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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Gedenkgrabstein für die jüdischen Todesopfer der NS-Verfolgung aus Karlsruhe

Jüdischer Friedhof beim Hauptfriedhof an der Haid-und-Neu-Straße


Aufnahme Arthur Mehlstäubler 2016 (Stadtarchiv Karlsruhe 11/DigA 43/107 DO)

Aufnahme Arthur Mehlstäubler 2016 (Stadtarchiv Karlsruhe 11/DigA 43/107 DO)



Die vom Karlsruher Bildhauer Gerhard Karl Huber gestal­te­te ­ge­rahmte Stein­platte aus schwe­di­schem Granit (Höhe 242 cm, Breite 281 cm, Tiefe 30 cm) listet 986 Namen ermordeter Jüdin­nen und Juden aus Karlsruhe auf, die in der Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus ermordet wurden oder infolge deutscher ­Ver­fol­gung zu Tode kamen. Einge­lei­tet wird die Liste mit der he­bräi­schen Inschrift Gedenket aller Seelen von Juden der hei­li­gen Gemeinde der Stadt Karlsruhe, die in der Schoa ermor­det wur­den, gefolgt von der Formel Seine/Ihre Seele möge ein­ge­bun­den sein im Bund des ewigen Lebens und der deut­schen Widmung DEN VON DEN NATIO­NAL­SO­ZIA­LIS­TEN ERMOR­DE­TEN ­KARLS­RU­HER JUDEN ZUM GEDENKEN.

Der Gedenk­grab­stein wurde anlässlich des Gedenk­ta­ges für die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus am 28. Januar 2001 durch­ O­ber­bür­ger­meis­ter Heinz Fenrich und die Vorsit­zende der jü­di­schen Kultus­ge­meinde, Solange Rosenberg, enthüllt. Da viele der ermordeten Jüdinnen und Juden keine Gräber haben, wurde mit dem kollek­ti­ven Gedenk­grab­stein ein Ort geschaffen, an dem die An­ge­hö­ri­gen der Ermordeten beten können.

Eng verbunden mit der Aufstel­lung des Gedenk­grab­steins ist das Pro­jekt "Gedenk­buch für die Karlsruher Juden". Das Gedenk­buch ent­hält neben den Namen der Toten Infor­ma­tio­nen zu der je­wei­li­gen Person. Nach und nach sollen die Biografien der Toten von Karlsruher Bürge­rin­nen und Bürgern, von Jugend­li­chen oder ­Grup­pen geschrie­ben und hinzu­ge­fügt werden. Mittler­weile sind ­Bio­gra­fien von 618 Personen (Stand Januar 2021) im Gedenkbuch zu finden.

Weiterführende Informationen

Vollständige Wiedergabe der Namensliste in der Inschrift des Gedenkgrabsteins


Das Gedenkbuch für die Karlsruher Juden


Zur Verfolgung der Karlsruher Jüdinnen und Juden in der Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus:
Josef Werner: Hakenkreuz und Judenstern. Das Schicksal der Karls­ru­her Juden im Dritten Reich, 2. Auflage Karlsruhe 1990 (= Ver­öf­fent­li­chun­gen des Karlsruher Stadt­ar­chivs, Band 9).

Sie finden den Download-Link unter https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/stadtarchiv.de