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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Digitale Angebote: Stadtchronik Karlsruhe


 

Die Chronik bietet Einträge zur Geschichte der Stadt Karlsruhe von ihrer Gründung als Residenz­stadt im Jahre 1715 an bis in die Gegenwart als Zentrum der Techno­lo­gie­Re­gion Karlsruhe. Stadt­teilchro­ni­ken der einge­mein­de­ten, ehemals selbstän­di­gen Stadtteile, die zum Teil sehr viel älter sind als Karlsruhe, liefern histo­ri­sche Infor­ma­tio­nen über die Entwick­lung des geogra­fi­schen Raumes, den die Großstadt Karlsruhe heute einnimmt. Die den Einträgen zugeord­ne­ten Bilder veran­schau­li­chen auch das jeweilige Zeitko­lo­rit, und an der Folge histo­ri­scher Stadtpläne kann die stadt­pla­ne­ri­sche Entwick­lung nachvoll­zo­gen werden.

 
1920
Rohstoffknappheit und andere zeitbedingte Schwierigkeiten führen zur Konzentration in der Brauerei-Industrie. Die Brauerei Kammerer wird von Moninger und Seldeneck von Sinner übernommen. Die Brauereien Schrempp und Printz fusionieren.
15. Januar 1920
Aufgrund der wirtschaftlichen Notlage verhängt das Ministerium des Innern wie im Vorjahr ein Verbot von Fastnachtsumzügen.
14. März 1920
Auf dem Marktplatz demonstriert eine große Menschenmenge gegen die reaktionären Bestrebungen des Kapp-Putsches. Weitere Demonstrationen und Proteststreiks folgen am 15. und 16. März.
April 1920
Einrichtung eines städtischen Fürsorgeamtes.
29. April 1920
Gründung des "Vereins Karlsruher Volksbühne".
1. Juni 1920
Erwerb des Friedrichsbades durch die Stadt, dessen Wannenbäderabteilung am 5. Dezember durch einen Brand zerstört wird. Im Februar 1952 wird das kriegszerstörte Gebäude abgerissen und es entsteht der Passagehof mit Parkplätzen bei der Kaiserpassage.
6. Juni 1920
Bei den Reichstagswahlen erringt von sieben Parteien, die sich in Karlsruhe-Stadt zur Wahl stellen, die SPD die meisten Stimmen.
15. Juni 1920
Die Straßenbahnlinie durch die Rüppurrer Straße zum Hauptbahnhof ist fertig gestellt.
30. Juni 1920
Das Bürgermeisteramt teilt die Freigabe der Kartoffelversorgung aus der neuen Ernte mit.
6./7. Juli 1920
Auf dem Wochenmarkt und in den Kaufhäusern kommt es zu Protestaktionen gegen zu hohe Preise, die in Plünderungen ausarten. In der Hans-Thoma-Straße wird bei einem Zusammenstoß zwischen Polizei und Demonstranten eine Frau getötet.
6. - 11. Juli 1920
Eröffnung der Fachausstellung "Das Kino" im Orangeriegebäude.
14. Juli 1920
Der Stadtrat protestiert telegraphisch beim Reichswirtschaftsministerium gegen die schlechte Brotversorgung und fordert erfolgreich Abhilfe.
18. - 26. September 1920
Stadtverwaltung, Theaterkulturverband und Verkehrsverein veranstalten eine "Badische Woche". Sie soll eine Übersicht über künstlerisches und kulturelles Schaffen in Baden geben. Diese Veranstaltung wird als "Karlsruher Festwoche" dann jährlich wiederholt.
19. September 1920
Das 1919 gegründete Badische Landesmuseum eröffnet seine ersten Säle im Schloss. In diesem Museum sind die großherzoglichen Staatssammlungen für Altertums- und Völkerkunde mit dem Kunstgewerbemuseum vereinigt.
22. September 1920
Die Garnison Karlsruhe wird mit der Räumung der neutralen Zone von deutschen Truppen aufgehoben. Auf dem Marktplatz findet eine Abschiedsfeier statt.
Abschied von den letzten Truppen der Garnison Karlsruhe am 22. September 1920. StadtAK 8/PBS oVI 225
6. Oktober 1920
Feierliche Eröffnung der "Wolff-Anlage" im Stadtgarten. Kommerzienrat Friedrich Wolff hatte schon 1918 eine reiche Stiftung für dieses Projekt gemacht.
6. November 1920
Das neu geschaffene Städtische Kinderkrankenhaus wird im Gebäude des ehemaligen, 1907 nach Plänen von Friedrich Ratzel errichteten Viktoria-Pensionats am Durlacher Tor eröffnet. Erster Direktor ist Prof. Dr. Franz Lust, der als Jude 1933 von den Nationalsozialisten entlassen wird und am 23. März 1939 angesichts der ausweglosen Situation der Juden in Deutschland den Freitod wählt.
11. November 1920
Karlsruhe erhält Anschluss an den Luftverkehr. Auf dem Exerzierplatz landen Flugzeuge der Linie Frankfurt-Lörrach.
14. Dezember 1920
Karlsruher Frauen und Mädchen veranstalten eine Protestversammlung gegen die "schwarze Schmach", d. h. gegen "fremdrassige" Truppen bei der Besetzung des Rheinlandes und der Pfalz. Es referiert die Reichstagsabgeordnete Dr. Marie Baum.
1921
Die Stadtverwaltung beschließt, das Oberfeld im Westen der Stadt als Industriegebiet auszuweisen.
31. Januar 1921
Eröffnung der Mensa der Technischen Hochschule. Sie soll die Notlage der Studierenden durch billige Mahlzeiten lindern.
29. März 1921
Etwa 200 kommunistische Demonstranten versuchen in das Bezirksamt am Marktplatz einzudringen. Dabei kommt es zu einer Schießerei, die einen Toten und fünf Verwundete fordert.
1. Juli 1921
Die durch Landesgesetz ermöglichte Badische Elektrizitätsversorgungs AG (Badenwerk) nimmt ihren Sitz in Karlsruhe. Sie übernimmt die 1912 begonnenen und 1919 fertig gestellten Kraftwerkseinrichtungen und Überlandleitungen nach Karlsruhe und Mannheim. Entscheidender Anreger und Förderer einer zentralisierten Energieversorgung war Prof. Dr. Theodor Rehbock von der Technischen Hochschule.
15. Juli 1921
Wegen fehlender landesgesetzlicher Grundlagen und unsicherer Berechnungen der tatsächlichen Einkünfte beschließt der Bürgerausschuss, die Geschäfte auf der Grundlage des Vorjahresetats zu führen. Ein ordentlicher Etatvoranschlag wird erst am 8. Februar 1922 verabschiedet.
31. August 1921
Große Demonstration zum Schutz der Republik auf dem Marktplatz aus Anlass der Ermordung des Reichstagsabgeordneten Matthias Erzberger (Zentrum).
14. - 16. September 1921
Der Deutsche Ärztetag findet in Karlsruhe statt.
30. Oktober 1921
Bei den Landtagswahlen erringt die SPD in der Stadt die meisten Stimmen.
1922
Die Inflation führt etwa bei Beamtengehältern und Arbeiterlöhnen der Stadt (ohne Schule und Polizei) zu sprunghaftem Zahlenanstieg. Mussten am Jahresanfang noch 102 Millionen aufgewendet werden, so waren es im Mai 202, im August 405 und am Ende des Rechnungsjahres 12.500 Millionen Mark.
2. Januar 1922
Eröffnung des Reitinstituts "Karlsruher Tattersall" in der Reithalle der ehemaligen Artilleriekaserne Gottesaue.
16. Januar 1922
Das Karlsruher Wohnungsamt richtet über die Tageszeitungen einen Appell an die Verlobten, vorläufig nicht zu heiraten. In der Stadt fehlen 2.500 Wohnungen.
März 1922
Das Archivgebäude der Stadt in der Gartenstraße 53 (am heute noch so genannten Archivplatz) wird für das Arbeitsamt geräumt. Die Archivbibliothek geht in die städtische Volksbücherei über, die Stadtgeschichtlichen Sammlungen gehen als Leihgabe an das Badische Landesmuseum, wo sie seit 1926 zu sehen sind, die Archivalien kommen in das Rathaus.
26. Mai 1922
Gründung der ältesten Vorgängergesellschaft der 1953 gebildeten Volkswohnung GmbH - die Wohnungsbau für Industrie und Handel GmbH, später Wohnungsgesellschaft Ettlinger Tor mbH - an der die Stadt überwiegend beteiligt ist.
26. Juni 1922
Eröffnung der Städtischen Bücherei und Lesehalle. In ihr werden die Bibliotheken des Männerhilfsverein vom Roten Kreuz und des Badischen Frauenvereins, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, zusammengeführt. Die Bücherei wird in der Karl-Friedrich-Straße 21 eingerichtet.
27. Juni 1922
Große Demonstration auf dem Marktplatz nach der Ermordung des Reichsaußenministers Walther Rathenau am 24. Juni. Danach kommt es in einigen Stadtteilen zu Ausschreitungen. Am 4. Juli findet eine zweite Demonstration statt.
20. Oktober 1922
Der letzte Karlsruher Kriegsgefangene, Wilhelm Krotz, kehrt nach achtjähriger Gefangenschaft in seine Heimatstadt zurück.
19. November 1922
Bei den Stadtverordnetenwahlen beteiligen sich etwa 50 % der Stimmberechtigten. Stärkste Partei wird die SPD. Der am 5. Dezember von den Stadtverordneten gewählte Stadtrat ist besetzt mit 8 Sozialdemokraten, 6 Vertretern des Zentrums, 3 der Deutschen Volkspartei, 1 der Kommunalen Wirtschaftlichen Vereinigung, 3 der Deutschen Demokratischen Partei und 2 der Deutschnationalen Volkspartei.
14. Januar 1923
Die Stadtverwaltung veranstaltet in der Festhalle eine Protestkundgebung gegen die Besetzung des Ruhrgebiets durch die Franzosen.
23. Januar - 28. März 1923
Der Oberbürgermeister Dr. Julius Finter muss für bestimmte Tageszeiten eine Gassperre anordnen.
3. März 1923
Französische Truppen (80 Mann) besetzen den Rheinhafen. Sofort verhängte Ausfuhrverbote für Kohle, Maschinen und Metallwaren und die Kontrolle aller anderen Güter sowie die Beschlagnahme von Holz, Eisen, Stahl usw. bringen den Hafenverkehr für längere Zeit zum Stillstand. Im Jahr 1923 beträgt der Gesamtumschlag 44,5 Tonnen weniger als im Jahr der Eröffnung des Rheinhafens.
26. April 1923
Zu Beginn einer Stadtratssitzung würdigt Oberbürgermeister Dr. Julius Finter die Verdienste der am 23. April im Alter von 84 Jahren verstorbenen früheren Großherzogin Luise von Baden.
5. Mai - 9. Oktober 1923
"Große Deutsche Kunstausstellung Karlsruhe 1923" in der städtischen Ausstellungshalle am Festplatz, deren 1915 unvollendeter Innenausbau dazu fertig gestellt wird. Die Stadt erwirbt 10 Gemälde, 2 Plastiken und 15 Graphiken.
8. September 1923
Ausgabe der letzten Lebensmittelkarten mit Datum bis 1. Januar 1924. Danach wird das Nahrungsmittelamt aufgelöst.
1. November 1923
Die Stadt Karlsruhe gibt die letzten Scheine Notgeld aus. Es sind 307.500 Scheine zu je 100 Milliarden Mark. Am 15. November wird die Rentenmark offiziell als neues Zahlungsmittel eingeführt.
Dezember 1923
Die Zahl der Erwerbslosen steigt auf über 5.000.
27. Dezember 1923
Im Hildahaus in der Scheffelstraße wird die "Schweizer Suppenküche" eröffnet. 500 Personen werden mittags und abens auf Kosten eines in der Schweiz gegründeten Hilfswerks zugunsten der notleidenden Karlsruher Bevölkerung verpflegt.
1924
Vor dem 1872 abgerissenen Ettlinger Tor, wo einst das erste Karlsruher Industriegebiet und der erste Hauptbahnhof lagen, soll nach Plänen von Prof. Hermann Billing eine Platzanlage geschaffen werden. Die Realisierung dieser Idee beschäftigt die Stadtplaner und -verwaltung bis heute.
Stadtplanung Ettlinger Tor
7. Januar 1924
Erste Tankstelle in der Werderstraße eröffnet.
11. Januar 1924
Hans Pfitzner dirigiert erstmals seine Oper "Palestrina" im Badischen Landestheater. Er kommt in den folgenden Jahren häufiger nach Karlsruhe, um hier seine Werke aufzuführen.
25. Januar 1924
Der Karlsruher Nationalsozialistenprozeß endet mit einem Freispruch der 15 Angeklagten. Sie hatten sich trotz des Verbots der nationalsozialistischen Ortsgruppen durch das badische Ministerium des Innern weiter zu Zusammenkünften der im Juni 1922 gegründeten Karlsruher Ortsgruppe versammelt.
April 1924
Die Stadt kauft die Sammlung des Glasmalers Hans Drinneberg (101 Gemälde), die einen Überblick über das Kunstschaffen in Karlsruhe während der vergangenen 50 Jahre bietet. Damit wird die anlässlich des 200-jährigen Stadtjubiläums begonnene Sammeltätigkeit der Stadt intensiviert und konzentriert auf die Entwicklung der Karlsruher Bildenden Kunst seit Gründung der Akademie im Jahre 1854. Die Bilder hängen z. T. in Amtsräumen und als Leihgaben in der Badischen Kunsthalle. Die Sammlung Drinneberg ist 1942 größtenteils verbrannt.
2. April 1924
In der "Badischen Presse" erscheint eine Radio-Rundschau.
5. April 1924
Am Marktplatz und an der Hauptpost regeln erstmals Polizisten den Verkehr.
9. April 1924
Das städtische Milchamt wird aufgelöst und die Karlsruher Milchversorgung GmbH eingerichtet.
4. Mai 1924
Aus den Reichstagswahlen geht in Karlsruhe das Zentrum als stärkste Partei hervor. Die Nationalsozialisten und die KPD gewinnen größere Stimmenanteile.
1. - 7. Juni 1924
Zweite Richard-Strauss-Festwoche, an der der Komponist erneut als Dirigent mitwirkt.
Dezember 1924
An der Westseite des Exerzierplatzes, der nun als Flugplatz benutzt wird, entstehen ein Flugzeughangar und eine Gaststätte.
7. Dezember 1924
Die Reichstagswahlen gewinnt in Karlsruhe die SPD.
26. April 1925
Die Reichspräsidentenwahl gewinnt in Karlsruhe Wilhelm Marx knapp vor Paul von Hindenburg.
4. Juni 1925
Der Bürgerausschuss beschließt die Umgestaltung des Marktplatzes, die auch die Einrichtung unterirdischer Bedürfnisanstalten bei der Pyramide einschließt.
Marktplatz mit Pyramide nach der 1925 beschlossenen Umgestaltung, etwa 1935. StadtAK 8/PBS oXIIIb 204
16. Juni 1925
Nach den Ergebnissen der Volkszählung liegt Karlsruhe unter den 46 Großstädten Deutschlands an 32. Stelle.
28. Juni 1925
Einweihung des von Otto Gruber und Emil Valentin Gutmann entworfenen Kriegerdenkmal vor der Hauptpost für die im Weltkrieg gefallenen Leibgrenadiere.
25. Oktober 1925
Bei den Landtagswahlen siegt in Karlsruhe die SPD. Die Stimmenanteile von KPD und NSDAP sind rückläufig.
31. Oktober 1925
Hundertjahrfeier der Technischen Hochschule. Aus diesem Anlass werden das Heinrich-Hertz-Denkmal und das Denkmal für die gefallenen Studenten enthüllt.
12. November 1925
Reichspräsident Paul von Hindenburg besucht Karlsruhe.
12. Dezember 1925
Einrichtung des Caritas-Waldheims im Hardtwald.
1926
Abschluss der 1924 begonnenen Ausmalung des Bürgersaales im Rathaus durch Professor Hans Adolf Bühler.
1926
Im Konzerthaus finden im großen Saal regelmäßig Vorführungen kulturell wertvoller Filme durch die 1921 gebildete "Badische Lichtspiele für Schule und Volksbildung GmbH" statt. Vor allem Jugendliche sollen hier angesprochen werden, denen strenge Zensurmaßnahmen den Zutritt zu den Kino meist versperren.
1926
Josef Krips wird Generalmusikdirektor. Er ist Nachfolger des am 21. Juli 1926 gestorbenen Ferdinand Wagner.
Februar 1926
Gründung der "Karlsruher Bürgerzeitung" als Organ der "Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine".
12. Februar 1926
Eröffnung des Scheffel-Museums im Schloss.
16. Mai 1926
Straßenbahnlinie nach Knielingen eingeweiht.
Juni 1926
Die Umgestaltung des Marktplatzes erfordert die Verlegung des Karlsruher Wochenmarkts auf den Platz vor dem alten Bahnhof an der Kriegsstraße.
20. Juni 1926
In der ehemaligen Residenzstadt Karlsruhe stimmen beim Volksentscheid über die Fürstenenteignung 37,7 Prozent (1,3 % mehr als im Reichsdurchschnitt) mit Ja.
1. September 1926
Der Generalbebauungsplan der Landeshauptstadt Karlsruhe i. B. wird bei C. F. Müller veröffentlicht.
27. September 1926
Eröffnung der Karlsruher Funkausstellung.
15. November 1926
Die Gemeindewahlen bringen bei einer Wahlbeteiligung von 39,1 % der SPD die meisten Stimmen.
28. November 1926
Einrichtung eines Rundfunksendestudios im Küchenbau des Erbgroßherzoglichen Palais.
20. Dezember 1926
Karlsruhe erhält eine Berufsfeuerwehr.
1927
Baubeginn für den 1931 fertig gestellten Parkring (heute Adenauerring). Er soll die Innenstadt entlasten und neu angelegte Sportstätten erschließen.
1927
Von Karlsruhe aus wird Ettlingen mit Ferngas versorgt.
1927
Einrichtung einer Theater-Akademie in Räumen am Botanischen Garten hinter dem Theater. Praxis und Theorie werden in zweijährigem Lehrplan vermittelt. Die Akademie stellt am 26. September 1945 ihre Arbeit ein.
1927
Baubeginn der Weiherfeldsiedlung.
21. Januar 1927
Eröffnung des Café Museum in der Waldstraße.
31. März 1927
Eröffnung des Café Stübinger neben dem Warenhaus Knopf in der Kaiserstraße.
29. September 1927
Aus Nagoya treffen als Geschenke für die Ausstattung des Japangartens im Stadtgarten ein hölzerner Schrein und zwei steinerne Löwen ein.
11. Oktober 1927
Enthüllung des von Friedrich Beichel entworfenen Indianerbrunnens am Werderplatz in der Südstadt.
Friedrich Beichel
16. Oktober 1927
Fertigstellung der evangelischen Matthäuskirche in der Vorholzstraße.
1928
In der Stadt gibt es rund 1.000 Verbände und Vereine mit etwa 70.000 Mitgliedern.
1928
Der Versuch, das Beiertheimer Feld für die Bebauung umzulegen, scheitert am Widerstand privater Grundbesitzer bzw. an zu hohen Preisforderungen.
1928
Vertrag mit der Gemeinde Mörsch über die Errichtung eines städtischen Wasserversorgungwerkes auf deren Gemarkung. Ende August 1930 wird erstmals Wasser aus Mörsch nach Karlsruhe gefördert.
1928
In diesem Jahr werden 37 Tankstellen neu genehmigt gegenüber einer im Jahre 1923. In Betrieb sind 1928 21 Tankstellen.
5. Mai 1928
Daxlanden erhält Anschluss an das Karlsruher Straßenbahnnetz.
20. Mai 1928
Bei den Reichstagswahlen gewinnt in Karlsruhe die SPD. Die Stimmanteile der Kommunisten und Nationalsozialisten nehmen leicht zu.
19. Juli 1928
Wiederwahl des Oberbürgermeisters Dr. Julius Finter durch den Bürgerausschuss.
Oktober 1928
Beginn der Bauarbeiten für das "Volksfreibad" auf der Rheininsel Rappenwört und für die Zufahrtsstraße mit Straßenbahn sowie einer Vogelschutzwarte. Rappenwört wird am 20. Juli 1929 eröffnet und zählt 1930 etwa 250.000 Besucher.
6. - 8. Oktober 1928
Das Karlsruher Lichterfest zieht etwa 150.000 Besucher an.
1929
Baubeginn der Dammerstocksiedlung. Organisatorisch-finanziell zeichnet die Stadt, planerisch der Bauhausleiter Walter Gropius verantwortlich. Vom 28. September bis 3. November findet im Dammerstock die Ausstellung"Gebrauchswohnung" statt.
Einfamilienhäuser in der von Walter Gropius geplanten Dammerstocksiedlung.
StadtAK 8/PBS oXIIIa 278
1929
Die Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe wird liquidiert.
1929
Die in den ehemaligen Räumen des Appollo-Varietétheaters in der Marienstraße eröffnete Schauburg ist mit 600 Plätzen der erste Bau eines echten Großraumkinos in der Stadt.
Februar 1929
Das Badische Konservatorium wird zur Badischen Musikhochschule erweitert. Sie ist im Palais Bürklin an der Kriegsstraße untergebracht.
1. April 1929
Eingemeindung Bulachs.
1. April 1929
Einweihung der neuen Feuerwache an der Ritterstraße.
23. April 1929
Eine Rede des Kommunisten Max Hölz in der Festhalle endet in einer Schlägerei, bei der es Verletzte gibt. Provoziert wird sie durch zahlreiche Nationalsozialisten, die die Rede immer wieder unterbrechen.
27. April 1929
Gründung der Badischen Landesbausparkasse. Sie verlegt 1946 ihren Sitz nach Karlsruhe.
1. August 1929
Fertigstellung der im Bauhausstil von Walter Merz geplanten Städtischen Vogelschutzwarte beim Rheinstrandbad Rappenwört. Sie wird aus finanziellen Gründen am 31. März 1934 wieder geschlossen und von Waldarbeitern für Wohnungen, Werkstätten und Abstellräume zweckentfremdet. Seit 1982 werden die renovierten Gebäude von der Staatlichen Vogelschutzwarte Baden-Württemberg genutzt.
3. August 1929
Rintheim wird an das Straßenbahnnetz der Stadt angeschlossen.
27. Oktober 1929
Bei den Landtagswahlen siegt in Karlsruhe die SPD. Die NSDAP erhält 11,4 % der Stimmen, mehr als das Doppelte der KPD-Anteile.
1. November 1929
Das französische Michelin-Reifenwerk verhandelt mit der Stadt über die Errichtung einer Fabrik auf dem Industriegelände Oberfeld.
6. - 10. November 1929
Unter Leitung von Josef Krips findet im Rahmen der traditionellen Karlsruher Herbsttage ein Bruckner-Fest statt.
15. November 1929
Unter dem Titel "Zeittheater" beginnt ein Zyklus moderner Theaterstücke, der zu Diskussionen und Protesten führt. Diese kommen lautstark auch von nationalsozialistischer Seite.
10. Dezember 1929
Der nationalsozialistische Ideologe Alfred Rosenberg referiert über den "Schicksalskampf der deutschen Kultur". Im Anschluss daran gründen im Frühjahr 1930 August Gebhard, Hans Adolf Bühler und Otto Wacker die Karlsruher Ortsgruppe "Kampfbund für deutsche Kultur".
16./17.Februar 1929
Albert Schweitzer gibt in Karlsruhe ein Orgelkonzert.