Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt.

Karlsruhe: Stadtgeschichte

Gedenkort ehemalige Synagoge der liberalen jüdischen Gemeinde

Kronenstraße 15


Aufnahme Arthur Mehlstäubler 2016 (Stadtarchiv Karlsruhe 11/DigA 43/103 DO)

Aufnahme Arthur Mehlstäubler 2016 (Stadtarchiv Karlsruhe 11/DigA 43/103 DO)



Am 12. Mai 1875 wurde in der Kronen­straße die nach Plänen des Ar­chi­tek­ten Josef Durm erbaute neue Synagoge der libera­len Is­rae­li­ti­schen Religi­ons­ge­mein­schaft eingeweiht. In der Reichspo­grom­nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde sie durch Natio­nal­so­zia­lis­ten in Brand gesteckt und beschädigt. In den folgenden Monaten ließ die Stadt die Synagoge abreißen, die Kosten dafür wurden der jüdischen Gemeinde in Rechnung gestellt.

Am 11. November 1963, 25 Jahre nach der Zerstörung der Synagoge, wurde an der Mauer des Grund­stücks eine Gedenk­ta­fel aus Bronze (Höhe 64 cm, Breite 93 cm) enthüllt. Ihre Inschrift lautet: HIER STAND DIE / SYNAGOGE / DER ISRAE­LI­TI­SCHEN / GEMEINDE / KARLS­RUHE / SIE WURDE AM / 10. NOVEMBER 1938 / UNTER DER HERR­SCHAFT / DER GEWALT / UND DES UNRECHTS / ZERSTÖRT

1988 wurde der Gedenkort um weitere Elemente ergänzt. Rechts und links von der Gedenk­ta­fel wurde je eine weitere Bronze­ta­fel (Höhe 64 cm, Breite 71 cm) angebracht, die linke Tafel zeigt die Syn­agoge vor der Zerstörung, die rechte Tafel die Ruine nach der Reichspo­grom­nacht. Vor den Tafeln wurde ein halbkreis­för­mi­ge­s ­Po­dest aus Beton errichtet, an dessen Rand eine hebräi­sche Um­schrift aus Bronze­buch­sta­ben verläuft. Ihre Überset­zung lau­tet: Erinnere [Dich] Gott, [an die] heiligen Seelen

Am Gedenkort findet jährlich am 9. November eine Mahnwache von Schü­le­rin­nen und Schülern statt, die mit kleinen Ausstel­lun­gen und Infor­ma­ti­ons­blät­tern die Gescheh­nisse der Pogrom­nacht ­ver­mit­teln.

Seit 2005 ist der Gedenkort auch einer von 24 dezen­tra­len ­Stand­orten des Kunst­pro­jek­tes Platz der Grund­rechte von Jochen G­erz, mit denen auf das Thema des Umgangs mit Recht und Unrecht in der Karlsruher Geschichte aufmerksam gemacht werden soll. Ein Schild und ein Erläu­te­rungs­tä­fel­chen am Gehweg verweisen auf dieses Projekt.


Weiterführende Informationen

Artikel im Stadtlexikon Karlsruhe zur Synagoge in der Kronenstraße


Zur Verfolgung der Karlsruher Jüdinnen und Juden in der Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus:
Josef Werner: Hakenkreuz und Judenstern. Das Schicksal der Karls­ru­her Juden im Dritten Reich, 2. Auflage Karlsruhe 1990 (= Ver­öf­fent­li­chun­gen des Karlsruher Stadt­ar­chivs, Band 9).

Sie finden den Download-Link unter https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/stadtarchiv.de


Zum Platz der Grundrechte