüdin­nen und Juden in Karlsruhe, Durlach und Grötzingen erfasst. Von ihnen fanden durch die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Verfolgung über 1.000 Menschen den Tod. Die Natio­nal­so­zia­lis­ten unter­schie­den - entspre­chend ihrer rassis­ti­schen Weltan­schau­ung - nicht zwischen An­ge­hö­ri­gen jüdischen Glaubens oder den zu anderen Konfes­sio­nen ­Kon­ver­tier­ten und den sich als Freidenker oder Atheis­ten ­be­grei­fen­den Menschen jüdischer Herkunft.

Das Gedenkbuch für die Karlsruher Juden ist diesen über 1.000 jü­di­schen Karls­ru­he­rin­nen und Karls­ru­hern gewidmet, die als Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Gewalt­herr­schaft ermor­det wur­den oder zu Tode kamen. Nach Diskri­mi­nie­rung, Ausgren­zung und Aus­rau­bung folgten für sie die Depor­ta­tion und schließ­lich für die meisten der Tod in den Vernich­tungs­la­gern. Das Gedenk­buch er­wei­tert die Gedenk­liste, die vom Stadt­ar­chiv Karlsruhe 1988 her­aus­ge­ge­ben wurde. Es enthält neben den Namen, soweit bekannt, weitere Angaben zu den jeweiligen Personen wie Geburts­na­men, Geburts­da­tum und Geburtsort, Famili­en­ver­hält­nis, Schullauf­bahn, Beruf, Stationen der Verfolgung, Sterbe­da­tum und Sterbeort und wenn möglich Fotos. Nach und nach sollen die Biogra­phien der Toten von Karlsruher Bürge­rin­nen und Bürgern recher­chiert, geschrie­ben und hinzu­ge­fügt werden. Bislang wurden für 624 der 1.073 verifi­zier­ten Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Verfol­gung ­Bio­gra­phien eingefügt (Stand November 2021). Als Datenbank- und In­for­ma­ti­ons­sys­tem ermöglicht das Gedenkbuch Recherchen nach ­Such­kri­te­rien wie Namen, Geburts­or­ten, Berufen, Adressen oder ­De­por­ta­ti­ons­or­ten der Toten.

Beteiligung am Gedenkbuch

Das Gedenkbuch ist nicht abgeschlos­sen, sondern ein laufen­der Pro­zess öffent­li­cher Teilnahme. Für möglichst viele der Toten soll im Laufe der Zeit eine Biographie eingefügt werden. Aufge­ru­fen sind alle Bürge­rin­nen und Bürger, die "Paten­schaft" zu einer ermordeten Person oder Familie zu übernehmen, eine ­Bio­gra­phie zu recher­chie­ren, zu verfassen und dem Gedenk­buch ein­zu­fü­gen. Das Gedenkbuch ist Bestand­teil der Erinne­rungs­kul­tur ­der Stadt Karlsruhe.

Die fachliche Anleitung zu den Recherchen, Quellen- und Li­te­ra­tur­hin­weise und in Einzel­fäl­len die Vermitt­lung von Kon­tak­ten sowie die redak­tio­nelle Bearbei­tung übernimmt das

Stadt­ar­chiv Karlsruhe
Mark­gra­fen­straße 29, 76133 Karlsruhe
Telefon: (07 21) 1 33 - 4232 oder - 4225
E-Mail: projekt-gedenk­buch@­kul­tur.karlsruhe.de

 

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Gedenkstein für die 986 von den Nationalsozialisten ermordeten Karlsruher Juden.<br />Foto: StadtAK 8/PBS oXIVb 961

Gedenkstein für die 986 von den Nationalsozialisten ermordeten Karlsruher Juden.
Foto: StadtAK 8/PBS oXIVb 961