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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Digitale Angebote: Stadtchronik Karlsruhe


 

Die Chronik bietet Einträge zur Geschichte der Stadt Karlsruhe von ihrer Gründung als Residenz­stadt im Jahre 1715 an bis in die Gegenwart als Zentrum der Techno­lo­gie­Re­gion Karlsruhe. Stadt­teilchro­ni­ken der einge­mein­de­ten, ehemals selbstän­di­gen Stadtteile, die zum Teil sehr viel älter sind als Karlsruhe, liefern histo­ri­sche Infor­ma­tio­nen über die Entwick­lung des geogra­fi­schen Raumes, den die Großstadt Karlsruhe heute einnimmt. Die den Einträgen zugeord­ne­ten Bilder veran­schau­li­chen auch das jeweilige Zeitko­lo­rit, und an der Folge histo­ri­scher Stadtpläne kann die stadt­pla­ne­ri­sche Entwick­lung nachvoll­zo­gen werden.

 
28. Januar 1715
Beginn der Rodungsarbeiten im Hardtwald für den Bau des Karlsruher Schlosses. Etwa zwei Kilometer südöstlich steht das Jagdschloss Gottesaue auf dem ehemaligen Gelände des 1094 gegründeten Klosters Gottesaue.
23. Februar 1715
Markgraf Karl Wilhelm erteilt den Befehl, für die Umfriedung des Fasanengartens aus dem Murgtal 10.000 Dielen zu besorgen. Die Pläne für die Anlage des Fasanengartens und Wildparks etwa einen Kilometer östlich des Platzes für den Schlossbau waren dem Markgrafen am 25. November 1711 übergeben worden.
Karl Wilhelm von Baden-Durlach
17. Juni 1715
Feierliche Grundsteinlegung für den Bau des Schlossturms und damit für die Residenz "Carolsruhe". Die Bauleitung liegt in den Händen von Friedrich von Batzendorf und Hans Schwartz. Anlässlich dieser Feier stiftet der Stadtgründer den Hausorden unter dem Namen "Treue-Fidelitas", dessen Name später in das Stadtwappen eingeht. Mit dem Beginn der Arbeiten für den Schlossbau entsteht auch Klein-Karlsruhe ("Dörfle"). Die zahlreichen Arbeiter, später auch Soldaten und Hofdiener, bebauen das ihnen zugewiesene Gelände beim späteren Rüppurrer Tor mit einstöckigen Baracken.
24. September 1715
Der Markgraf erlässt seinen ersten Karlsruher "Gnadenbrief", der denen zahlreiche Freiheiten gewährt, die sich hier niederlassen wollen.
7. Dezember 1715
In der Stadt wird das erste Kind geboren.
1716
Karl Wilhelm erneuert die Durlach gewährten Privilegien nicht und macht damit deutlich, dass die Residenz verlegt werden soll.
1716
Die erste Volksschule nimmt in einem gemieteten Raum eines Privathauses ihren Unterricht auf. Lehrer dieser "Deutschen Schule", die nur für lutherische Kinder bestimmt ist, wird Johann Michael Simon. Erst zum Jahresende 1717 erhält er vom Markgrafen als Schulmeister eine feste Anstellung.
20. November 1716
Der Bau des auf 400 Eichen gegründeten und gemauerten Schlossturmes wird abgeschlossen.
1717
Markgraf Karl Wilhelm stellt den Katholiken Ecke Zirkel/Lammstraße den Bauplatz für ein Bethaus zur Verfügung. Neben dem italienischen Priester und Musikus am Hofe des Markgrafen, Natalis Bettinardo, versehen Bruchsaler Kapuziner die Seelsorge.
5. Juli 1717
Mit der Abhaltung der ersten Audienz des Markgrafen in Karlsruhe wird die neue Residenz auch Hauptstadt der Markgrafschaft Baden-Durlach.
19. Juli 1717
Die markgräflichen Beamten, die in Durlach wohnen, erhalten den Befehl zur Übersiedlung nach Karlsruhe.
31. Oktober 1717
Im östlichen Flügel des Schlosses wird zur 200-Jahr-Feier der Reformation die Schlosskapelle eingeweiht. Erster Hofprediger wird Johann Lorenz Hölzlein, zuvor Hofdiakon in Durlach.
8. November 1717
Abhaltung des ersten Jahrmarktes in der Stadt. In der Folgezeit finden regelmäßig zwei Jahrmärkte statt.
1718
Der Stadtrat beschließt die Anlage eines Friedhofes hinter dem für den Bau der späteren Konkordienkirche vorgesehenen Platz (heutiger Marktplatz).
1718
Im Stadtgebiet zwischen Zirkel, Lange Straße, Waldhorn- und Waldstraße stehen etwa 60 Häuser, dazwischen liegen Wiesen und Gärten.
1718
Nathan Uri Kahn wird erster Rabbiner der Karlsruher Juden.
24. März 1718
55 Bürger wählen den Bürgermeister. Erster Karlsruher Bürgermeister und zugleich Stadtrechner wird der aus Straßburg stammende, über Mühlburg und Durlach nach Karlsruhe gekommene Wirt des "Waldhorn", Johann Sembach.
17. Juni 1718
Die vom Schloss ausgehenden Radialstraßen erhalten anlässlich des vierten Ordensfestes des Hausordens der Treue die Namen der Ordensherren. Etwa zehn Jahre später werden dafür bei der Mehrzahl schon die Namen der an ihnen liegenden größeren Wirtshäuser gebräuchlich.
September 1718
Nach Vollendung des Schlossbaues werden die markgräflichen Behörden (Geheimer Rat, Hofrat, Rentkammer, Landschreiberei, fürstliches Militär) von Durlach nach Karlsruhe verlegt.
12. September 1718
Die Karlsruher Bürger richten eine umfangreiche Bittschrift an den Markgrafen. Sie fordern u. a. die Wahl eines Stadtrates, der die städtischen Angelegenheiten verwalten sollte. Dies wird vom Markgrafen zugestanden.
24. November 1718
Erste Sitzung des von den Bürgern gewählten Stadtrates. Ihm gehören der Bürgermeister und je drei Rats- und Gerichtsherren an. Die Ratssitzungen finden in einer gemieteten Stube im Haus Vorderer Zirkel 1, häufig aber auch im "Waldhorn" statt. Angestellte der Stadt werden zunächst nur der Nachtwächter, der Stadtknecht und der Bettelvogt.
1719
Die Karlsruher Bäcker geben sich eine Zunftordnung.
1719
Einrichtung einer Hofapotheke durch den Apotheker Greber aus Durlach.
1719
In der Stadt kommen 138 Kinder zur Welt.
1719
Fertigstellung der Marställe östlich des Schlosses.
13. Januar 1719
Nach der Übersiedlung der Gesellschaft markgräflich-badischer Komödianten und der Hofkapelle von Durlach nach Karlsruhe findet im Theatersaal im östlichen Schlossflügel die erste Aufführung statt. Gespielt wird - wie zuletzt in Durlach - das Singspiel "Celindo oder die hochgepriesene Gärtnertreue".
28. Juni 1719
Nach Plänen von Friedrich von Batzendorf beginnt an der Langen Straße der Bau der lutherischen Konkordienkirche. Sie wird 1722 fertig gestellt.
19. August 1719
Grundsteinlegung für den von Baron von Welling geplanten Bau der reformierten Kirche an der Kreuzstraße. Der Holzbau wird am 5. September 1722 eingeweiht.