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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Mahnmal für die 1940 nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden aus Durlach

Willmar-Schwabe-Straße, in der Grünanlage beim Bahnhof Durlach


Aufnahme Arthur Mehlstäubler 2016 (Stadtarchiv Karlsruhe 11/DigA 43/109 DO)


 

Aufnahme Arthur Mehlstäubler 2016 (Stadtarchiv Karlsruhe 11/DigA 43/109a DO)


 
Aufnahme Arthur Mehlstäub­ler 2016 (Stadt­ar­chiv Karlsruhe 11/Di­gA 43/109 DO und 109a DO)

Das Mahnmal aus Buntsand­stein (Höhe 110 cm, Breite 55 cm, Tiefe 53 cm) wurde von der Klasse 10c des Durla­cher ­Mark­gra­fen-Gymnasiums im Schuljahr 2010/11 gestaltet und am 21. Oktober 2011 enthüllt. Es zeigt einen unver­sehr­ten und einen ­zer­stör­ten Davidstern und enthält die Worte Durlach, Gurs und 1940.

Es erinnert an die am 22. Oktober 1940 aus ihrer Heimat in das un­be­setzte Frankreich abgescho­be­nen Jüdinnen und Juden. Viele star­ben dabei oder wurden in der Folgezeit in Vernich­tungs­la­gern er­mor­det. Insgesamt über 5.600 Menschen aus Baden, Pfalz und Saar­land wurden in dem im Jahr zuvor für spani­sche ­Bür­ger­kriegs­flücht­linge errichtete Baracken­la­ger bei Gurs am Nor­d­rand der Pyrenäen interniert.

Aufnahme Arthur Mehlstäubler 2016 (Stadtarchiv Karlsruhe 11/DigA 43/109c DO)

Aufnahme Arthur Mehlstäubler 2016 (Stadtarchiv Karlsruhe 11/DigA 43/109c DO)



Das Mahnmal ist eines von drei Mahnmalen in Karlsruhe, die Teil des 2002 von der Evange­li­schen Landes­kir­che in Baden und der Erz­di­özese Freiburg initi­ier­ten Mahnmal­pro­jekts zur Erinne­rung an die aus Baden depor­tier­ten Jüdinnen und Juden sind. Die beiden anderen Karlsruher Mahnmale befinden sich in der Süd­west­stadt und in Grötzingen. Das Projekt richtet sich an Ju­gend­grup­pen und Schul­klas­sen. Für jeden der 137 Orte in Baden, an denen vor der Depor­ta­tion einst eine jüdische Gemein­de ­be­stand, soll ein Mahnmal als identi­sches Paar gestaltet werden. Ein Mahnmal wird am Ort aufge­stellt, das zweite in das Gelän­de ­der Tagungs­stätte der Evange­li­schen Jugend in Neckar­zim­mern auf einer 25 mal 25 Meter großen Bodens­kulp­tur in Form eines Da­vid­s­terns integriert. Bislang wurden 120 Mahnmale geschaffen. Die Durlacher Jüdinnen und Juden gehörten der Gemeinde in Gröt­zin­gen an.


Weiterführende Informationen

Informationen zum Mahnmalprojekt in Neckarzimmern

Artikel zur Deportation 1940 im Stadtlexikon Karlsruhe


Susanne Asche: Die Bürger­stadt, in: Dies., Olivia Hochstra­ßer: Durlach. Staufer­grün­dung, Fürsten­re­si­denz, Bürger­stadt, Karlsruhe 1996 (= Veröf­fent­li­chun­gen des Karls­ru­her ­Stadt­ar­chivs, Bd. 17), hier S. 423-426.


Links zu den beiden anderen Karlsruher Mahnmalen

Südweststadt: Mahnmal für die 1940 nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden

Grötzingen: Mahnmal für die 1940 nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden