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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Digitale Angebote: Stadtchronik Karlsruhe


 

Die Chronik bietet Einträge zur Geschichte der Stadt Karlsruhe von ihrer Gründung als Residenz­stadt im Jahre 1715 an bis in die Gegenwart als Zentrum der Techno­lo­gie­Re­gion Karlsruhe. Stadt­teilchro­ni­ken der einge­mein­de­ten, ehemals selbstän­di­gen Stadtteile, die zum Teil sehr viel älter sind als Karlsruhe, liefern histo­ri­sche Infor­ma­tio­nen über die Entwick­lung des geogra­fi­schen Raumes, den die Großstadt Karlsruhe heute einnimmt. Die den Einträgen zugeord­ne­ten Bilder veran­schau­li­chen auch das jeweilige Zeitko­lo­rit, und an der Folge histo­ri­scher Stadtpläne kann die stadt­pla­ne­ri­sche Entwick­lung nachvoll­zo­gen werden.

 
1950
Baubeginn der Siedlung für Angehörige der amerikanischen Armee östlich der Erzbergerstraße. Neben Wohnungswesen entstehen dort ein Offizierskasino, ein Kino und ein Warenhaus.
14. Januar 1950
Die zum größten Teil zerstörte Landesbibliothek eröffnet in der Maximilianstraße in einem Gebäude des Generallandesarchivs eine provisorische Ausleihe.
14. Februar 1950
Geburt des 200.000 Karlsruher. Der Neugeborene verstirbt jedoch bald nach der Geburt.
8. April 1950
Das Badische Staatstheater eröffnet in der wieder hergestellten Stadthalle am Festplatz ein Schauspielhaus.
Mai 1950
Beginn der Stromumstellung von 110 auf 220 Volt. Geschätzte Dauer der erforderlichen Arbeiten im Stadtgebiet 10 Jahre.
31. Mai 1950
Die Städtische Kinderklinik am Durlacher Tor wird nach dem Namen ihres Gründers in Dr.-Franz-Lust-Kinderklinik umbenannt.
Lilly Lust
1. - 4. Juli 1950
Wiederaufnahme des Lindenblütenfestes in der Weststadt.
13. Juli 1950
Der Ausgemeindungsantrag Durlachs wird im württemberg-badischen Landtag in Stuttgart abgelehnt. Das Durlacher Stadtamt wird nun dem Oberbürgermeister direkt unterstellt.
Eingemeindung Durlach
8. August 1950
Der Bundesgerichtshof nimmt im Erbgroßherzoglichen Palais seine Tätigkeit auf. Feierliche Eröffnung am 8. Oktober.
Einweihung des Bundesgerichtshofs durch Bundespräsident Theodor Heuss. StadtAK 8/BA Schlesiger A1 17/3/13
20. August 1950
Eröffnung der Otto-Dix-Ausstellung im Kunstverein.
20. September 1950
Das Karlsruher Kindersolbad in Donaueschingen steht wieder für etwa 150 Kinder zur Verfügung.
1. Oktober 1950
Eröffnung der Karlsruher Herbsttage und einer Buchausstellung.
27. Oktober 1950
Eröffnung des Festsaales in der Stadthalle am Festplatz.
19. November 1950
Wahlen zum Landtag von Württemberg-Baden. Stärkste Partei ist in Karlsruhe die SPD.
21. Dezember 1950
Erstmals gastiert in Karlsruhe eine Eisrevue.
31. Dezember 1950
Am Jahresende sind 7.747 Kraftfahrzeuge in der Stadt zugelassen.
1951
Umbau des teilweise zerstörten Stephanienbades zur evangelischen Paul-Gerhardt-Kirche. Für das staatliche Flüchtlingsdurchgangslager entstehen bei Gottesaue fünf zwei- bis vierstöckige Häuserblocks für etwa 900 Personen.
1951
Eine Denkschrift des Kulturdezernats der Stadtverwaltung zur Schulraumnot belegt: Klassenstärke in den Volksschulen 1939 durchschnittlich etwa 25 Schüler, 1952 etwa 50.
31. Januar 1951
Die Karlsruher Frauenorganisationen bauen Ecke Yorck-/Kriegsstraße ein Heim für ledige Mütter.
6. Februar 1951
Erster Fastnachtsumzug nach zwölf Jahren.
19. Februar 1951
Die beiden Wachhäuser des ehemaligen Mühlburger Tores werden bis auf einen Teil des nördlichen Häuschens abgerissen.
8. März 1951
Gründungsversammlung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, in der evangelische und katholische Kirche, jüdische Gemeinde und andere Organisationen zusammenwirken.
16. April 1951
Die Karlsruher Münze erhält den Auftrag zur Prägung von 2,00-DM-Münzen.
15. Mai 1951
Konsekrierung der wieder aufgebauten Stephanskirche.
16. Juni 1951
Gründung des Theaters "Die Insel".
24. Juli 1951
Für die am 7. Dezember 1945 wieder gebildete 125 Mitglieder zählende jüdische Gemeinde wird im Rückgebäude der Herrenstraße 14 eine Synagoge eingerichtet.
3. September 1951
Neubauten der Arzneimittelfirma Dr. Willmar Schwabe am Bahnhof Durlach bezugsfertig.
17. September 1951
In die ehemalige Grenadierkaserne zieht eine französische Flakabteilung ein. Von dort müssen 150 Flüchtlinge in die Daxlander Appenmühle umsiedeln.
28. September 1951
An der Einweihung des Bundesverfassungsgerichts im Prinz-Max-Palais, dessen erster Präsident Hermann Höpker-Aschoff wird, nimmt auch Bundeskanzler Konrad Adenauer teil.
7. Oktober 1951
Festliche Wiedereröffnung des Hans-Thoma-Museums in der Kunsthalle.
28. Oktober 1951
Gastspiel der Wiener Philharmoniker unter Leitung von Wilhelm Furtwängler.
9. Dezember 1951
Volksabstimmung über die Bildung des Landes Baden-Württemberg. Karlsruhe stimmt mit 70 % für die Wiederherstellung des alten Landes Baden.
27. Dezember 1951
Am Karlstor wird eine Verkehrsampel installiert, die im Januar in Betrieb geht.
1952
Der Wiederaufbau des Kaufhauses Union (Hertie) ist nach siebenjähriger Bauzeit abgeschlossen.
1952
Eine Bilanz der Wiederaufbauleistungen von Stadt, Land und Bund in Karlsruhe, die in einer Festschrift des Grund- und Hausbesitzervereins veröffentlicht ist, ergibt für sieben Jahre Gesamtinvestitionen von 300 Millionen Reichs- bzw. Deutsche Mark.
7. Januar 1952
Oberbürgermeister Friedrich Töpper erklärt aus Gesundheitsgründen seinen Rücktritt. Einrichtung eines Centre d'études françaises.
8. Februar 1952
Die letzte badische Großherzogin Hilda stirbt in Badenweiler. Die Beisetzung im Karlsruher Mausoleum findet unter großer Beteiligung der Bevölkerung statt.
Großherzogin Hilda von Baden
16. Februar 1952
Inbetriebnahme der ersten drei Fernsprech-Wahlämter, die die Handvermittlung ersetzen.
9. März 1952
Bei der Wahl zur Verfassunggebenden Landesversammlung Baden-Württemberg gewinnt in Karlsruhe die SPD knapp vor der CDU. Dies bleibt so bis zu den Landtagswahlen 1964.
28. April 1952
Internationale Surrealisten-Ausstellung im Kunstverein eröffnet.
8. Mai 1952
Die Stadt eröffnet im "Parkschlössle" in Durlach an der Badener Straße ein Altersheim. Am 14. November 1968 wird an gleicher Stelle ein Neubau bezogen.
11. Mai 1952
Inbetriebnahme eines Teils des wiederaufgebauten Restaurant Moninger im Erdgeschoss des Gebäudes Ecke Kaiser-/Karlstraße. Die restlichen Restaurationsräume werden am 6. Oktober 1956 bezogen.
7. Juni 1952
Die Stadt eröffnet in der Wilhelmshöhe bei Ettlingen ein weiteres Altersheim, dadurch wird die Pestalozzischule in Durlach frei.
8. Juni 1952
Nachdem die Wahl zum neuen Oberbürgermeister am 25. Februar für keinen Bewerber eine absolute Stimmenmehrheit brachte, siegt in der Stichwahl Günther Klotz (SPD) über Dr. Franz Gurk (CDU).
Günther Klotz
13. August 1952
Der Turm der Evangelischen Stadtkirche ist wieder hergestellt.
27. August 1952
Inbetriebnahme des städtischen Wasserversorgung II im Mörscher Wald.
5. September 1952
Karlsruhe erhält Südwestdeutschlands größte Autogarage mit etwa 200 Abstellplätzen in der Karlstraße südlich der Mathystraße. Der Bau ist 1955 fertig gestellt.
27. September 1952
Die Fluor-Chemie, das modernste Flussspat-Aufbereitungswerk Europas am Stichkanal im Rheinhafen, ist fertig gestellt.
1. Oktober 1952
Nachdem seit 1945 in der Leopoldschule Lehrerausbildungskurse stattfanden, wird ein Pädagogisches Institut mit Sitz im Goethegymnasium in der Renckstraße errichtet.
16. Oktober 1952
Der VfB Mühlburg und der 1. FC Phönix vereinigen sich zum Karlsruher Sportclub (KSC).
11. Dezember 1952
Die Firma Pfannkuch eröffnet in Karlsruhe Ecke Kaiser-/Herrenstraße den ersten Selbstbedienungsladen.
1953
Laut Statistik stehen für etwa 67.000 Haushalte 51.000 Wohnungen zur Verfügung.
Januar 1953
Eine Grippe-Epidemie fordert 308 Tote.
15. Januar 1953
Der Gemeinderat beschließt die Bebauung des Mühlburger Feldes.
17. Januar 1953
Film über Karlsruhe "Stadt im Alltag" erstmals vorgeführt.
2. Februar 1953
Das Zellstoffwerk Maxau, das täglich 50.000 Kubikmeter Wasser verbraucht, erhält den damals leistungsstärksten Brunnen Europas mit einer Förderleistung von 2.400 Kubikmeter pro Stunde.
21. April 1953
Im Neubau der Draisschule an der Tristanstraße beginnt der Unterricht.
19. Juni 1953
Erste Gäste in der neuen Jugendherberge am Engländerplatz.
2. Juli 1953
Der Umbau des städtischen Guts Schöneck auf dem Turmberg zur Sportschule des Badischen Fußballverbandes ist abgeschlossen. Eröffnung mit einem Presseempfang.
23. Juli 1953
In Karlsruhe untergebrachte "Sowjetzonenflüchtlinge", die vor dem Aufstand vom 17. Juni in der DDR in erheblich größerer Zahl als zuvor ihre Heimat verlassen haben, protestieren gegen eine Umsiedlung.
25. Juli 1953
Eröffnung des neuen Freibads in Rüppurr.
7. August 1953
Freigabe von 40 ha Gelände im westlichen Teil des Flugplatzes an der Erzbergerstraße durch die Amerikaner für den Bau von Wohnungen. Die Bebauung beginnt 1955.
19. August 1953
Nach sechsmonatiger Bauzeit wird in der nach Plänen von Prof. Dr. Erich Schelling erbauten Schwarzwaldhalle am Festplatz als erste Veranstaltung die Ausstellung zum Therapiekongress eröffnet. Die Hallenkonstruktion findet in Fachkreisen weltweit Beachtung.
Erich Schelling
Die Schwarzwaldhalle am neu gestalteten Festplatz. StadtAK 8/PBS oXIVa 1214
September 1953
Im Lichthof des Kaufhaus Union (Hertie) sind die ersten Rolltreppen in Karlsruhe installiert.
6. September 1953
Bei der zweiten Bundestagswahl gewinnt in Karlsruhe die CDU. Dies ändert sich nicht bis zur Bundestagswahl 1990.
6. Oktober 1953
Ankunft von entlassenen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion.
15. Dezember 1953
Die Stadtverwaltung bemüht sich um die Errichtung eines Atomversuchsreaktors auf Karlsruher Gemarkung nördlich von Maxau.
19. Dezember 1953
Richtfest für das erste 40 m hohe Hochhaus Karlsruhes am Entenfang in Mühlburg.
19. Dezember 1953
Neueröffnung der "Kamera" mit der neuen Projektionstechnik des Cinemascope- Breitwandverfahrens und der stereophonen Tonwiedergabe.
1. Februar 1954
Etwa 60 Schiffe suchen wegen der Gefahr des Einfrierens Schutz im Rheinhafen. Die anhaltende Kältewelle führt zu Störungen im Verkehr und in der Produktion.
22. Februar 1954
Fertigstellung der wieder aufgebauten Karl-Wilhelm-Schule am Durlacher Tor, in der 1955 die Bundesfachschule für das Installateur- und Zentralheizungsgewerbe ihren Sitz nimmt.
28. März 1954
Große Sportveranstaltung in der Schwarzwaldhalle mit Welt-, Europa- und deutschen Meistern am Start.
20. April 1954
Das Arbeitsamt meldet den Rückgang der Erwerbslosen gegenüber dem Vorjahr um 50 % auf rund 7.800.
11. Mai 1954
In Karlsruhe wird eine Druckerei der KPD, deren Aktivitäten nach höchstrichterlicher Einschätzung verfassungswidrig sind, ausgehoben.
15. Mai 1954
Einweihung des Neubaus für das Jugendheim am Engländerplatz. Es erhält am 21. März 1967 den Namen "Anne-Frank-Heim".
1. Juni 1954
Erste Anmeldung eines Fernsehgerätes im Stadtgebiet. Im Dezember 1956 sind es etwa 2.700.
28. Juni 1954
Einweihung des Neubaus für das Landesarbeitsamt an der Rüppurrer Straße am Platz des kriegszerstörten Lehrerseminars.
17. Juli 1954
Zur 100-Jahr-Feier der Akademie der Bildenden Künste finden drei Ausstellungen statt. "Die Lehrer", "Ehemalige Schüler", "Schüler heute".
28. August 1954
Die städtischen Verkehrsbetriebe nehmen Straßenbahn-Großraumwagen in Betrieb.
2. September 1954
Begeisterter Empfang für den KSC-Sprinter Heinz Fütterer, Doppelsieger über 100 und 200 m bei den Europameisterschaften in Bern.
15. September 1954
Einweihung des ersten Bauabschnitts des Max-Planck-Gymnasiums in Rüppurr.
14. Oktober 1954
Wiedereröffnung des innen umgestalteten Konzerthauses des Staatstheaters am Festplatz. Hier ist die erste vollautomatische Klimaanlage Karlsruhes installiert.
31. Oktober 1954
Die Stadt erhält von den Amerikanern die Freigabe des früheren Bürogebäudes der Karlsruher Lebensversicherung am Mühlburger Tor (heute Rathaus West), das sie zuvor erworben hat.
26. November 1954
Der neu gestaltete Entenfang in Mühlburg, der eine wesentliche Verbesserung der Verkehrssituation bringt, wird freigegeben.
18. Dezember 1954
Der Neubau der Autobahn in Richtung Süden bis Bruchhausen wird freigegeben. Ihr weiterer Ausbau als E 4 soll beschleunigt werden.
11. Januar 1955
Der Stadtrat genehmigt die Pläne zur Errichtung der Waldstadt.
15. - 18. Januar 1955
Das Rheinhochwasser erreicht mit 8,38 m den höchsten Stand seit 138 Jahren (1817 8,82 m). Daraufhin werden die Rheindämme erhöht und die Straßen im Hafengebiet 0,5 m höher gelegt.
22. Januar 1955
Baubeginn für 28 Ein- und Zweifamilienhäuser in der Paul-Revere-Siedlung an der Erzbergerstraße. Nach deren Bezug gibt es seit 17. September 1956 in Karlsruhe keine beschlagnahmten Wohnungen und Hotels mehr.
26. Januar 1955
Ein Teil der Stadtgeschichtlichen Sammlungen wird im Obergeschoss des Hauses Solms zugänglich gemacht.
Februar 1955
Inbetriebnahme des Dampf-Großkraftwerks der Badenwerk AG am Stichkanal des Rheinhafens. Im Sommer 1956 geht der zweite Kraftwerksblock in Betrieb.
1. März 1955
Ein Großbrand bei der Firma Gritzner & Kayser richtet einen Schaden von 6 - 7 Millionen DM an. 1.000 Arbeiter müssen entlassen werden. Der Wiederaufbau beginnt bereits im Mai.
10./11. April 1955
Mit dem Besuch einer Gruppe von Schülerinnen des Lessinggymnasiums in Nancy unter Leitung von Studienrätin Elisabeth Teichmann vom Oberschulamt über die Osterfeiertage beginnt die Städtepartnerschaft Nancy-Karlsruhe.
21. April 1955
Eröffnung der Ringerweltmeisterschaft in der Schwarzwaldhalle.
26. April 1955
Feierliche Schlüsselübergabe für das neue Verwaltungsgebäude der Karlsruher Lebensversicherung an der Bahnhofstraße in Anwesenheit des Bundespräsidenten Theodor Heuss.
3. Mai 1955
Teilweise Wiedereröffnung der Landessammlungen für Naturkunde am Friedrichsplatz.
18. Mai 1955
Absturz eines kanadischen Düsenjägers über dem Karlsruher Flugplatz.
22. Mai 1955
Großer Empfang der KSC-Mannschaft, die tags zuvor deutscher Fußball-Pokalmeister geworden ist. Am 5. August 1956 wiederholt der KSC diesen Erfolg.
25. Juni 1955
Eröffnung der Ausstellung "Der Türkenlouis" in der Orangerie.
17. Juli 1955
Mit einem internationalen Leichtathletiksportfest (Emil Zatopek, Heinz Fütterer u. a.) findet die erste Veranstaltung im neu erbauten Wildparkstadion statt. Am 7. August wird es offiziell übergeben.
1. August 1955
Eröffnung des Sporthallenbades Tullabad an der Ettlinger Straße.
2. August 1955
Die Bundesregierung beschließt den Bau eines Versuchsatomreaktors bei Karlsruhe. Der Gemeinderat stimmt am 20. September mit 46 zu 3 Stimmen zu. Man erwartet davon bis zu 2.000 neue Arbeitsplätze, davon etwa 700 für wissenschaftliche Mitarbeiter. Die örtliche Industrie, insbesondere die Firma Siemens, bekundet großes Interesse.
5. August 1955
Eröffnung des neu gestalteten Durlacher Turmbergbades.
10. Oktober 1955
Das Hochhaus am "Schmiederplatz" mit 267 Wohnungen ist bezugsfertig.
13. Dezember 1955
Offizielle Einweihung des in siebenjähriger Bauzeit nach Plänen von Prof. Otto Haupt wieder aufgebauten Rathauses. Hinter der renovierten Weinbrennerfassade ist das Innere fast völlig neu gestaltet. Bereits am 31. Oktober findet die erste Stadtratssitzung im neuen Bürgersaal statt, dessen Frontseite ein stilisierter Stadtplan von Prof. Erwin Spuler einnimmt.
1956
Karlsruhe ist Sitz von 267 Industriefirmen mit 10 und mehr Beschäftigten. Davon sind etwa 100 nach 1945 hier gegründet worden oder hierher umgesiedelt. 84 Firmen sind vor 1900 entstanden, 6 sind älter als 150 Jahre.
1956
In 22 Karlsruher Kinos wird der Besucherhöchststand von etwa 4,5 Millionen erreicht. Bis 1967 sinkt die Zahl auf 2,1 Millionen, elf Kinos schließen zwischen 1962 und 1967.
3. Februar 1956
Inbetriebnahme der Verkehrsampel am Marktplatz, die mit der an der Ritterstraße zur "grünen Welle" abgestimmt ist.
12. Februar 1956
Wegen Treibeises muss die Rheinschiffahrt eingestellt werden. Die Kältewelle führt wegen Kohlemangels zur Schließung der Schulen bis zum 5. März.
25. Februar 1956
Gründung des Kammertheaters.
1. Juli 1956
Beginn der Weltmeisterschaft im Frauenhandball in Karlsruhe.
10. Juli 1956
Der Gemeinderat billigt den Vertrag mit dem Land über die je hälftige Teilung der Kosten für den Betrieb des Staatstheaters.
10. Juli 1956
Bau eines 65 m hohen Gasbehälters beim Gaswerk beschlossen.
19. Juli 1956
Unterzeichnung des Vertrages zur Gründung der Kernreaktor-Bau- und Betriebsgesellschaft mbH in Karlsruhe. Diese erwirbt das Ende 1955 neu gebaute Künstlerhaus an der Karlstraße.
26. August 1956
Auf dem Marktplatz werden 32 Parkuhren aufgestellt.
2. - 30. September 1956
Ausstellung "Atomkraft als Friedenskraft".
1. Oktober 1956
Einführung der 45-Stunden-Woche in Karlsruhe für über 20.000 Beschäftigte, für die der Samstag arbeitsfrei wird. Durch Lohnausgleich ergibt sich eine Lohnerhöhung um 8 %.
26. Oktober 1956
Einweihung des Neubaus der Wirtschaftsoberschule am Ettlinger Tor. Eröffnung des Neubaus des Kaufhauses Schneider Ecke Kaiser-/Karlstraße.
2. November 1956
Gründung der "Arbeitsgemeinschaft der Hardtwaldfreunde", die sich für die Erhaltung des nördlichen Hardtwaldes, d. h. gegen eine weitere Bebauung einsetzt.
5. - 8. November 1956
Verschiedene Kundgebungen gegen die Niederschlagung des Aufstandes in Ungarn durch die sowjetischen Truppen.
24. Juni 1956
Der KSC unterliegt im Endspiel um die deutsche Meisterschaft in Berlin gegen Borussia Dortmund.
15. Januar 1957
Der Gemeinderat genehmigt die Errichtung von drei Institutsbauten durch die Technischen Hochschule nördlich des Richard-Willstätter-Weges im Hardtwald.
21. Januar 1957
Im Kreiswehrersatzamt finden die ersten Musterungen von Rekruten nach 1945 statt.
27. Februar 1957
Karlsruhe ist wieder Garnisonsstadt. In die am 20. Dezember freigegebene Dragonerkaserne an der Kaiserallee ist eine Fernmeldeabteilung der Luftwaffe der Bundeswehr eingezogen.
2. März 1957
Unterzeichnung des Vertrages zur Gründung der Albtalbahn-Verkehrsgesellschaft (AVG) über den Betrieb der Albtalbahn von Karlsruhe bis Bad Herrenalb mit Anschluss an das Karlsruher Straßenbahnnetz. Ab 1. April fährt die Albtalbahn in Regie der Stadt Karlsruhe.
17. April 1957
Im Ehrenhof vor dem Schloss werden acht der ursprünglich zehn Skulpturen von Ignaz Lengelacher, die wohl von 1782 - 1816 auf dem mittleren Schlossplatz standen und danach mehrfach ihren Standort wechselten, wieder aufgestellt. 1967 nach der Neugestaltung des Schlossplatzes stehen alle zehn Skulpturen bzw. ihre Nachbildungen an ihrem heutigen Standort. Neubau des Landesgewerbeamtes fertig gestellt.
Mai 1957
Baubeginn der Kernreaktoranlage bei Leopoldshafen. Das ursprünglich vorgesehene Gelände nördlich von Maxau hat sich als ungeeignet erwiesen.
7. Mai 1957
Einweihung des neuen Studios des Süddeutschen Rundfunks an der Kriegsstraße am Platz des ehemaligen Palais Bürklin.
Juli 1957
Eine Hitzewelle, die den Wasserverbrauch von 240 l pro Kopf und Tag auf 400 l ansteigen lässt, gefährdet die Wasserversorgung.
4. Juli 1957
Die erste elektrische Lokomotive fährt im Hauptbahnhof Karlsruhe ein. Die Elektrifizierung der Bundesbahn im Bereich Karlsruhe ist am 30. August 1959 mit der Einweihung der Fahrleitungsmeisterei abgeschlossen.
26. Juli 1957
Straßenumbauten am Durlacher Tor und Verbreiterung des Parkrings bis zur Linkenheimer Landstraße nach dreijähriger Bauzeit dem Verkehr übergeben.
9. August 1957
Freigabe der neuen Brücke über die Bahngleise im Zuge der Durlacher Allee im Stadtgebiet. Sie ist eine von 14 Baumaßnahmen an Brücken und Kreuzungsbauwerken, die für die Elektrifizierung der Bundesbahn notwendig sind.
10. September 1957
Erster Spatenstich für den Bau der Waldstadt. Den dafür ausgeschriebenen internationalen Architektenwettbewerb gewinnt der Kölner Architekt Prof. Karl Selg. Die ersten Wohnungen sind am 1. Oktober 1958 bezugsfertig.
Luftaufnahme vom ersten, 1957 begonnenen Bauabschnitt der Waldstadt zwischen Theodor-Heuss-Allee, Breslauer und Königsberger Straße.
StadtAK 8/Alben 3, Bd. 3 VIII/1
22. September 1957
Nutzung des Flugplatzes Forchheim durch Motorflugzeuge nach fünfjährigem Betrieb mit Segelflugzeugen.
Oktober 1957
Die Kunstakademie bezieht die Räume des wieder aufgebauten ehemaligen Kunstgewerbemuseums Ecke Reinhold-Frank-/Moltkestraße.
16. Oktober 1957
Beginn der Kiesgewinnung im markgräflichen Gutsgelände bei Maxau. Es soll ein See von 1,6 km Länge entstehen.
9. November 1957
Am Schlossplatz wird am Platz des ehemaligen Innenministeriums die Landeskreditanstalt eingeweiht. Um den Entwurf von Hermann Blomeier hat es ausführliche Diskussionen gegeben, vor allem im Hinblick auf die Tradition der Weinbrennerbauten am Schlossplatz.
24. November 1957
Der Gemeinderat befasst sich mit dem Bau von Ölraffinerien auf Karlsruher Gemarkung.
30. November 1957
Einweihung des von Hans Detlev Rösiger und Günther Seemann geplanten Neubaus der Städtischen Sparkasse bei der Hauptpost.
1958
Die traditionsreiche Firma Haid & Neu wird von der Singer AG übernommen.
1958
Etwa 40.000 Arbeitnehmer in der Stadt sind Einpendler.
22. März 1958
Gastspiel der Wiener Philharmoniker unter Leitung von Karl Böhm mit Yehudi Menuhin als Solist.
18. April 1958
Die Albtalbahn bindet nach dem Umbau von Meterspur auf Normalspur Rüppurr bis zur Battstraße in das Karlsruher Straßenbahnnetz ein.
20. April 1958
Bei den fälligen Neuwahlen zum Oberbürgermeister ist Günther Klotz einziger Kandidat und wird für zwölf Jahre wiedergewählt.
9./20. Mai 1958
Protestkundgebungen gegen die Pläne zur atomaren Aufrüstung der Bundeswehr.
9. Juli 1958
Der französische Michelin-Konzern nimmt seine Produktion in Karlsruhe wieder auf.
12. September 1958
Bebauung der nördlichen Rheinstraßenseite von der Philippstraße bis zum Entenfang nach Verbreiterung der Straße von 20 auf 39 Meter abgeschlossen.
24. September 1958
Einweihung des ersten Bauabschnitts der Hebelschule in der Moltkestraße.
28. November 1958
Die sterblichen Überreste Friedrich Weinbrenners werden nach einer Grabschändung aus seinem Grab an der Kapellenstraße in die Gruft unter dem Portikus der Evangelischen Stadtkirche umgebettet.
30. November 1958
Die wieder aufgebaute Evangelische Stadtkirche wird eingeweiht. Gleichzeitig findet die Glockenweihe statt.
Evangelische Stadtkirche
1959
Im Norden Karlsruhes fließt aus 17 Erdölbohrungen eine Tagesmenge von etwa 7 Tonnen Öl. Erste Bohrungen im Jahre 1955 blieben erfolglos.
22. Januar 1959
Übergabe des Finanzamt-Neubaus des Landes am Schlossplatz.
29. Mai 1959
Teileröffnung des Badischen Landesmuseums im restaurierten Mittelbau des Schlosses.
25. Juni 1959
Bund und Land schließen den Vertrag zur Gründung der Gesellschaft für Kernforschung mbH mit Sitz in Karlsruhe. Karlsruhe wird Schwerpunkt deutscher Kernforschung.
Juli 1959
Die "Arbeitsgemeinschaft der Hardtwaldfreunde" beklagt den zunehmenden Siedlungsbau an den Hardtwaldrändern und verweist auf naturfreundlichere Stadterweiterungsmöglichkeiten im Süden.
7. Juli 1959
Verkauf des Markgräflichen Palais am Rondellplatz durch die Stadtverwaltung an die Zentralkasse südwestdeutscher Volksbanken mit der Maßgabe, die Fassade des Mittelteils zu erhalten. Der Neubau hinter der alten Fassade wird am 28. August 1963 eingeweiht.
13. August 1959
Bei der Öffnung der bereits 1906 entdeckten Hügelgräber aus der Zeit um 2.500 v. Chr. am Nordende der Siemenssiedlung werden Geräte und Schmuck aus der Bronzezeit gefunden.
16. September 1959
Oberbürgermeister Günther Klotz und Landrat Joseph Groß informieren über die Verwaltungsvereinbarung für die gemeinsamen Planungen zur Entwicklung der Region. Kernforschung, geplante Ölraffinerien und die Entwicklung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft bieten große Zukunftschancen.
1. Oktober 1959
Beginn der Albverlegung auf einer Strecke von etwa 4 km zur Vorbereitung des Geländes nördlich Maxau für die Ansiedlung der Erdölraffinerien.
27. Oktober 1959
Im Karlsruher Staatstheater findet wie zur gleichen Zeit in Bremen die Uraufführung des Theaterstücks "Die Folter" von John B. Priestley statt.
29. Oktober 1959
Konzert des Leipziger Gewandhausorchesters in der Stadthalle.
12. Dezember 1959
Hinter dem Rathaus, wo sich früher im Konzertcafé Bauer Karlsruhes Künstler, Intellektuelle, Journalisten und Geschäftsleute trafen, eröffnet die Firma Karstadt die erste Tiefgarage für 50 PKW.
Verkehrsstau in der Kaiserstraße/Kreuzung Karlstraße in der Mitte der 1960er-Jahre. Foto: Karlsruher Wirtschaftsspiegel 1964/65
15. Dezember 1959
Beratung und Beschluss über die Altstadtsanierung im Gemeinderat.
31. Dezember 1959
Im abgelaufenen Jahrzehnt hat sich der Bestand an Kraftfahrzeugen auf etwa 32.000 vervierfacht.
31. Dezember 1959
Im abgelaufenen Jahr zählt man 73 Verkehrstote.
31. Dezember 1959
In der Stadt, die bisher knapp über 40.000 Heimatvertriebene aufgenommen hat, suchen trotz reger Bautätigkeit knapp 12.000 Familien eine Wohnung.