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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Digitale Angebote: Stadtchronik Karlsruhe


 

Die Chronik bietet Einträge zur Geschichte der Stadt Karlsruhe von ihrer Gründung als Residenz­stadt im Jahre 1715 an bis in die Gegenwart als Zentrum der Techno­lo­gie­Re­gion Karlsruhe. Stadt­teilchro­ni­ken der einge­mein­de­ten, ehemals selbstän­di­gen Stadtteile, die zum Teil sehr viel älter sind als Karlsruhe, liefern histo­ri­sche Infor­ma­tio­nen über die Entwick­lung des geogra­fi­schen Raumes, den die Großstadt Karlsruhe heute einnimmt. Die den Einträgen zugeord­ne­ten Bilder veran­schau­li­chen auch das jeweilige Zeitko­lo­rit, und an der Folge histo­ri­scher Stadtpläne kann die stadt­pla­ne­ri­sche Entwick­lung nachvoll­zo­gen werden.

 
1800
Vor allem im Westen der Stadt grassiert eine Typhusepidemie, die zahlreiche Opfer fordert. Im städtischen Hospital wird eine Impfabteilung eingerichtet.
1800
Einteilung der Stadt einschließlich Klein-Karlsruhes in 12 Bezirke. Für jeden Bezirk wird ein ehrenamtlicher Armenpfleger bestellt.
1800
Schaffung einer Schule zur Aus- und Weiterbildung junger Mädchen für den Dienst im Haushalt.
29. März 1800
Nach längerer kriegsbedingter Pause veranstaltet die Sängerin Teresa Lombardi Bianchi im Saal der "Post" erstmals wieder ein öffentliches Vokal- und Instrumentalkonzert.
1. August 1800
Friedrich Weinbrenner erhält nach seiner Rückkehr aus Hannover zum zweiten Mal die Leitung des öffentlichen Bauwesens.
1801
Schaffung eines Instituts für erkrankte Gesellen und Lehrlinge.
16./19. Februar 1801
Die Karlsruher Zeitung meldet am 16. den Abschluss des Friedens von Lunéville am 9. Februar zwischen Österreich und der Republik Frankreich. Eine Extrabeilage vom 19. macht den Text des Friedensvertrages bekannt, der u. a. die Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich und die Entschädigung dort "enteigneter" Fürsten durch rechtsrheinische Besitzungen vorsieht.
3. Oktober 1801
Die neu errichtete Pforzheimer Holländerholz-Gesellschaft eröffnet einen Floßkanal von der kleinen Meißenbach im Frauenalbischen, der über die Alb bei Rüppurr und den Karlsruher Landgraben in den Rhein führt. Zur Feier dieses Tages, an der auch der Markgraf teilnimmt, lässt Friedrich Drechsler einen Ballon aufsteigen.
November 1801
Das "Allgemeine Intelligenz- oder Wochenblatt für sämtliche hochfürstlich-badische Lande" veröffentlicht das Ergebnis der Volkszählung in Karlsruhe. Neben Schlossanlage und Kirchen gibt es 488 Gebäude in der Stadt, zu der hier auch Klein-Karlsruhe gezählt wird. Unter den 8.186 christlichen Einwohnern sind 333 "reguläre Almosengenießer" registriert.
1802
Eine Kommission der Karlsruher Stadtverwaltung und der noch selbständigen Gemeinde Klein-Karlsruhe ("Dörfle") berät ohne Ergebnis über die Frage einer Vereinigung beider Gemeinden. Friedrich Weinbrenner legt seinen Stadtvergrößerungsplan vor. Er plant, für eine Zahl von insgesamt 25 - 30.000 Einwohnern in der Gesamtstadt auf einer verdoppelten Größe des Stadtgebiets neues Bauland auszuweisen. Damit soll auch der Mangel an Wohnungen behoben werden. Markgraf Karl Friedrich stimmt zunächst nur der Verlängerung der Wald- und Herrenstraße zu. Der Plan dient dennoch als Richtlinie bei der künftigen Stadterweiterung, die infolge der Schaffung des Großherzogtums und des Bevölkerungswachstums erforderlich wird.
13. November 1802
Der Straßburger Theaterdirektor Wilhelm Vogel, der einen mehrjährigen Pachtvertrag für das "Comoedienhauß" mit dem Hof abgeschlossen hat, beginnt seine erste Spielzeit.
1803
Das Ettlinger Tor wird auf Anweisung des Kurfürsten Karl Friedrich durch Friedrich Weinbrenner neu gebaut. Es soll zugleich Denkmal der Vereinigung eines Teils der Rheinpfalz mit Baden sein. 1858 wird die Anlage restauriert. 1872 muss sie dem Wachstum der Stadt weichen.
Das Ettlinger Tor wurde 1872 als "Verkehrshindernis" abgebrochen.
StadtAK 8/PBS oXIVb 84
1803
Grundsteinlegung für den Bau des Markgräflichen Palais am Rondellplatz. Fertigstellung nach Plänen Friedrich Weinbrenners im Jahre 1813.
1803
Baubeginn der Dragonerkaserne an der östlichen Langen Straße beim Durlacher Tor.
1803
Der Hofbuchhändler Christian Friedrich Müller erhält das Privileg zum Druck des "Provinzialblattes", aus dem am 1. Januar 1843 das "Karlsruher Tagblatt" hervorgeht, das bis 1937 erscheint.
1803
Die Tapetenfabrik Sievert zieht von Durlach nach Karlsruhe um. Sie existiert bis 1816.
1803
In dem neu angelegten Teil des Erbprinzengartens südlich der Erbprinzenstraße wird der von Friedrich Weinbrenner entworfene Gotische Turm fertiggestellt. Darin befindet sich ein Denkmal für den am 16. Dezember 1801 während einer reise nach Schweden verstorbenen Erbprinzen Karl Ludwig.
5./16. Mai 1803
Die Stadt feiert die Annahme des Titels eines Kurfürsten durch Markgraf Karl Friedrich. Eine festliche Illumination der Stadt muss wegen schlechter Witterung auf den 16. Mai verschoben werden. Vorangegangen war der Erhebung des Markgrafen zum Kurfürsten eine erhebliche Vergrößerung der Markgrafschaft.
20. September 1803
Die schwedische Königsfamilie trifft zu einem längeren Besuch ein. Die Stadt bereitet ihr einen festlichen Empfang.
7. Dezember 1803
Auf Befehl des Kurfürsten wird dem Ratsherrn Drechsler eröffnet, dass die umlaufenden Gerüchte über eine Verlegung der Residenz nach Mannheim oder Heidelberg völlig unbegründet seien.
1804
Baubeginn der 1827 fertig gestellten Infanteriekaserne am Platz der heutigen Hauptpost. Die Kasernenbauten sollen die nach der Vergrößerung des Landes auf etwa 1.400 Mann angewachsene Garnison beherbergen.
1804
An der Langen Straße werden 3- bis 4-stöckige Wohn- und Geschäftshäuser gebaut. Der Stadtrat beschließt, das baufällige Rathaus an der Langen Straße durch einen Neubau am Marktplatz zu ersetzen. Am bisherigen Platz des Rathauses entsteht unter Friedrich Weinbrenners Bauleitung Jakob Kusels vierstöckiges Wohn- und Geschäftshaus, in dem nach seinem Wiederaufbau nach 1945 die Hauptstelle der Sparkasse residiert und zwischen 1960 und 1993 die Stadtbibliothek untergebracht war.
1804
Dem Arbeitshaus wird eine Rumfordsche Suppenanstalt angegliedert, in der die Almosenempfänger unentgeltlich eine Suppe bestehend aus Knochenbrühe, Graupen, Erbsen und Kartoffeln erhalten.
28. März 1804
Kurfürst Karl Friedrich gibt seine Zustimmung zur Errichtung einer katholischen Pfarrei in Karlsruhe. Damit wird die im Februar 1803 verfügte Auflösung der Niederlassung des Kapuzinerordens wirksam. Am 26. August wird der erste katholische Stadtpfarrer Professor Josef Huber in sein Amt eingesetzt.
1805
Beginn der Bauarbeiten für den Nordflügel des Rathauses am Marktplatz, in dem die "Metzig" (Schlachthaus) und das Mehlhaus untergebracht werden.
September 1805
Der erneut zwischen Frankreich und dem Kaiser aufgeflammte Krieg, in dem Baden an der Seite Napoleons kämpft, bringt der Stadt zahlreiche französische Einquartierungen.
26. Dezember 1805
Im Frieden von Pressburg zwischen Frankreich und Österreich verliert Österreich große Gebietsteile. Sie werden u. a. Baden zugeschlagen, das um 40 Quadratmeilen und 164.000 Einwohner wächst.
20. Januar 1806
Kaiser Napoleon wird in Karlsruhe feierlich empfangen, wiederum wird die Stadt unter Anleitung Friedrich Weinbrenners festlich beleuchtet. Napoleon wünscht eine Vermählung von Stéphanie de Beauharnais, einer Nichte seiner Ehefrau Joséphine, mit dem Erbprinzen von Baden, Karl Ludwig Friedrich, und verspricht dafür eine weitere Vergrößerung Badens.
13. Februar 1806
Eine städtische Delegation erhält beim Kurfürsten Audienz, um Auskunft darüber zu bekommen, ob die Verlegung der Residenz des Erbprinzen nach Mannheim den Verlust der Residenz für Karlsruhe nach dessen Regierungsantritt bedeute. Es wird klargestellt, dass Karlsruhe Residenz bleiben werde.
8. April 1806
Nach der Adoption von Stéphanie de Beauharnais durch Napoleon findet deren Vermählung mit dem Erbprinzen Karl Ludwig Friedrich statt. Am 4. Juli kommt das Paar nach Karlsruhe, wo zwei Tage lang verschiedene Festlichkeiten stattfinden.
13. August 1806
Der Kurfürst Karl Friedrich gibt bekannt, dass er nach einer weiteren Vergrößerung Badens um 91 Quadratmeilen mit 270.000 Einwohnern den Titel "Großherzog" angenommen habe.
Baden wird Großherzogtum
8. Dezember 1806
Johann Heinrich Jung-Stilling verlegt seinen Wohnsitz von Heidelberg nach Karlsruhe auf Wunsch des alternden Großherzogs Karl Friedrich, wo er dessen enger Vertrauter wird.
1807
Das Konstitutionsedikt von 1807 und das Organisationsedikt von 1809 bringen Änderungen für die Gemeindeverwaltung. Der Bürgermeister wird direkt von den Bürgern gewählt. Die Bestätigung der Wahl durch das Kreisamt kommt jedoch einer Ernennung gleich.
1807
Einrichtung einer Ingenieur-Schule durch Johann Gottfried Tulla.
1807
Das Gymnasium bezieht den südlichen Flügel des Neubaus an der geplanten evangelischen Stadtkirche. Erst als 1824 auch der Nordflügel bezogen wird, ist die Raumnot gemindert, die bisher eine Aufstellung der Bibliothek und des Naturalienkabinetts verhindert hat.
8. Juni 1807
Letzter Gottesdienst in der Konkordienkirche. Die Predigt hält Theodor Friedrich Volz. Am gleichen Tag findet die Grundsteinlegung für die neue Stadtkirche am Marktplatz statt. Nach dem Abriss der Konkordienkirche wird über der Gruft des Stadtgründers Markgraf Karl Wilhelm eine provisorische Holzpyramide errichtet.
1808
Beratungen über die Errichtung einer Polytechnischen Lehranstalt in der großherzoglichen Generalstudienkommission.
1808
Neugestaltung des Botanischen Gartens.
1. Oktober 1808
Eröffnung des von Friedrich Weinbrenner erbauten Hoftheaters am Schlossplatz mit Spindlers Singspielen "Fest der Weihe" und "Triumph mütterlicher Liebe". Johann Peter Hebel, seit 1791 am Gymnasium in Karlsruhe als Lehrer tätig, wird dessen Leiter. 1814 legt der Autor des 1811 erschienenen "Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes" sein Schulamt nieder.
1809
Einführung der Straßenkehrung durch die Anwohner.
1809
Da die 1793 angeordnete Benennung aller Straßen und Nummerierung aller Häuser nur noch nachlässig vorgenommen wird, erlässt der Großherzog erneut eine entsprechende Verordnung. Die Querallee z. B. erhält daraufhin den Namen Zähringerstraße. Die Aktion, deren Kosten zu drei Fünfteln der Staat trägt, ist 1813 beendet.
1809
Wilhelm Christian Griesbach wird aufgrund der Bestimmungen der neuen Landesorganisation direkt von den wahlberechtigten Bürgern zum neuen Bürgermeister der Stadt gewählt. Vor ihm war nur der erste Karlsruher Bürgermeister 1718 direkt gewählt worden.
Wilhelm Christian Griesbach (1772 - 1838).
StadtAK 8/PBS oIII 232
13. Januar 1809
Das Konstitutionsedikt für die Juden des Großherzogtums Baden macht diese zu gleichberechtigten Staatsbürgern, lässt sie als Ortsbewohner aber im Status nicht gleichberechtigter Schutzbürger. Nur wenigen Juden, wie dem Karlsruher Hofbankier Salomon von Haber, gelingt ein sozialer Aufstieg. Karlsruhe wird Sitz des Oberrats der Israeliten in Baden.