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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Mahnmal für die 1940 nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden

Vor dem Haus Sophienstraße 31


Das Mahnmal in der Sophienstraße, Aufnahme Stadtarchiv 2021

Das Mahnmal in der Sophienstraße, Aufnahme Stadtarchiv 2021



Das Mahnmal ist eines von drei Mahnmalen in Karlsruhe, die Teil des 2002 von der Evange­li­schen Landes­kir­che in Baden und der Erz­di­özese Freiburg initi­ier­ten Mahnmal­pro­jekts zur Erinne­rung an die aus Baden depor­tier­ten Jüdinnen und Juden sind. Die beiden anderen Karlsruher Mahnmale befinden sich in Durlach und Gröt­zin­gen. Das Projekt richtet sich an Jugend­grup­pen und Schul­klas­sen. Für jeden der 137 Orte in Baden, an denen vor der De­por­ta­tion einst eine jüdische Gemeinde bestand, soll ein Mahn­mal als identi­sches Paar gestaltet werden. Ein Mahnmal wird am Ort aufge­stellt, das zweite in das Gelände der Tagungs­stät­te ­der Evange­li­schen Jugend in Neckar­zim­mern auf einer 25 mal 25 Meter großen Bodens­kulp­tur in Form eines David­s­terns integriert. Bislang wurden 120 Mahnmale geschaffen.


Die Schrifttafel am Sockel des Mahnmals, Aufnahme Arthur Mehlstäubler 2016 (Stadtarchiv Karlsruhe 11/DigA 43/105d DO)

Die Schrifttafel am Sockel des Mahnmals, Aufnahme Arthur Mehlstäubler 2016 (Stadtarchiv Karlsruhe 11/DigA 43/105d DO)



Schü­le­rin­nen und Schüler der Katho­li­schen Fachschule für So­zi­al­päd­ago­gik Karlsruhe Agneshaus schufen das Denkmal in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Bildhauer Martin Gehri. Es wurde am 10. November 2009 eingeweiht.

Das Mahnmal (Höhe 143 cm, Breite 90 cm, Tiefe 90 cm) legt den Schwer­punkt der Erinnerung auf die depor­tier­ten Kinder. So zeigt das Denkmal auf einem mit Schrift­ta­fel (Inschrift siehe Foto) ­ver­se­he­nen Sockel Symbole der Kindheit: Teddybär, Puppen­wa­gen, Hut, Tasche und Trommel, die von den Kindern zurück­ge­las­sen wer­den mussten.

Das Mahnmal erinnert an die am 22. Oktober 1940 aus ihrer Heimat in das unbesetzte Frankreich abgescho­be­nen Jüdinnen und Juden. Viele starben dabei oder wurden in der Folgezeit in Ver­nich­tungs­la­gern ermordet. Insgesamt über 6.500 Menschen aus Baden, Pfalz und Saarland wurden in dem im Jahr zuvor für spa­ni­sche Bürger­kriegs­flücht­linge errichtete Baracken­la­ger bei Gurs am Nordrand der Pyrenäen interniert.


Weiterführende Informationen

Informationen zum Mahnmalprojekt in Neckarzimmern

Zum Projekt des Agneshauses (PDF)

Artikel zur Deportation 1940 im Stadtlexikon Karlsruhe


Zur Verfolgung der Karlsruher Jüdinnen und Juden in der Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus:
Josef Werner: Hakenkreuz und Judenstern. Das Schicksal der Karls­ru­her Juden im Dritten Reich, 2. Auflage Karlsruhe 1990 (= Ver­öf­fent­li­chun­gen des Karlsruher Stadt­ar­chivs, Band 9).

Sie finden den Download-Link unter https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/stadtarchiv.de

Links zu den beiden anderen Karlsruher Mahnmalen

Durlach: Mahnmal für die 1940 nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden

Grötzingen: Mahnmal für die 1940 nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden