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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Digitale Angebote: Stadtchronik Karlsruhe


 

Die Chronik bietet Einträge zur Geschichte der Stadt Karlsruhe von ihrer Gründung als Residenz­stadt im Jahre 1715 an bis in die Gegenwart als Zentrum der Techno­lo­gie­Re­gion Karlsruhe. Stadt­teilchro­ni­ken der einge­mein­de­ten, ehemals selbstän­di­gen Stadtteile, die zum Teil sehr viel älter sind als Karlsruhe, liefern histo­ri­sche Infor­ma­tio­nen über die Entwick­lung des geogra­fi­schen Raumes, den die Großstadt Karlsruhe heute einnimmt. Die den Einträgen zugeord­ne­ten Bilder veran­schau­li­chen auch das jeweilige Zeitko­lo­rit, und an der Folge histo­ri­scher Stadtpläne kann die stadt­pla­ne­ri­sche Entwick­lung nachvoll­zo­gen werden.

 
1860
Anlage der ersten Straße im Bahnhofsviertel, später Südstadt genannt, in dem 1858 schon die ersten Arbeiterwohnungen entstanden waren.
19., 31. Januar, 9. März 1860
In Petitionen an die erste und zweite Kammer des badischen Landtags wenden sich zahlreiche Karlsruher gegen das Konkordat, den Vertrag zwischen dem Staat und dem Papst, in dem die Beziehungen zwischen Staat und katholischer Kirche in Baden neu geregelt werden sollen.
12. Februar 1860
Der Katholische Verein beschließt, eine Dankadresse an den Großherzog zu richten für den Abschluss des Konkordats und diese in der Sakristei der katholischen Kirche zur Unterzeichnung aufzulegen.
7. April 1860
Aus Anlass der Proklamation von Großherzog Friedrich I., dass der Grundsatz freier Entfaltung im Staatsleben fruchtbar werden solle, "um alle Teile des ganzen zu dem Einklange zu vereinen, in welchem die gesetzliche Freiheit ihre segenbringende Kraft bewähren kann", wird die Stadt mit Fahnen geschmückt.
14. April 1860
Gründung der Firma Haid & Neu, die seit 1862 Nähmaschinen herstellt.
Haid & Neu
3. - 5. September 1860
Der Professor für Chemie, Karl Weltzien, organisiert in Karlsruhe den ersten internationalen Chemikerkongress.
1861
Die Verlängerung der Ritterstraße wird zur Bebauung freigegeben.
1861
Gründung der Gesellschaft "Bärenzwinger". Sie geht hervor aus einem seit 1836 existierenden Stammtisch, der sich im Sommer im "Promenadenhaus" traf. Dieser Stammtisch unterstützte maßgeblich die Bildung einer neuen Lesegesellschaft im Jahre 1851, die seit 1861 im "Weißen Bären" tagt und sich danach benennt.
1861
Gründung einer Ortsgruppe des Nationalvereins, der eine bundesstaatliche Einigung Deutschlands anstrebt.
15. August - 27. September 1861
Der Gewerbeverein veranstaltet eine "Allgemeine Landes-Industrieausstellung", die über 100.000 Besucher anzieht.
6. November 1861
Konstituierung des "Philharmonischen Vereins". Er läuft unter seinen Leitern Johann W. Kalliwoda, Hermann Levi, Otto Dessoff und Felix Mottl dem "Cäcilienverein" bald den künstlerischen und gesellschaftlichen Rang ab. Klassische und neuere Chorwerke finden sich unter den Aufführungen. Im Winter 1898/99 wird der Verein aufgelöst.
8. November 1861
Richard Wagners Gesuch, sich gegen ein festes Gehalt, aber ohne eigentliches Amt in Karlsruhe niederzulassen, wird vom Großherzog abgelehnt.
1862
Die Adlerstraße wird zur Kriegsstraße verlängert.
1862
Baubeginn eines Wasserwerks für den Schlossbezirk im Hardtwald (bei der heutigen Majolika). Gründung des "Naturwissenschaftlichen Vereins". Am 10. Juli 1903 findet die 600. Versammlung statt, der Verein hat 213 Mitglieder.
10. Februar 1862
Gründung eines Arbeiterbildungsvereins. Dieser unter Leitung bürgerlicher Honoratioren stehende Verein legt am 16. Juli 1865 den Grundstein zu einem eigenen Haus in der Wilhelmstraße. Zweck des Vereins ist die allgemeine Bildung und belehrende Unterhaltung, von Konfession und Politik soll er sich fernhalten.
4. August 1862
Die von der Stadt erbaute Eisenbahnlinie Karlsruhe-Maxau wird festlich eröffnet. Die Maxau-Bahn stellt zusammen mit der linksrheinischen Bahnlinie von Winden an den Rhein die für Kohlelieferungen wichtige Verbindung an die Saar her.
15. September 1862
In Karlsruhe wird der Oberschulrat als Aufsichtsbehörde konstituiert.
1863
Freigabe des Baugebiets zwischen Karl-, Kriegs- und verlängerter Sophienstraße.
1863
Der "Badische Beobachter" erscheint als Organ der Katholischen Volkspartei.
22. August 1863
Oberbürgermeister Malsch verkündet vom Rathaus vor zahlreichem Publikum das erste bürgerliche Eheaufgebot.
September 1863
Nach der Auflösung der Zunft, die das Gesetz über die Gewerbefreiheit vom 20. September 1862 vorsah, wird auch die Handelskammer umgebildet und erhält unter dem Namen "Handelskammer der Großherzoglichen Residenzstadt Karlsruhe" die staatliche Anerkennung. 1869 wird sie umbenannt in "Handelskammer der Stadt Karlsruhe".
18. Oktober 1863
Der 50. Jahrestag der Schlacht bei Leipzig wird mit nationalem Pathos gefeiert.
19. Oktober 1863
Die erste Realschule wird in einem Neubau am Zirkel 22 eröffnet. Am 9. Oktober 1868 erfolgt die Umbenennung in Realgymnasium. Die lateinlosen Klassen werden im Herbst 1871 als Höhere Bürgerschule abgetrennt. Das Realgymnasium bezieht am 8. Juni 1876 einen Neubau in der heutigen Englerstraße 12.
14./19. November 1863
Richard Wagner dirigiert zwei Konzerte mit seinen Werken.
1864
Verlängerung der Hirschstraße über die Sophien- zur Kriegsstraße.
1864
Gründung der Landwirtschaftliche Winterschule, die mit der Obstbauschule vereinigt wird. 1892/94 wird sie auf den Augustenberg in Durlach verlegt.
1864
Hermann Levi wird Hofkapellmeister. Er verlässt Karlsruhe 1873.
29. Juli 1864
Durch Gesetz wird die bisher von den Geistlichen im Auftrag des Staates wahrgenommene Schulaufsicht dem Ortsschulrat übertragen.
23. - 26. August 1864
Zweites Musikfest in Karlsruhe. Zahlreiche neuere Werke werden von ihren Komponisten selbst dirigiert.
1. Oktober 1864
In der Folge der neuen Gerichts- und Verwaltungsorganisation erhält Karlsruhe ein Kreis- und Hofgericht, das neue Bezirksamt beginnt seine Tätigkeit am 28. Oktober.
1865
Neuanlage der Viktoriastraße.
1865
Nach den Vorstellungen von Prof. Franz Grashof, Nachfolger auf dem Lehrstuhl Redtenbachers für Maschinenbau, wird das Polytechnikum reformiert. Das Staatsministerium verleiht ihm den "Charakter einer technischen Hochschule".
Franz Grashof
1865
Als erste Gewerkschaft in der Stadt bilden die Buchdrucker eine Vereinigung.
10. Januar 1865
Erste Sitzung des neu geschaffenen Verwaltungsgerichtshofes.
26. Februar 1865
Gemeinderat und Bürgerausschuss richten eine Dankadresse an den Großherzog, die im Rathaus drei Tage zur Unterschrift für alle Einwohner auslag. Stadtverwaltung und Vertretung der Bürgerschaft beziehen darin in scharfen Worten in der Auseinandersetzung um die Schulaufsicht Stellung gegen die katholische Kirche, die ihren Geistlichen die Beteiligung an den neu zu bildenden Ortsschulräten untersagte. Anlass des Schreibens war die Haltung des Großherzogs, der die in großer Zahl an ihn gerichteten Petitionen gegen das Gesetz über die Aufsichtsbehörden für die Volksschulen als Umgehung des konstitutionell vorgeschriebenen Weges bezeichnet hat.
8. Mai 1865
Der Güterverkehr über die am 22. April fertig gestellte Eisenbahn-Schiffsbrücke über den Rhein wird aufgenommen. Am 1. Juli beginnt auch der Personenverkehr. Diese Brücke bei Maxau ist die erste dieser Art in Deutschland.
23. Mai 1865
Gründung der Landesgewerbehalle. Ihr Ziel ist es, durch Bekanntmachungen des technischen Fortschritts die heimische Industrie zu fördern. Ihr erster Leiter wird bis 1905 Prof. Dr. Heinrich Meidinger.
Heinrich Meidinger
30. Juni 1865
Gründung des "Katholischen Männervereins Konkordia".
9. September 1865
Der Tiergarten beim Sallenwäldchen wird vom "Badischen Verein für Geflügelzucht" eröffnet. Bewirtschaftung und musikalische Darbietungen machen ihn bald zu einem beliebten Ausflugsziel der Karlsruher. Trotz jährlicher Unterstützung durch die Stadt und Förderung von Bürgern bleibt die Existenz des Tiergartens bis 1869 ungewiss.
1. Dezember 1865
Johannes Brahms wirkt bei der Uraufführung seines Horntrios mit. In der Folgezeit hält er sich häufig in Karlsruhe auf.
1866
Fertigstellung eines Neubaus der Artilleriekaserne Gottesaue.
1866
Gründung der Badenia-Verlagsgesellschaft.
1867
Einführung einer akademischen Abschlussprüfung (Diplom) in den technisch-wissenschaftlichen Fächern des Polytechnikums.
1867
Dr. Gustav Wendt wird Direktor des Karlsruher Gymnasiums. Er übt das Amt bis 1907 aus. Als Mitglied des Oberschulrates, dem er über 30 Jahre angehört, hat er großen Einfluss auf die Entwicklung des Gymnasialunterrichts.
Gustav Wendt
1868
Verleihung des Habilitationsrechts an das Polytechnikum für die Fächer Mathematik, Naturwissenschaften, Maschinenbau und Ingenieurwissenschaften.
1868
Der Wassermangel im Stadtbereich veranlasst zum Bau eines städtischen Wasserwerks im Durlacher Wald auf Rüppurrer Gemarkung und zur Verlegung entsprechender Versorgungsleitungen. Der Wasserturm wird Ende 1870 fertig gestellt. Im Mai 1871 geht die 1,3 Millionen Mark teure Anlage in Betrieb.
1868
Baubeginn der 1870 fertig gestellten Hebelschule in der Kreuzstraße 15.
1868
Einrichtung der staatlichen Turnlehreranstalt. Ihr Leiter Alfred Maul erwirbt sich große Verdienste um das Schulturnen und die Deutsche Turnerschaft, deren Vorsitzender er von 1887 - 1895 wird.
Alfred Maul
1868
Ludwig Eichrodt veröffentlicht unter dem Titel "Rheinschwäbisch" eine Sammlung von Karlsruher Mundartgedichten.
Ludwig Eichrodt
2. Januar 1868
Das neue Handelsgericht beginnt seine Arbeit.
12. Februar 1868
Der Karlsruher Moritz Ellstätter wird badischer Finanzminister. Damit erhält erstmals ein Jude in einem deutschen Land ein Ministeramt.
Moritz Ellstätter
18. Februar 1868
Bei den Zollparlamentswahlen erhält der liberale Kandidat, der Bankier Eduard Koelle, in Karlsruhe 2.899 Stimmen und Freiherr August von Göler, Kandidat der Konservativen und der Katholischen Volkspartei, 509 Stimmen. Gewählt wird im Wahlkreis Karlsruhe-Bruchsal jedoch mit knapper Mehrheit Freiherr von Göler.
1869
Nach länger anhaltendem Streit spaltet sich von der jüdischen Gemeinde die orthodoxe "Israelitische Religionsgesellschaft" ab.
Februar 1869
Gründung der Zementwarenfabrik Dyckerhoff & Widmann, die später Weltruf erlangt. 1907 wird der Hauptsitz der Firma verlegt, in Karlsruhe bleibt eine Niederlassung für Südwestdeutschland.
5. Februar 1869
Ein halbes Jahr nach der Uraufführung in München erlebt Karlsruhe die Premiere der "Meistersinger" von Richard Wagner.
7. Februar 1869
Gründungsversammlung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, der 1873 bereits 460 Mitglieder zählt.
1. Mai 1869
Die Stadt übernimmt das Gaswerk in eigene Regie und senkt die Preise deutlich. Das Gaswerk und das im Bau befindliche Wasserwerk stehen am Anfang der heutigen Karlsruher Stadtwerke.
24. Juli 1869
Eine Gruppe liberaler Bürger, darunter Oberbürgermeister Jakob Malsch und die drei Karlsruher Landtagsabgeordneten, erläutert in einem Wahlaufruf die politischen Ziele der Nationalliberalen Partei. Zu Beginn des Jahres 1870 gibt die Partei, die hier auch über einen engeren Zusammenschluss in den süddeutschen Staaten berät, eine lithographierte Korrespondenz heraus. Deren Artikel werden zumeist in der "Karlsruher Zeitung" abgedruckt.
22. - 26. September 1869
Zum 50-jährigen Bestehen des Landwirtschaftlichen Vereins wird auf dem Schlossplatz und in der Orangerie eine Landwirtschaftliche Zentralausstellung veranstaltet.

 
 
 

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