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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Digitale Angebote: Stadtchronik Karlsruhe


 

Die Chronik bietet Einträge zur Geschichte der Stadt Karlsruhe von ihrer Gründung als Residenz­stadt im Jahre 1715 an bis in die Gegenwart als Zentrum der Techno­lo­gie­Re­gion Karlsruhe. Stadt­teilchro­ni­ken der einge­mein­de­ten, ehemals selbstän­di­gen Stadtteile, die zum Teil sehr viel älter sind als Karlsruhe, liefern histo­ri­sche Infor­ma­tio­nen über die Entwick­lung des geogra­fi­schen Raumes, den die Großstadt Karlsruhe heute einnimmt. Die den Einträgen zugeord­ne­ten Bilder veran­schau­li­chen auch das jeweilige Zeitko­lo­rit, und an der Folge histo­ri­scher Stadtpläne kann die stadt­pla­ne­ri­sche Entwick­lung nachvoll­zo­gen werden.

 
10. August 1810
Durch eine Kabinettsordre wird das Großherzogliche Hoftheater gegründet. Die Theatertruppe Wilhelm Vogels wird auf Rechnung des Hofes übernommen. Oberst Freiherr v. Stockhorn wird erster Intendant. Die reguläre Spielzeit beginnt am 9. November mit der Oper "Achilles" von Fernando Paër.
31. Oktober 1810
Alle politischen Blätter des Landes müssen mit Ausnahme der "KarlsruherZeitung" ihr Erscheinen einstellen. Eine entsprechende Verordnung hatte Napoleon erzwungen. Ab 1. Januar 1811 bis 1817 erscheint die "Karlsruher Zeitung" als "Großherzogliche Badische Staatszeitung".
10. November 1810
Eine landesherrliche Verordnung führt neue Maße auf der Grundlage des Dezimalsystems ein. Die alten Maße und Gewichte werden jedoch erst 1829 entgültig abgeschafft.
10. Juni 1811
Tod des Großherzogs Karl Friedrich. Vom 21. - 23. Juni ist der Tote im Marmorsaal des Schlosses aufgebahrt. Am Morgen des 24. Juni wird der Leichnam in Pforzheim beigesetzt. Nachfolger wird sein Enkel Karl.
1. August 1811
Nach Übernahme des Postbetriebes durch das Land Baden wird in der Stadt eine Postdirektion (ab 1814 Oberpostdirektion) eingerichtet. Das Gebäude der Post von Thurn und Taxis in der Adlerstraße wird übernommen.
29. August 1811
In einer neuen Bauordnung werden dreistöckige Modellhäuser für Bürgerbauten zugelassen.
31. Oktober 1811
Versteigerung des alten Rathauses, das 1812 abgebrochen wird. Die Handelsleute Schmieder und Füeßlin errichten ein viergeschossiges Modellhaus.
1812
Die Geschäftsvermehrung in der Stadtverwaltung, die durch die Zunahme der Bevölkerung verursacht wird, erfordert die Bestellung eines zweiten Bürgermeisters. Wilhelm Christian Griesbach wird dadurch Karlsruhes erster Oberbürgermeister.
1812
Stadtrat und Stadtamt ziehen in die fertig gestellten Hintergebäude des geplanten neuen Rathauses um.
1812
Empfindliche Teuerung aller Lebensmittel.
1812
Baubeginn einer neuen Poststraße nach Ettlingen, der heutigen Ettlinger Straße nach Plänen von Johann Gottfried Tulla.
1. Februar 1812
Karlsruher Bataillone verlassen die Stadt zur Teilnahme am Russlandfeldzug Napoleons.
22. August 1812
Karlsruhe und Klein-Karlsruhe werden vereinigt. Der Gemeindevorsteher von Klein-Karlsruhe wird Mitglied des Stadtrats, die Bewohner mit mindestens 1.200 Gulden Vermögen und ausreichender Gewerbebefähigung erhalten das Bürgerrecht, alle anderen werden Hintersassen der Stadt.
1813
Nach der regen Bautätigkeit, die die Erhebung Badens zum Großherzogtum auslöste, gibt es nun 899 Häuser (gegenüber 488 im Jahre 1801) in der Stadt.
1813
Prinzessin Friederike, die Frau des ehemaligen Königs Gustav IV. von Schweden, erwirbt das von Johann Fr. Weyhing erbaute Palais in der heutigen Hans-Thoma-Straße 1. Seitdem wird das Gebäude auch "Schwedenpalais" genannt.
Schwedenpalais
1813
In Karlsruhe werden Sammlungen veranstaltet zur Bildung eines freiwilligen Jägerkorps "zur Erhaltung Badens, zur Erkämpfung deutscher Freiheit und Unabhängigkeit". Aufgerufen dazu hatte Großherzog Karl am 9. Dezember 1812. Damit wird auch hier die Abkehr von Napoleon und der Anschluss an die deutsche Sache dokumentiert.
1813
Gottlieb Braun, Buchhändler aus Heidelberg, erhält die Genehmigung zur Niederlassung als Sortimentsbuchhändler in der Stadt.
7. Januar 1813
In einem Rundschreiben an den Karlsruher Handelsstand wird zu einem organisatorischen Zusammenschluss aufgerufen. Am 18. Januar findet die erste Versammlung statt. Tagungslokal ist das "Eckzimmer eine Stiege hoch" im Lokal des Museums am Marktplatz, wo sich heute ein Modehaus befindet.
28. Januar 1813
Grundsteinlegung für den Neubau der Museumsgesellschaft Ecke Ritter- und Lange Straße, der von Friedrich Weinbrenner geplant worden war. Die Einweihung findet am 9. Dezember 1814 statt.
Gebäude der Museumsgesellschaft, Nordostecke Lange Straße/Ritterstraße. Der Weinbrennerbau wurde 1835 durch Hübsch vergrößert und brannte 1918 nieder.
StadtAK 8/PBS oXIVa 627
18. Februar 1813
Die Reste (etwa 144 Mann) der ehemals 6.700 badischen Soldaten, die bei Napoleons Feldzug gegen Russland mitmarschierten und -kämpften, kehren nach Karlsruhe zurück.
25. September 1813
Das "Pfandhaus", dessen Einrichtung ein Edikt von Großherzog Karl vom 12. Dezember 1812 anordnete, wird im Rathaus hinter der "Großen Metzig" eröffnet.
28. November 1813
Kaiser Alexander von Russland besucht Karlsruhe. Freiherr Karl Drais von Sauerbronn führt einen von Menschenkraft getriebenen Wagen vor.
1814
Daniel Raphael Marx, der seit einigen Jahren eine Leihbibliothek betreibt, erhält die Erlaubnis, eine Verlagsbuchhandlung zu eröffnen.
28. Januar 1814
Großherzogin Stephanie lädt die badischen Frauen zur Bildung eines Vereins zur Unterstützung der im Feld stehenden Truppen ein.
26. Dezember 1814
Der nach Plänen von Friedrich Weinbrenner 1808 begonnene Bau der katholischen Stadtkirche wird am Namenstag der Großherzogin Stephanie eingeweiht. Großherzog Karl Friedrich hatte der Gemeinde die Glocken des vormaligen Klosters St. Blasien geschenkt.
1815
Zum 100-jährigen Bestehen der Stadt erscheint Theodor Hartlebens "Statistisches Gemälde der Residenzstadt Karlsruhe".
3. - 5. Oktober 1815
Johann Wolfgang v. Goethe weilt in Karlsruhe. Neben der ausführlichen Besichtigung des Naturalienkabinetts trifft er mit dem Straßburger Jugendfreund Johann Heinrich Jung-Stilling, Karl Christian Gmelin, Friedrich Weinbrenner und Johann Peter Hebel zusammen.
1816
Karl August Varnhagen v. Ense kommt als preußischer Gesandter nach Karlsruhe, wo er bis 1819 mit seiner Frau Rahel geb. Levin lebt. In seinen Denkwürdigkeiten und Tagebüchern sowie in ihren Briefen spiegeln sich die Karlsruher Verhältnisse jener Tage.
1816
Gründung einer neuen Lesegesellschaft, die ab 1817 Konzerte, Bälle und andere Veranstaltungen anbietet. Politische Gespräche sind hier ausdrücklich verboten. Im Gegensatz zur Museumsgesellschaft trifft sich hier das einfachere Gewerbebürgertum.
1816
Überschwemmungen, Unwetter und Missernten führen zu einer Teuerungswelle. Auch das Jahr 1817 bringt den Karlsruhern manche Not, die ganze Familien zur Auswanderung nach Nordamerika oder Russland veranlasst.
2. Juni 1816
Einweihung der neuen Evangelischen Stadtkirche am Marktplatz. Die Festpredigt hält Gottlieb August Knittel, der gleichzeitig die Jubelhochzeit der 87-jährigen Eheleute Hambel zelebriert.
18. November 1816
Eine "Ersparniskasse" wird eröffnet und mit dem Leihhaus verbunden.
1817
Erfindung einer Laufmaschine (Draisine), Vorläuferin des Fahrrads, durch Freiherr Karl Drais von Sauerbronn.
Karl Friedrich Drais von Sauerbronn
Karl Friedrich Drais von Sauerbronn auf dem von ihm erfundenen Laufrad.
StadtAK 8/PBS oIII 115
1817
Das Mühlburger Tor wird westwärts an den heutigen Platz gleichen Namens verlegt.
1817
Einrichtung einer israelitischen Schule Ecke Kronen-/Lange Straße.
1817
Bildung einer Zunft der Bierbrauer und Küfer. 1816 gibt es zwölf Brauereien in der Stadt.
1817
Beginn der Rheinkorrektion bei Knielingen durch Johann Gottfried Tulla. Sie ist eine der großen technischen Leistungen des 19. Jahrhunderts, die Überschwemmungen und Hochwasserschäden verhindert. Das Werk Tullas wird mit der Regulierung des Rhein-Oberlaufs gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Max Honsell abgeschlossen. Der Verkehr mit Großschiffen auf dem Oberrhein wird möglich, ebenso großräumige Wirtschafts- und Verkehrsplanung.
Johann Gottfried Tulla
Johann Gottfried Tulla.
StadtAK 8/PBS III 1586
1818
Das erste, seitdem regelmäßige herausgegebene Karlsruher Adressenverzeichnis erscheint.
1818
Die Artilleriekaserne wird aus der Kreuz-/Spitalstraße nach Gottesaue verlegt.
2. Februar 1818
Als zweiter deutscher Kunstverein wird der Badische Kunstverein in Karlsruhe gegründet.
22. August 1818
Der todkranke Großherzog Karl unterzeichnet die Verfassungsurkunde, die von Karl Friedrich Nebenius ausgearbeitet worden war. Baden erhält damit eine der liberalsten Verfassungen dieser Zeit.
1819
In Karlsruhe bestehen durch Verordnung vier Pfarreien mit vier evangelischen Pfarrern und zwei Vikaren.
1819
Friedrich List, Vorkämpfer der deutschen Zolleinigung, hält sich vor seiner Auswanderung nach Amerika vorübergehend in Karlsruhe auf.
1819
In der alten Artilleriekaserne Ecke Kreuz-/Spitalstraße wird die Schule untergebracht, deren Haus wegen der Neugestaltung des Markplatzes abgerissen wurde.
18. Februar 1819
Nachdem vom 22. Januar bis 4. Februar die Wahlmänner gewählt worden waren, wählen diese die drei Karlsruher Abgeordneten für den Landtag. Gewählt werden Christian Griesbach mit 45, Christoph Jakob Eisenlohr mit 41 und Friedrich Sievert mit 31 Stimmen.
22. April 1819
Feierliche Eröffnung des badischen Landtages. Die Sitzungen finden im Schloss statt. 1820, als der Landtag wieder zusammentritt, finden die Sitzungen der Zweiten Kammer im Haus Schlossstraße 18 (heute Karl-Friedrich-Straße) am Rondellplatz statt und 1822 im Saal des Hauses der Museumsgesellschaft.
27. August 1819
Unter dem antijüdischen Schlachtruf "Hepp! Hepp!" kommt es zu Ausschreitungen gegen jüdische Einwohner der Stadt.
18. Oktober 1819
Ein neues Schlachthaus wird beim heutigen Leopoldplatz eröffnet.