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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Digitale Angebote: Stadtchronik Karlsruhe


 

Die Chronik bietet Einträge zur Geschichte der Stadt Karlsruhe von ihrer Gründung als Residenz­stadt im Jahre 1715 an bis in die Gegenwart als Zentrum der Techno­lo­gie­Re­gion Karlsruhe. Stadt­teilchro­ni­ken der einge­mein­de­ten, ehemals selbstän­di­gen Stadtteile, die zum Teil sehr viel älter sind als Karlsruhe, liefern histo­ri­sche Infor­ma­tio­nen über die Entwick­lung des geogra­fi­schen Raumes, den die Großstadt Karlsruhe heute einnimmt. Die den Einträgen zugeord­ne­ten Bilder veran­schau­li­chen auch das jeweilige Zeitko­lo­rit, und an der Folge histo­ri­scher Stadtpläne kann die stadt­pla­ne­ri­sche Entwick­lung nachvoll­zo­gen werden.

 
1750
Beginn der im Vorjahr beschlossenen Totalrenovierung des Schlosses. Aus mehreren Entwürfen werden die von Leopold v. Retty aus Ansbach gewählt und von dem jungen Ingenieurleutnant Friedrich v. Kesslau abgeändert. Er leitet zusammen mit L. Philippe de la Guepière die Arbeiten.
1750
Baubeginn eines Steinschiffkanals unter Einbeziehung des Landgrabens (1583 - 1610 angelegt). Damit wird der Transport der Steine aus den Steinbrüchen des Pfinztals erleichtert, mit denen Karlsruhes Schloss und die neuen Häuser nun gebaut werden. Beim Rüppurrer Tor am Ende der Kronenstraße befindet sich eine Ausladestelle. Beginn der Arbeiten für einen großen Exerzierplatz im Westen der Stadt im Hardtwald, der 1760 fertig gestellt ist. Verlegung des Linkenheimer Tores von der Wald- zur Akademiestraße.
1751
In der evangelischen Volksschule wird der Unterricht für Jungen und Mädchen getrennt. Die Mädchenschule wird der Witwe des Lehrers Glaser übertragen, die auf diese Weise unterstützt werden soll.
28. Januar 1751
Markgraf Karl Friedrich vermählt sich in Darmstadt mit Prinzessin Karoline Luise von Hessen-Darmstadt und nimmt nun auf Dauer seinen Wohnsitz in Karlsruhe. Die Markgräfin, in der anregenden Atmosphäre des Darmstädter Hofes aufgewachsen, hat großes Interesse an allen wissenschaftlichen Bestrebungen ihrer Zeit. Ihre größte Passion ist die Kunst. Das von ihr aufgebaute "Mahlerey-Cabinet" und das Naturalien-Kabinett bilden später einen wichtigen Bestand der beiden großen Karlsruher Museen.
Dezember 1751
Die Gemeindevertretung beklagt beim Markgrafen die Überbesetzung aller Gewerbe, das Überwiegen der Schutzbürger und Hintersassen über die grund- und hausbesitzenden Bürger, den Überfluss an Wirtschaften und die jüdische Konkurrenz für Metzger und Krämer. Diese Klagen zielen auf Abhilfe bei der bevorstehenden Erneuerung der Stadtprivilegien.
1752
In der Stadt gibt es über 70 Schild- und Straußenwirte. In 50 Gasthäuser stehen 222 Gästebetten zur Verfügung.
Gasthaus \"Zum Bären\" an der nordwestlichen Ecke des Marktplatzes, Aquarell um 1800.
StadtAK 8/PBS XIVe 87
1752
Die Pflasterung der Waldhornstraße, durch die die Steine für den Neubau des Schlosses von der Ausladestelle des Steinschiffkanals herangeschafft werden, ist fertig gestellt. Die Kosten müssen die Anlieger dem Markgrafen zurückzahlen. Erst ab 1772 werden auch die anderen Straßen nach und nach gepflastert. Für den Hausbau wird ein neues Modell vorgeschrieben, das nun aus Stein gebaut werden soll. Die alten Holzhäuser sollen allmählich ersetzt werden.
12. Juni 1752
Erneuerung des Privilegienbriefes für Karlsruhe durch Markgraf Karl Friedrich.
1753
Zusätzlich zur Hof- und Stadtpfarrei wird eine Garnisonspfarrei eingerichtet.
1756
Hofschlosser Melchior Hugenest stellt das Tor zum Fasanengarten fertig. Dieses Meisterwerk der Rokoko-Schmiedekunst wird 1846 an seine heutige Stelle am Beginn der Richard-Willstätter-Allee versetzt.
1756
Eine Verordnung verbietet, in der Öffentlichkeit und in Wirtshäusern über "Kriegs- und Religionssachen" zu diskutieren. Dies führe nur zu "höchst schädlichen Verbitterungen" und sei Beweis "pöbelmäßigen Betragens". Diese Verordnung steht im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Siebenjährigen Krieges.
29. Dezember 1756
Das "Carlsruher Wochenblatt oder Nachrichten zum Behuf der Policey, des Haushaltungs- und Handlungswesens, wie auch der Gelehrsamkeit" erscheint erstmals. Verleger ist der 28-jährige Michael Macklot. Mit dieser ersten Zeitung in Karlsruhe und Baden wird teilweise die "ausschellende Ortspolicey" überflüssig und damit die Nachrichtenübermittlung auf eine neue Basis gestellt.
13. Januar 1757
Michael Macklot erhält das Privileg für die Eröffnung einer Buchhandlung. Das ältere Wirsumsche Geschäft war im Besitz Cottas in Tübingen.
23. November 1757
Michael Macklot gibt, ausgestattet mit einer markgräflichen Alleinberechtigung in den "fürstlichen Landen", die erste Nummer der "Carlsruher Zeitung" heraus. Die zweimal wöchentlich erscheinende Zeitung hat politischen Charakter. Macklot eröffnet auch eine "Leseanstalt", in der gegen eine monatliche Gebühr seine und andere Zeitungen und sonstige Veröffentlichungen gelesen werden können. Die "Leseanstalt" hat ihr Domizil bis 1780 in der Waldhorngasse und siedelt dann in den Zirkel um.
1758
Erlass einer Brandversicherungsordnung durch Markgraf Karl Friedrich. Darin wird der Gedanke, auch Gebäude gegen Wasser, Erdbeben- und Sturmschäden zu versichern, als "noch nicht" vorgesehen bezeichnet.
1758
Die stillgelegte Bierbrauerei des Kammergutes Gottesaue wird auf Anordnung des Markgrafen wieder in Betrieb genommen. Der gestiegene Preis für Wein hatte zu steigendem Bierkonsum geführt.
5. August 1758
Der französische Philosoph Voltaire besucht den Karlsruher Hof.
1759
Eine Polizeiverordnung verbietet Abfälle auf die Straßen zu werfen und gebietet, zweimal wöchentlich die Straßen zu reinigen. 1768 wird auf Kosten der Hauseigentümer eine wöchentliche Straßenreinigung eingeführt.
1759
Erste abendliche Beleuchtung mittels Öllampen in einigen Straßen der Stadt.