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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Digitale Angebote: Stadtchronik Karlsruhe


 

Die Chronik bietet Einträge zur Geschichte der Stadt Karlsruhe von ihrer Gründung als Residenz­stadt im Jahre 1715 an bis in die Gegenwart als Zentrum der Techno­lo­gie­Re­gion Karlsruhe. Stadt­teilchro­ni­ken der einge­mein­de­ten, ehemals selbstän­di­gen Stadtteile, die zum Teil sehr viel älter sind als Karlsruhe, liefern histo­ri­sche Infor­ma­tio­nen über die Entwick­lung des geogra­fi­schen Raumes, den die Großstadt Karlsruhe heute einnimmt. Die den Einträgen zugeord­ne­ten Bilder veran­schau­li­chen auch das jeweilige Zeitko­lo­rit, und an der Folge histo­ri­scher Stadtpläne kann die stadt­pla­ne­ri­sche Entwick­lung nachvoll­zo­gen werden.

 
1890
Gründung eines Katholischen Arbeitervereins. Im Osten der Stadt vor dem Durlacher Tor wird ein Wohn- und Industriegebiet erschlossen. Dort siedeln sich u. a. die Parfümeriefabrik Wolff & Sohn, die Nähmaschinenfabrik Haid & Neu und die Bierbrauerei Hoepfner an. Verlängerung der Kreuzstraße zur Kriegsstraße.
1890
Gründung des "1. Fußballverein Sport Mühlburg", aus dem 1933 nach mehrfachen Fusionen der "VfB Mühlburg" entsteht.
20. Februar 1890
Nach lebhaftem Wahlkampf siegt bei den Reichstagswahlen der nationalliberale Kandidat vor dem der SPD und dem des Zentrums, der freisinnigen und der demokratischen Partei. Der Vorsprung der Nationalliberale war gegenüber früheren Wahlen erheblich geringer.
April 1890
Bei den Wahlen zum Bürgerausschuss erhalten in diesem bisher nur mit Vertretern der Nationalliberalen Partei besetzten Gremium erstmals trotz des bestehenden Dreiklassenwahlrechts drei Sozialdemokraten ein Mandat. Ihre Zahl wächst 1896 auf zwölf.
Mai 1890
Am Abend kommen erstmals mehrere hundert Arbeiter und zahlreiche Polizeispitzel im Saal des Wirtes August Kasper in der Schützenstraße zusammen und hören Reden zu den Forderungen der Arbeiterbewegung. Am folgenden Sonntag den 4. Mai wird ein Maiausflug organisiert.
3. Mai 1890
Eröffnung des vom Frauenverein getragenen "Ludwig-Wilhelm-Krankenheim" an der Kaiserallee 10. In ihm geht die frühere Vereinsklinik auf und sie beherbergt das Mutterhaus der Schwesternschaft des Frauenvereins.
25. Mai 1890
Im Stadtgarten wird das Schwarzwaldhaus eröffnet und die Radfahrerbahn eingeweiht.
Das Schwarzwaldhaus im Stadtgarten am Lauterberg vor 1896, rechts ein Stück der Radrennbahn um den See. Das Schwarzwaldhaus wurde 1944 durch Bomben zerstört.
StadtAK 8/PBS oXIIIc 225
6. Oktober 1890
Die Lokalbahn Durmersheim-Spöck, eine dampfgetriebene Schmalspurbahn, eröffnet den Betrieb Durmersheim-Karlsruhe. Die Strecke Karlsruhe-Spöck wird am 29. Januar 1891 eingeweiht.
6./7. Dezember 1890
Die Uraufführung der "Trojaner" von Hector Berlioz wird zu einem europäischen Musikereignis.
1891
Eröffnung des Varieté-Theaters Colosseum in der Waldstraße.
1891
In dem nun für die Öffentlichkeit freigegebenen Erbprinzengarten wird nahe der Kriegsstraße die Nymphengruppe und der naturnah neu angelegte See übergeben. Die Figurengruppe ist von Heinrich Weltring gestaltet, gestiftet wird die gesamte Anlage von Wilhelm Lorenz.
12. Februar 1891
Eröffnung einer Anstalt für Arbeitsnachweise in der Kreuzstraße 17. Als privates Institut von zwölf gemeinnützigen Vereinen, ist es allen Arbeitgebern und -nehmern zugänglich.
29. März 1891
Bei einem großen Brand in der Seminarstraße kommen zwei Menschen ums Leben. Daraufhin wird die Schaffung einer Berufsfeuerwehr erörtert, jedoch ohne Ergebnis. Es werden aber zur rascheren Feuerbekämpfung im ganzen Stadtgebiet Feuermelder eingerichtet. Seit 1. Dezember 1892 gibt es eine Feuernachtwache, seit 1. Juli 1908 eine ständige Feuerwache.
28. Juni - 24. September 1891
Im Orangeriegebäude findet eine Fächerausstellung statt.
Juli 1891
Neues Schützenhaus an der Linkenheimer Allee eröffnet.
August 1891
Mit der Fertigstellung der von der Eisengießerei Seneca hergestellten Hirschbrücke über die Bahnlinie wird die Weiterführung der Hirschstraße nach Süden ermöglicht.
1. August 1891
Der am 17. November 1888 erneut gegründete Metallarbeiterfachverein wird Verwaltungsstelle Karlsruhe des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes.
17. November 1891
Gründung des ersten Karlsruher Fußballvereins KFV.
9. Dezember 1891
In der katholischen Liebfrauenkirche in der Südstadt wird erstmals ein Gottesdienst abgehalten. Die feierliche Weihe ist am 16. Oktober 1892.
Die katholische Liebfrauenkirche in der Südtstadt. StadtAK 8/PBS XIVc 31
1. April 1892
In dem 1891 fertig gestellten Gebäude der neuen Kadettenanstalt an der Moltkestraße (heute Oberfinanzdirektion) beginnt der Unterricht.
11. April 1892
Tod des Oberbürgermeisters Wilhelm Lauter. Am 15. Oktober 1895 wird am Stadtgartensee ein von Hermann Volz und Wilhelm Strieder entworfenes Denkmal des Verstorbenen enthüllt.
25. April 1892
Wahl Karl Schnetzlers zum neuen Oberbürgermeister.
15. Oktober 1892
Einweihung der Karl-Wilhelm-Schule am Durlacher Tor (Architekt Wilhelm Strieder).
19. November 1892
Feierliche Enthüllung des von Hermann Volz geschaffenen Scheffel-Denkmals auf dem heutigen Scheffelplatz.
1893
Gründung des Malerinnenvereins.
1893
Der Spitalplatz und die Spitalstraße werden in Markgrafenstraße und Lidellplatz umbenannt. Der Kammerrat Christoph Friedrich Lidell hatte der Stadt 1792 einen großen Betrag gestiftet, aus dessen Erträgen arme Kranke versorgt wurden.
1. April 1893
Gründung des Gewerkschaftskartells Karlsruhe.
5. - 12. Mai 1893
Veranstaltung einer Berlioz-Woche. Zahlreiche auswärtige Gäste kommen zu den von Felix Mottl geleiteten Aufführungen der Werke des französischen Komponisten in die Stadt.
12. Juni 1893
Der neue Hochbehälter der städtischen Wasserwerke geht in Betrieb. Die damit verbundenen weiteren Verbesserungen sichern die Leistungsfähigkeit der Wasserversorgung. Der Hochbehälter liegt in einer künstlichen, landschaftsgärtnerisch gestalteten Aufschüttung im Stadtgarten. Zu Ehren des 1892 verstorbenen Oberbürgermeisters Wilhelm Lauter erhält der Hügel den Namen Lauterberg.
24. Juli 1893
Der Bürgerausschuss bewilligt 6.000 Mark zur Ausarbeitung von Plänen für eine Verbindung von Stadt und Rhein durch einen Stichkanal. Beauftragt wird Stadtbaumeister Hermann Schück.
16. September 1893
Der "Verein Frauenbildungsreform", dessen Ortsgruppe seit 1888 in Karlsruhe arbeitet, gründet das erste deutsche Mädchengymnasium, das heutige Lessing-Gymnasium. Erster Leiter wird Prof. Dr. G. Haag aus Bern.
24. September 1893
Enthüllung des Drais-Denkmals an der Kriegsstraße, das vom Deutschen Radfahrerbund gestiftet wurde.
1894
Erweiterung des Stadtgartens nach Süden und Westen.
Februar 1894
Die am 20. August 1891 vom Stadtrat beschlossene Wohnungsuntersuchung in der Stadt ist abgeschlossen. Sie ergibt, dass trotz einer Reihe von Mißständen kein Wohnungselend wie in anderen großen Städten herrscht.
23. Oktober 1894
Die ersten Soldaten ziehen in die neue Infanteriekaserne Moltkestraße 4 ein.
1. September - 15. Oktober 1895
Der Karlsruher Gewerbeverein veranstaltet eine Elektrische Ausstellung. Sie führt Anwendungsmöglichkeiten der Elektrizität im privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereich vor.
1896
Die Stadt erhält die Siegelsche Sammlung europäischer Druckgraphik geschenkt. Sie bildet den Grundstock der Städtischen Kunstsammlung.
1896
Gründung des Künstlerbundes Karlsruhe durch Leopold Graf von Kalckreuth.
1896
Im Realgymnasium in der späteren Englerstraße beginnt in diesem Schuljahr der Unterricht nach einem reformierten Lehrplan. In dieser vom Stadtrat schon 1890 gewünschten Reformschule erhalten in den fünf unteren Klassen alle Schüler den gleichen Unterricht, erst dann findet eine Differenzierung in Gymnasium und Realgymnasium statt. Dies wird ein Vorbild für Reformen im Schulwesen.
8. Januar 1896
Die Höhere Bürgerschule, seit 1891 Oberrealschule, bezieht in Anwesenheit des Großherzogs den von Wilhelm Strieder geplanten Neubau in der Kaiserallee 6. Sie erhält den Namen Friedrichsschule (heute Helmholtzgymnasium).
12. Mai 1896
Der Bürgerausschuss beschließt den Bau des Rheinhafens. Der Landtag bewilligt dazu einen Zuschuss von zwei Millionen Mark.
4. Juni 1896
Erste Fronleichnamsprozession in der Stadt, nachdem diese in dem eingemeindeten Mühlburg seit 1887 stattfinden.
29. Juni 1896
Die nach einem Vorentwurf von Franz Baer von Jakob Friedrich Hemberger und seinem Sohn Hermann Hemberger ausgeführte Grabstätte der badischen Fürsten, das Mausoleum im Fasanengarten, wird eingeweiht.
9. September 1896
Zum 70. Geburtstag huldigt die Stadt und das Land dem Großherzog mit einem Festzug, an dem etwa 4.000 Menschen beteiligt sind.
1897
Fertigstellung des Erbgroßherzoglichen Palais an der Kriegsstraße und des Gefängnisgebäudes, beide erbaut nach Plänen von Josef Durm.
1897
Ein Ortsstatut legt fest, dass der Hardtwaldstadtteil und die Zone um die heutige Reinhold-Frank- und die Kriegsstraße, die westliche Stadterweiterung also, von Gewerbe frei bleiben soll. Gründung des Mieter- und Bauvereins. Er kann bis 1911 insgesamt 411 Wohnungen erstellen und damit der Mietteuerung entgegenwirken.
8. Juni 1897
Einweihung der nach Plänen von Carl Schäfer erbauten Altkatholischen Kirche an der heutigen Röntgenstraße.
Juli 1897
Eröffnung des Erweiterungsbaus der Kunsthalle an der Waldstraße, dessen Pläne Josef Durm entworfen hat.
18. Oktober 1897
Das von der Stadt in Auftrag gegebene und von Adolf Heer entworfene Denkmal für Kaiser Wilhelm I. wird am Mühlburger Tor in dem 1889 angelegten Platz feierlich enthüllt.
1898
Errichtung des Elektrotechnischen Instituts der Technischen Hochschule unter Leitung von Prof. Engelbert Arnold.
1898
Die Dragoner beziehen ihre neue Kaserne an der Kaiserallee 18.
17. - 19. Mai 1898
Festliche Einweihung mehrerer Hochschulbauten, vor allem des Aula- und Hörsaalbaus, der von Josef Durm geplant worden ist.
14. Juni 1898
Der Bürgerausschuss genehmigt die Übernahme des Mädchengymnasiums (Lessinggymnasium) durch die Stadt. Ein Jahr später bestehen die ersten vier Abiturientinnen die Abschlussprüfung.
16. Juni 1898
Bei den Reichstagswahlen erhält erstmals ein sozialdemokratischer Kandidat, der Redakteur Adolf Geck, sowohl in Karlsruhe wie im ganzen Wahlkreis die Mehrheit der Stimmen und zieht in den Reichstag ein. Geck behält das Mandat bis zu den Wahlen im Jahre 1912.
2. Juli 1898
Die Nahverkehrsbahn über Ettlingen in das Albtal erreicht Herrenalb. Die Seitenstrecke über Ittersbach, Brötzingen nach Pforzheim ist am 2. Juli 1901 fertig gestellt.
September 1898
Beginn der Bauarbeiten für den Rheinhafen.
24. Oktober 1898
Der Bürgerausschuss und der Stadtrat entscheiden sich in der umstrittenen Hauptbahnhoffrage für dessen Hochlegung an der alten Stelle an der Kriegsstraße mit Unterführung der Straßen.
November 1898
Gründung der "Badischen Feuerversicherungsbank".
1899
Hans Thoma kommt als Professor der Kunstakademie und Direktor der Kunsthalle nach Karlsruhe.
1899
Die Stadt erschließt im Südwesten bei Grünwinkel ein weiteres Industriegebiet. Hier entstehen Gebäude der Maschinenbaugesellschaft, Neubauten der hier ansässigen Sinner AG, der Kunstwollfabrik Vogel & Schnurmann, von Junker & Ruh und der Gesellschaft für Elektrische Industrie Karlsruhe.
1899
Gründung des Vereins für Volksbildung.
1. April 1899
Das sozialdemokratische Parteiblatt "Volksfreund", bisher in Offenburg herausgegeben, erscheint nun in Karlsruhe.
3. Oktober 1899
Das neue Waisenhaus in der Stösserstraße 17 ist bezugsfertig.