Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt.

Karlsruhe: Stadtgeschichte

Digitale Angebote: Stadtchronik Karlsruhe


 

Die Chronik bietet Einträge zur Geschichte der Stadt Karlsruhe von ihrer Gründung als Residenz­stadt im Jahre 1715 an bis in die Gegenwart als Zentrum der Techno­lo­gie­Re­gion Karlsruhe. Stadt­teilchro­ni­ken der einge­mein­de­ten, ehemals selbstän­di­gen Stadtteile, die zum Teil sehr viel älter sind als Karlsruhe, liefern histo­ri­sche Infor­ma­tio­nen über die Entwick­lung des geogra­fi­schen Raumes, den die Großstadt Karlsruhe heute einnimmt. Die den Einträgen zugeord­ne­ten Bilder veran­schau­li­chen auch das jeweilige Zeitko­lo­rit, und an der Folge histo­ri­scher Stadtpläne kann die stadt­pla­ne­ri­sche Entwick­lung nachvoll­zo­gen werden.

 
1830
Mit der Gründung der städtischen Amortisationskasse beginnt eine systematische Tilgung städtischer Schulden. An der Stelle des kleinen Beiertheimer Pförtchens wird nach Plänen von Heinrich Hübsch das Karlstor errichtet.
30. März 1830
Tod des Großherzogs Ludwig. Seine Nachfolge tritt Großherzog Leopold an.
31. Mai 1830
Im damaligen Rheinhafen Schröck, der die Aufgaben eines Hafens für Karlsruhe übernahm, legt erstmals ein Dampfschiff an. 1833 erhält Schröck auf Bitten der Einwohner den Namen Leopoldshafen.
1831
Unter Leitung von Großherzogin Sophie wird der "Frauenverein zu Karlsruhe" gegründet. Die Aufgaben liegen zunächst im Bereich der Wohltätigkeit und Fürsorge, so übernimmt der Verein die von der städtischen Armenkommission neu gegründete Suppenanstalt. 1840 wird zur Unterrichtung von Mädchen und Jungen die Sophienschule eingerichtet.
20. Dezember 1831
Gründung des Gewerbevereins, der das Gewerbe in der Stadt fördern soll, bald aber Bedeutung über die Stadtgrenzen hinaus gewinnt.
31. Dezember 1831
Verabschiedung des Gesetzes über die neue Gemeindeordnung. Sie beruht auf dem Grundsatz der Bürgergemeinde. Die Unterscheidung zwischen Orts- und Schutzbürgern entfällt.
1832
Staatsrat Karl Friedrich Nebenius stellt die Polytechnische Schule auf eine neue organisatorische Grundlage. Sie nimmt die Gestalt einer höheren technischen Lehranstalt an.
1832
Der Strafrechtsprofessor Carl Mittermaier gründet die badische Gefangenenfürsorge.
27. Juli 1832
August Klose, seit 1830 Oberbürgermeister, wird aufgrund der neuen badischen Gemeindeordnung von den wahlberechtigten Bürgern direkt gewählt. Schon am 17. November 1830 waren zur Wahl von Klose alle Ortsbürger aufgerufen.
August Klose (1791 - 1872).
StadtAK 8/PBS oIII 374
17. September 1832
Bei der Neuwahl des Gemeinderats bleibt die Wahlbeteiligung unter der gesetzlich vorgeschriebenen Zahl. Am 3. Oktober wird ein neuer Wahltermin angesetzt. Nach der Ankündigung einer Ernennung des Gemeinderats durch die Kreisregierung im Falle eines erneuten Scheiterns findet eine gültige Wahl statt. Es kommt noch mehrmals zu solchen Wahlwiederholungen.
1833
Vollendung des nach Plänen von Heinrich Hübsch im halbbyzantinischen Stil erbauten Gebäudes für das Finanzministerium am Schlossplatz 3.
14./15. Februar 1833
Als Nachfolger für den wegen Krankheit zurückgetretenen Oberbürgermeister August Klose wird Christian Karl Füeßlin von den wahlberechtigten Ortsbürgern direkt gewählt. 1839 und 1845 wird er vom Bürgerausschuss im Amt bestätigt.
Christian Karl Füeßlin (1783 - 1854).
StadtAK 8/PBS oIII 185
15. Mai 1833
Feierliche Eröffnung des "Pfründnerhauses" der Karl-Friedrich-, Leopold- und Sophienstiftung. Die Anstalt soll alte, gebrechliche Personen zur Pflege aufnehmen.
Das Pfründnerhaus am Mühlburger Tor.
StadtAK 8/PBS XIIIa 54
10./11. Juli 1833
Gemäß der neuen Gemeindeordnung erhält Karlsruhe einen großen Ausschuss aus 72 Mitgliedern, der an die Stelle der Gemeindeversammlung tritt. Zuvor hatten am 23. Juli 1832 die Karlsruher Bürger dieser Änderung zugestimmt.
28. September 1833
Auf dem Marktplatz wird der noch von Friedrich Weinbrenner entworfene Großherzog-Ludwig-Brunnen aufgestellt. Nach der Zerstörung 1944 wird er 1955 wiederhergestellt.
1834
Eröffnung des Israelitischen Hospitals beim Rüppurrer Tor.
3. Mai 1834
Die Real-und Gewerbeschule wird feierlich eröffnet. Die Brüder Karl und Ferdinand Lotzbeck hatten für die ersten fünf Jahre je 1.000 Gulden zur Verfügung gestellt. Ziel der Schule ist die Weiterbildung der Handwerkslehrlinge für das Berufsleben.
16. Mai 1835
Die allgemeine Versorgungsanstalt, die heutige Karlsruher Lebensversicherung, erhält die staatliche Genehmigung und nimmt am 1. Januar 1836 die Geschäfte auf.
3. Juli 1835
Die "Gesellschaft Eintracht" spaltet sich von der 1816 gegründeten Lesegesellschaft ab. Die "Eintracht" legt neben Geselligkeit wert auf ein breites Bildungsangebot.
1836
Gründung der Karlsruher Gemäldegalerie durch Großherzog Leopold. Die Kunstschätze des markgräflichen Hauses sollen hier in einem öffentlichen Museum vereinigt werden. Der Bau der Kunsthalle wird nach den Plänen von Heinrich Hübsch 1837 begonnen und 1846 vollendet.
1836
Die Polytechnische Schule bezieht in der Langen Straße (heute Kaiserstraße) einen eigenen von Heinrich Hübsch entworfenen Neubau.
Das Gebäude der Polytechnischen Schule an der Langen Straße. Der Bau wurde 1863 nach Osten erweitert.
StadtAK 8/PBS oXIVd 56
1836
Anbringung von Briefkästen, in die auch Ortsbriefe eingeworfen werden dürfen. Dies war in den ersten, seit 1. April 1819 vorhandenen Briefkästen nicht möglich.
1837
Gründung des Cäcilienvereins durch einen Teil der Mitglieder des 1826 gebildeten "Instrumentalvereins". Der "Cäcilienverein" schließt sich später der "Eintracht" an. Der Verein entwickelt sich zum wichtigen Mittelpunkt des Karlsruher Musiklebens, bis er 1892 aufgelöst wird.
1837
Gründung einer Musikbildungsanstalt, die zunächst zur Ausbildung leistungsfähiger Mitglieder des Cäcilienvereins gedacht ist. Seit 1845 ist sie selbständig verantwortlich für den systematischen Unterricht in Instrumental- und Vokalmusik. Die Anstalt erhält nun einen Zuschuss aus der Stadtkasse.
1837
Gründung der Maschinenfabrik Keßler & Martiensen vor dem Ettlinger Tor, damals noch auf Beiertheimer Gemarkung. Sie baut 1841 die erste Lokomotive in Süddeutschland.
1837
Nach finanziellen Problemen wird die Firma 1852 als Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe weitergeführt.
1837
Am Friedhof auf dem Lohfeld wird an der heutigen Kapellenstraße nach Plänen Friedrich Eisenlohrs eine Kapelle im gotischen Stil errichtet.
14. August 1837
Die erste "Kleinkinder-Bewahranstalt" wird eröffnet. Hier werden schon im ersten Jahr 80 Kinder betreut.
1838
Im alten Orangeriegebäude findet eine aus dem ganzen Land beschickte Industrieausstellung statt. Schon seit 1834 hat es Ausstellungen und Auszeichnungen in Karlsruhe gefertigter Produkte gegeben.
1838
Vor dem Rüppurrer Tor entsteht nach den Plänen von Heinrich Hübsch das Landesgestüt.
September 1838
Tagung der Versammlung der deutschen Landwirte. Auf dem Großen Exerzierplatz veranstaltet der Badische landwirtschaftliche Verein ein großes Fest mit Umzug, Lotterie und Volksbelustigung.
1839
Die seit 1769 bestehende Möbelschreinerei Himmelheber wird auf industrielle Fertigung umgestellt.
1839
Die erste studentische Verbindung, das Corps Franconia, wird gegründet.
1839
Gründung des Naturhistorischen Vereins.