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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Digitale Angebote: Stadtchronik Karlsruhe


 

Die Chronik bietet Einträge zur Geschichte der Stadt Karlsruhe von ihrer Gründung als Residenz­stadt im Jahre 1715 an bis in die Gegenwart als Zentrum der Techno­lo­gie­Re­gion Karlsruhe. Stadt­teilchro­ni­ken der einge­mein­de­ten, ehemals selbstän­di­gen Stadtteile, die zum Teil sehr viel älter sind als Karlsruhe, liefern histo­ri­sche Infor­ma­tio­nen über die Entwick­lung des geogra­fi­schen Raumes, den die Großstadt Karlsruhe heute einnimmt. Die den Einträgen zugeord­ne­ten Bilder veran­schau­li­chen auch das jeweilige Zeitko­lo­rit, und an der Folge histo­ri­scher Stadtpläne kann die stadt­pla­ne­ri­sche Entwick­lung nachvoll­zo­gen werden.

 
1900
Im Karlsruher Adressbuch sind 337 Vereine und Verbände aufgeführt. Dies verweist auf die Ausdifferenzierung des Vereinswesens nach den unterschiedlichsten Interessen und Bedürfnissen.
1900
Anlage und Benennung des Gutenbergplatzes im Zuge der Bebauung der südlichen Weststadt zwischen Karlsruhe und Mühlburg. Bis 1829 war hier eine Hinrichtungsstätte, dann 1867 bis 1891 der Schießplatz der Schützengesellschaft. Im September 1908 wird der von Friedrich Ratzel entworfene Brunnen fertig gestellt.
1900
Die Technische Hochschule erhält das Promotionsrecht für die ingenieurwissenschaftlichen Fächer.
19. März 1900
Die Pferdebahn-Strecke zwischen Durlacher und Mühlburger Tor wird auf elektrischen Betrieb umgestellt. Bereist ab 10. Februar verkehrte zwischen Durlacher Tor und Durlach statt der Dampfbahn die "Elektrische".
Straßenbahnhaltestelle Durlacher Tor etwa 1895. Noch fährt die Dampfbahn nach Durlach, daneben liegen die Gleise der innerstädtischen Pferdebahn zum Depot beim Gottesauer Platz.
StadtAK 8/PBS oXIVg 29
15. Mai 1900
Einweihung des neuen St.-Vincentius-Krankenhauses in der Südendstraße.
2. Juli 1900
Nach zweijährigen Um- und Neubauten wird das Vierordtbad wiedereröffnet. Neben verschiedenen Badeeinrichtungen steht nun auch eine Schwimmhalle zur Verfügung.
1. September 1900
Vorführung der ersten echten Filmbilder im Varieté-Theater Colosseum u. a. mit Lokalaufnahmen vom Marktplatz und Bahnhof in Karlsruhe.
14. Oktober 1900
Einweihung der Christuskirche am Mühlburger Tor. Die Pläne stammen vom Architekturbüro Curjel & Moser.
18. Oktober 1900
Feierliche Eröffnung des neuen von Wilhelm Walter geplanten Reichspostgebäudes am heutigen Europaplatz anstelle der alten, 1897 abgerissenen Infanteriekaserne. Im Jahre 1912 wird mit dem Postscheckamt zum Stephanplatz das Geviert des Gebäudes geschlossen.
Stephanplatz um 1900. Noch steht ein Teil der alten Infanteriekaserne. Im Hintergrund rechts der Neubau der Reichspost.
StadtAK 8/PBS oXIVa 409
10. November 1900
Feierliche Einweihung des nach Plänen von Friedrich Ratzel erbauten Kunstvereinsgebäudes an der Waldstraße.
22. Dezember 1900
Als erster mehrerer neuer Streckenabschnitte wird die Straßenbahnlinie vom Mühlburger Tor über die Schillerstraße zum Kühlen Krug eröffnet.
1901
Anlage des heutigen Stephanplatzes. Zuvor wird die alte städtische Kaserne abgerissen. Auf dem nördlichen Platzteil findet der vom Ludwigsplatz verlegte Wochenmarkt statt.
1901
Gründung des Bürgerverein Altstadt. 1955 und nochmals 1974 wird er jeweils wiederbelebt.
1901
Das Flussbaulaboratorium der Technischen Hochschule zur Untersuchung und Simulierung von strömungsdynamischen Abläufen nimmt seinen Betrieb auf.
10. April 1901
Das in städtischer Regie betriebene Elektrizitätsversorgungswerk nimmt den Betrieb auf. Es wurde von der hier ansässigen Gesellschaft für elektrische Industrie beim Rheinhafen errichtet.
Das Städtische Elektrizitätswerk am Rheinhafen.
StadtAK 8/PBS oXIVa 97
1. Mai 1901
Nachdem am 22. April das erste Schiff eingelaufen ist, wird der Rheinhafen offiziell für den Verkehr freigegeben. Die feierliche Einweihung findet erst am 27. Mai 1902 statt im Rahmen der Feiern des 50-jährigen Regierungsjubiläums des Großherzogs Friedrich I.
5. Mai - 30. September 1901
Der Kunstgewerbeverein veranstaltet die erste Glasmalereiausstellung in Deutschland.
1. Oktober 1901
Die Großherzogliche Majolika-Manufaktur nimmt in einem Werkstattgebäude in der Hoffstraße ihre Arbeit auf. Die im Hardtwald gelegenen Neubauten der Majolika-Manufaktur sind 1909 fertig gestellt.
26. Oktober 1901
Feierliche Einweihung der Bernharduskirche am Durlacher Tor, deren Grundstein am 28. Juni 1896 gelegt wurde. Die Pläne fertigte der erzbischöfliche Baudirektor Max Meckel. Ihr Namenspatron ist der 1458 verstorbene selige Bernhard, Markgraf von Baden.
13. November 1901
Eröffnung einer vom Bürgerausschuss genehmigten Volkslesehalle in der Waldhornstraße, in der die politischen Zeitungen ärmeren Schichten zur Bildung eines eigenen Urteils zugänglich sein sollen. In der Folgezeit werden mehrere wechselnde Leseräume eingerichtet.
1902
Großherzog Friedrich I., seit 1900 erster Dr.-Ing. ehrenhalber, entspricht einer Bitte der Hochschule und genehmigt ihr, sich ihm zu Ehren "Fridericiana" zu nennen.
April 1902
Zum 50-jährigen Regierungsjubiläum des Großherzogs Friedrich I. finden zahlreiche Feiern statt, eine Kunst- und eine Gartenausstellung werden veranstaltet. Die Karlsruher sammeln knapp 80.000 Mark für die wohltätige Großherzog-Friedrich-Jubiläumsstiftung.
13. Juni 1902
Der badische Landtag bewilligt weitere Mittel zum Kauf von Gelände südlich des Lauterbergs für die Neuanlage des Karlsruher Hauptbahnhofs. Damit ist auch der heftige Streit in der Stadt über die Hauptbahnhoffrage beendet.
16. Oktober 1902
Bezug der Nebeniusschule in der Südstadt.
13. November 1902
Gründung eines Karnevalsvereins, der 1903 bis 1910 jeweils einen Maskenzug durch die Stadt veranstaltet. Der Verein löst sich am 7. November 1911 auf.
1903
Die Allgemeine Versorgungsanstalt erhält mit einer neuen Satzung den Namen "Karlsruher Lebensversicherung".
1. Januar 1903
Das seit 1856 bestehende Bankhaus Eduard Koelle wird von der Oberrheinischen Bank übernommen. Diese hatte hier seit 1900 eine Filiale und wird am 19. Dezember mit der Rheinischen Creditbank fusioniert.
26. März 1903
Der Erwerb der Straßenbahn durch die Stadt für 6,3 Millionen Mark wird mit der Eintragung im Handelsregister vollzogen.
27. September 1903
In Mühlburg wird die 1786 erbaute evangelische Kirche völlig renoviert. Sie trägt nun den Namen Karl-Friedrich-Gedächtniskirche.
2. November 1903
Mehrere Karlsruher gründen den "Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs", der von der Stadt gefördert wird.
7. Dezember 1903
Fertigstellung des Krematoriums im Hauptfriedhof, in dem im April 1904 die erste Feuerbestattung stattfindet. 1909 wird nach dem Entwurf von August Stürzenacker der Bestattungsplatz für die Urnen architektonisch und gärtnerisch gestaltet.
3. Mai 1904
Einrichtung eines Marktes auf dem Werderplatz.
3. Juli 1904
Feierliche Enthüllung des von Friedrich Moest geschaffenen Bismarck-Denkmals vor dem Portal der Festhalle. Seit 1953 steht das Denkmal vor dem Bismarckgymnasium in der Bismarckstraße.
1905
Die älteste deutsche Fabrik für Feuerwehrgeräte von Carl Metz verlegt ihren Betrieb nach Karlsruhe. Eröffnung des nach Plänen von Friedrich Ratzel ausgeführten Neubaus für das Generallandesarchiv und den Verwaltungsgerichtshof an der Hildapromenade.
1905
Fertigstellung des Brunnens auf dem Stephanplatz, den Hermann Billing (Architektur) und Hermann Binz (Plastik) geschaffen haben.
1. Mai 1905
Die 1891 geschaffene Arbeitsvermittlung wird von der Stadt übernommen und erhält am 1. Oktober 1907 die Bezeichnung Städtisches Arbeitsamt.
9. Mai 1905
Zum Abschluss verschiedener Feiern zum 100. Todestag Friedrich Schillers läuten von 17.00 Uhr bis 17.30 Uhr sämtliche Kirchenglocken der Stadt. Am gleichen Tag wird die Schiller-Schule an der Kapellenstraße eingeweiht. Das Karlsruher Theater führt in der Spielzeit 1904/05 sämtliche Schiller-Dramen in der Reihenfolge ihrer Entstehung auf.
19./28. Oktober 1905
Bei den Landtagswahlen, die erstmals als Direktwahl ohne Zwischenschaltung eines Wahlmännergremiums durchgeführt werden, gewinnen die Liberalen und die Sozialdemokraten je zwei der vier Karlsruher Wahlkreise.
1906
In einem Ortsstatut wird der Schulzwang für Gehilfen und Lehrlinge unter 18 Jahren angeordnet. Dies gilt erstmals in Deutschland auch für Mädchen, die in der Gewerbeschule nun die nötige Fachbildung für ihren Beruf erhalten.
8. Mai 1906
Der Bürgerausschuss stimmt dem Verkauf der städtischen Maxau-Bahn an das Land Baden zu. Die Maxau-Bahn hatte durch neue Bahnlinien und die Eröffnung des Rheinhafens ihre Bedeutung verloren.
14. Juli - 24. September 1906
In diesen Wochen finden zahlreiche Feiern zum 80. Geburtstag des Großherzogs Friedrich I., zur Goldenen Hochzeit des Großherzogs Friedrich I. mit Großherzogin Luise und der Silberhochzeit des schwedischen Kronprinzenpaares statt. Zu den Feierlichkeiten kommen allein mit der Eisenbahn zwischen dem 15. und 23. September etwa 150.000 Menschen nach Karlsruhe.
Festlichkeiten am Badischen Hof 1906
13. August 1906
Eröffnung des Neubaus für die Pfandleihkasse in der Schwanenstraße 6.
31. August 1906
Eröffnung einer Stadtgeschichtlichen Ausstellung. Sie findet wie einige andere Ausstellungen in diesem Jahr statt aus Anlass von drei Jubiläumstagen. Friedrich I. ist 50 Jahre Großherzog, er wird 80 Jahre und feiert Goldene Hochzeit.
6. Dezember 1906
Tod des Oberbürgermeisters Karl Schnetzler, für den 1913 ein Denkmal in Auftrag gegeben und nach dem Ersten Weltkrieg am 13. Dezember 1919 in der Bahnhofstraße enthüllt wird. Die Büste schuf Otto Feist und die Architektur Wilhelm Vittali. Zum Nachfolger Schnetzlers wird am 22. Dezember der bisherige Bürgermeister Karl Siegrist gewählt.
1907
An der Technischen Hochschule richtet Prof. Dr. Hans Bunte die erste gastechnische Forschungs- und Versuchsanstalt der Welt ein.
1907
Fertigstellung der Telegraphen-Kaserne an der Hertzstraße. Das Rathaus wird durch eine Brücke mit dem Gebäude Karl-Friedrich-Straße 8 verbunden.
Januar 1907
Eingemeindung Beiertheims, Rintheims und Rüppurrs nach teilweise 30 Jahre geführten Verhandlungen.
13. März 1907
Gründung der Genossenschaft Gartenstadt, der ersten ihrer Art in Deutschland. Bis 1. Juli 1912 sind in Rüppurr 61 Häuser bezogen. Gründer der Genossenschaft ist Hans Kampffmeyer, an den Bauplänen wirken Karl Kohler, Friedrich Ostendorf und Max Laeuger mit.
Max Laeuger
4. August 1907
Im "Kinematographen" in der Waldstraße 26 ist der erste ortsfeste Kinoraum etabliert. Kurz darauf nennt er sich Thalia-Theater.
31. August 1907
In das nach Plänen von Wilhelm Strieder gebaute neue Städtische Krankenhaus an der Moltkestraße westlich der Infanteriekaserne und südlich des großen Exerzierplatzes werden die Kranken aus dem alten Haus in der Spitalstraße verlegt.
28. September 1907
Glockengeläut verkündet um 9.30 Uhr das Ableben von Großherzog Friedrich I., der auf der Insel Mainau um 9.00 Uhr gestorben ist. Öffentliche und private Gebäude zeigen Trauerfahnen, zahlreiche Einwohner legen Trauerkleidung an.
Tod Großherzogs Friedrich I.
Oktober 1907
In einem Zelt, das 2.500 Sitzplätze bietet, führt auf einer 80 qm großen Bildfläche ein Tournee-Unternehmen zweimal täglich ein zweistündiges Filmprogramm vor.
3. Oktober 1907
Der Leichnam des Großherzogs Friedrich I. kommt in die trauernde Stadt. An der Bahre in der Schlosskirche erweisen allein am 4. Oktober mehr als 20.000 Menschen dem Toten die letzte Ehre. Am 7. Oktober finden in Anwesenheit des Kaisers Wilhelm II. die Trauerfeierlichkeiten statt. Der Leichnam wird im Mausoleum beigesetzt.
10. November 1907
Einweihung der Lutherkirche an der Durlacher Allee, die von dem Architekturbüro Curjel & Moser im romanischen Stil geplant wurde.
27. November 1907
Die bisher im Rathaus untergebrachte Sparkasse bezieht in der Karl-Friedrich-Straße 8 neue Räume.
1908
Vollendung des an der Kaiserallee gelegenen Gebäudekomplexes der Gutenbergschule durch den Bau Ecke Goethe-/Nelkenstraße.
1908
Albert Geiger, der 1902 den "Verein Heimatliche Kunstpflege" gegründet hat, veröffentlicht seinen Roman "Martin Staub", dessen Schauplatz Karlsruhe ist. Sein nach 1910 geschriebenes Werk "Die versunkene Stadt" trägt unverhüllt autobiographische Züge und gibt Einblicke in das lokale Geschehen seiner Zeit. Das Buch ist posthum 1924 erschienen.
12. September 1908
Für einen Teil des Realgymnasiums beginnt im Neubau der Goetheschule an der Renckstraße der Unterricht. Die offizielle Einweihung des Gebäudes findet am 8. Dezember statt.
18. Oktober 1908
Die Bonifatiuskirche in der Weststadt wird eingeweiht.
15. Dezember 1908
Eröffnung des ersten Kinoneubaus. Das Residenztheater in der Waldstraße verfügt über 300 Sitzplätze. Weitere sieben Kinos folgen bis 1912.
1909
Der Verein Bildender Künstler erwirbt am Karlstor das Karlsruher Künstlerhaus, ehemals das Palais Berckholtz.
Das Karlstor um 1910. Im Vordergrund die beiden 1912 abgebrochenen Torhäuschen, links das Künstlerhaus, ehemals Palais Berckholtz, rechts das Weltzienhaus. StadtAK 8/PBS oXIIIb 132
1909
Dem Professor für Physikalische Chemie an der Technischen Hochschule, Fritz Haber, gelingt die Darstellung von synthetischem Ammoniak. Dafür erhält er 1918 den Nobelpreis.
1909
Bildung einer Sozialdemokratischen Frauengruppe unter Leitung von Kunigunde Fischer, der im November 1910 etwa 150 Frauen angehören.
1. Januar 1909
Eingemeindung Grünwinkels durch Landesgesetz vom 19. September 1908.
1. Mai 1909
Verlegung des Marktes vom Promenadenweg der Sophienstraße (seit 3. Mai 1904) auf den Gutenbergplatz.
14. Mai 1909
Durch Ortsstatut wird die Stelle eines Dritten Bürgermeister geschaffen, um den gestiegenen Anforderungen an die Verwaltung gerecht zu werden.
30. Mai 1909
Der FC Phönix, gegründet am 6. Juni 1894, wird in Breslau mit einem Sieg über Viktoria Berlin Deutscher Fußballmeister.
2. Oktober 1909
In der Staatlichen Kunsthalle wird die "Hans-Thoma-Kapelle" eingeweiht.
21. Oktober 1909
Bei den Landtagswahlen erhält die SPD drei und die Nationalliberalen eines der vier Karlsruher Mandate.