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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Blick in die Geschichte Nr. 62 vom 19. März 2004: Karlsruher Gärten und Parks

Ein histo­ri­scher Rückblick

von Horst Schmidt

Das Karlsruher Garten­bau­amt wird am 1 . Januar 2005 100 Jahre alt, ein würdiger Anlass, um einen Blick auf die Entwick­lung der Gärten und Parks zu werfen. Dieser Rückblick wird geprägt durch unsere heutige Sichtweise, wie wir die Grünflä­chen sehen, wie wir sie nutzen, welche Auswir­kun­gen sie auf unser Leben haben und welche Rolle sie in der Stadt­ent­wick­lung spielen. Sie tragen wesentlich zur Lebens­qua­li­tät in Karlsruhe bei, verbessern das Stadtklima, verschö­nern und prägen das Stadtbild, werden aktiv und vielfältig zur Naher­ho­lung genutzt und bringen uns die Natur auch in der Stadt nahe. Diese Aspekte haben in der Vergan­gen­heit nicht immer Priorität gehabt oder auch kaum eine Rolle gespielt.

Stolz waren die Karlsruher auf ihre Gärten und Parks schon immer, wenn man sieht, wie sie diese stets geschätzt haben und Anerken­nung von außen erhielten. So hat bereits der bekannte Natur­for­scher Linné die Schloss­an­la­gen des Stadt­grün­ders, seine Tulpen­zucht und sein botani­sches Interesse betont. Der zweite Rosen­gar­ten im Stadt­gar­ten wurde Anfang des letzten Jahrhun­derts in den USA gewürdigt und der Japan­gar­ten schon 1927 in großen japani­schen Zeitungen gelobt. Im weltweiten Wettbewerb "Nations in Bloom" hat Karlsruhe 2002 einen "Golden Award" mit seiner Grünaus­stat­tung erreicht.


Eine Stadt kann dieses grüne Image nur dauerhaft erhalten, wenn Bürger­schaft und politische Vertreter ein starkes Engagement für dieses Entwick­lungs­ziel vertreten und ein aktives Garten­bau­amt die fachliche Quali­fi­ka­tion einbringt sowie die Grünflä­chen­kon­zep­tion für die Gesamt­stadt laufend weiter­ent­wi­ckelt.

Anfänge Karlsruher Gärten und Parks


Wollte man die Geschichte Karlsruher Gärten und Parks umfassend darstellen, müsste man mit den Gärten und Treff­punk­ten in den ersten Ansied­lun­gen und Dörfern beginnen. Der römische Gutshof bei der Gewer­be­schule in Durlach, wahrschein­lich aus der Zeit 110 bis 140 n. Christus, mit seinem Garten und dem gärtne­risch angeleg­ten Hardt­win­kel, wäre ebenfalls ein wichtiger Meilen­stein. Die landschaft­li­che Gunst Karlsruhes zeigte sich mit der Ansiedlung dieses römischen Gutshofes auch schon in sehr früher Zeit. Denn es muss den Römein schon sehr gut gefallen haben, dass sie hier einen Gutshof angelegt haben. Gärten waren bis weit über das Mittel­al­ter hinaus überwie­gend fast ausschließ­lich Nutzgärten zur Anzucht von Obst und Gemüse. Aus Kloster­gär­ten wissen wir, dass auch Kräuter und einige Zierpflan­zen eine Rolle spielten. Die Freizeit, die sich meist nur durch kirchliche Festtage ergab, wurde mit der Gemeinde gefeiert oder zu einem Gang durch die Felder oder die Allmend­flä­chen genutzt.


Die Schlösser in Mühlburg und Rüppurr hatten Gebrauchs­gär­ten, die Reprä­sen­ta­tion durch aufwändig gestaltete Gärten spielte noch keine Rolle. Das änderte sich erst 1565 mit der Übersied­lung des Markgrafen Karl II. von Pforzheim nach Durlach, der seine Residenz hierher verlegte und bald auch einen herrschaft­li­chen Garten anlegen ließ. Die Markgrafen Ernst Friedrich und Friedrich VI. waren ebenfalls garten­be­geis­tert und bauten den Garten weiter aus. Eine dreirei­hige Linden­al­lee bildete den Abschluss zur heutigen B 3. Auf Befehl des franzö­si­schen Marschalls Melac wurden 1689 im Pfälzi­schen Erbfol­ge­krieg Schloss und Garten in Durlach zerstört. Damit war das erste, bereits weit über Karlsruhe hinaus bekannte Garten­kunst­werk verloren. Doch es sollte aus der Asche wieder aufer­ste­hen und spielte auch unter Markgraf Karl Wilhelm eine große Rolle. Hier wurde ihm zu Ehren im Garten­thea­ter das Singspiel "Celindo" aufgeführt. Ludwig XIV., der letztlich für die Zerstö­rung verant­wort­lich war, gab mit seinen Schlössern und Gärten wesent­li­che Impulse zum Wieder­auf­bau. So wurde 1695 die Kasta­ni­en­al­lee im Schloss­gar­ten Durlach gepflanzt, der Baum, der aus Kleinasien über Frankreich seine Verbrei­tung in Europa erst richtig fand, als Ludwig XIV. ihn für die Alleen seiner Schlösser auswählte. Es war die erste Kasta­ni­en­pflan­zung für ganz Süddeutsch­land.

Anfänge des Schloss­gar­tens


Die absolu­tis­ti­sche Schloss­an­lage unseres Stadt­grün­ders 1715 war ebenfalls von den Ideen des Sonnen­kö­nigs stark beein­flusst und seine geliebte Garten­an­lage am Schloss war natürlich auch nach dem franzö­si­schen Stil ausge­rich­tet. In zwei tiefer gelegten Beeten wurden die Tulpen gepflanzt, die er beim Studium in Holland kennen und schätzen gelernt hatte. In seinen Schloss­gär­ten ließ er bis zu 6 000 Tulpen­sor­ten ziehen. Von seinen Malern wurden die Schönsten porträ­tiert, und von ihnen existieren heute noch herrliche Bilder. Markgraf Karl Wilhelm war ein garten und botanik­be­geis­ter­ter Fürst, von dem der schwe­di­sche Botaniker Linné berichtete, dass er viel für die Botanik getan hat.


Auch die Alleen, die den Karlsruher Stern weit in die Landschaft fortführ­ten, waren ein prägendes Kennzei­chen von Versailles, dem Schloss Ludwig des XIV. 1769 bis 1770 legte Markgraf Karl Friedrich bei der Pflanzung der Durlacher Allee selbst Hand mit an, es war die erste Allee aus italie­ni­schen Säulen­pap­peln in Deutsch­land und Frankreich. Die Alleen sind bis heute ein wichtiges Element unserer Stadt geblieben. 2002 erhielt Karlsruhe den 1. Platz im Alleen­wett­be­werb Deutsch­lands, 2003 folgte der Renault Traffic Design Award 2003 für Kommunen, da durch die Neuge­stal­tung der inner­städ­ti­schen Haupter­schlie­ßungs­stra­ßen mit vierrei­hi­gen Alleen und begrünten Straßen­bahn­tras­sen in Karlsruhe eine hohe Qualität der öffent­li­chen Räume erreicht wird.


Nachdem Markgraf Karl Friedrich, der Enkel des Stadt­grün­ders, sich endgültig zu Schloss und Stadt­grün­dung bekannt hatte, wurde beides syste­ma­tisch ausgebaut und ebenfalls die Gärten weiter entwickelt. So zog hier die chine­si­sche Gartenmode in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhun­derts mit Pavillons, Grotten und Wasser­läu­fen in den Schloss­gar­ten ein. Der ungezwun­ge­nere, landschaft­li­che englische Gartenstil folgte zeitgemäß mit Hofgärt­ner Schweickardt ab 1787. Der Schloss­gar­ten war bereits Ende des 18. Jahrhun­derts zeitweise für die Bürger geöffnet. Auch hier zeigte sich die badische Libera­li­tät, aber es musste eine strenge Garten­ord­nung einge­hal­ten werden.

Das Spazie­ren­ge­hen als Freizeit­be­schäf­ti­gung der Bürger entwi­ckelte sich erst im letzten Jahrhun­dert. Man erging sich im Beiert­hei­mer Wäldchen, dem Hardt­win­kel Hof und dem Augar­ten­wald. Es entstanden Wirts­häu­ser mit Grünan­la­gen für Spazier­gän­ger zur Einkehr, so zum Beispiel das Prome­na­den­haus 1812/1813 auf der Kriegs­straße und das Alleehaus 1811 an der Durlacher Allee. Im Augarten gab es bei einer Wirtschaft einen kleinen Park mit Badege­le­gen­heit und beim Stepha­ni­en­bad einen englischen Garten.

Anfänge des Stadt­gar­tens


Die junge Stadt Karlsruhe wurde immer dichter bebaut, und der Wunsch nach einem eigenen Park für die Bürger wurde immer lauter. Schon vor 1800 versuchte die Stadt von der Gemeinde Beiertheim Augarten und Hardt­win­kel­wald zu kaufen. Aber Beiertheim verkaufte nicht und wollte dagegen den Wald fällen. Dies genehmigte die markgräf­li­che Behörde nicht, die dann dieses Waldstück mit dem Kiesteich "zum Zwecke der Verschö­ne­rung der Umgebung der Residenz" kaufte. Der Hofgärtner Hartweg plante dort unter Berück­sich­ti­gung des Baumbe­stan­des eine öffent­li­che Grünfläche im engli­schen Stil, die 1823 erstellt wurde. Die laufende Pflege musste die Stadt übernehmen, das Grundstück blieb staatlich. Die erste Grünanlage der Bürger Karlsruhes war entstanden, auch wenn der Staat immer noch die Zügel in der Hand behielt. Aus dem Kiesteich war ein kleiner See entstanden, der nach dem regie­ren­den Markgrafen Ludwigsee benannt wurde. Der Hardt­win­kel­wald war 1815 in Sallen­wäld­chen umbenannt worden, dieser Name hat sich bis heute erhalten. Durch den Bau des Tullabades 1953 hat er jedoch erheblich an Größe verloren. 1835 wurde die Anlage weiter aufge­wer­tet durch die Plastik des Nepomuk von Bildhauer Christoph Melling, die nach dem Abriss des Brunnen­hau­ses in der Lammstraße zur Verfügung stand. Leider wurde sie bei den Umbau­ar­bei­ten zur Bundes­gar­ten­schau im See versenkt. 1840 wurde ein Turnplatz im Sallen­wäld­chen für das Lyceum angelegt, um dort den Turnun­ter­richt abzuhalten. Dies war eine der ersten Einrich­tun­gen dieser Art im ganzen Land, und so gab es beacht­li­che Diskus­sio­nen. Ab 1856 hat der Karls­ru­her Turnverein diesen Platz ebenfalls genutzt.


1870/1871 hat der großher­zog­li­che Garten­in­spek­tor Karl Mayer den kleinen Park überplant und für die Naher­ho­lung zum "Volks­gar­ten" zeitgemäß ausge­stat­tet. Ein großer Kinder­spiel­platz, einer der ersten in Baden, wurde angelegt und der Galathea­brun­nen mit Fontäne aufge­stellt. Am 9. September 1865 war südlich davon der Tiergarten als private Vereins­an­lage eröffnet worden. Als ihre finan­zi­el­len Probleme immer größer wurden, erfolgte am 1. Januar 1877 die Zusam­men­le­gung mit der Garten­flä­che südlich der am 29. April 1877 einge­weih­ten Festhalle zum Stadt­gar­ten. Die Verwal­tung übernahm die Stadt­gar­ten­kom­mis­sion. Im gleichen Jahr wurde im Sallen­wäld­chen ein Kinder­spiel­platz mit Schaukeln, Wippen und Sandkasten in einer Größe von 2 700 Quadrat­me­tern erstellt; er war einer der ersten in Süddeutsch­land.

Weiter­ent­wick­lung Schloss­gar­ten

Auch beim Schloss war die Entwick­lung nicht stehen geblieben. Nach Vorschlä­gen von Weinbren­ner und Dr. Gmelin wurde der große Parade­platz vor dem Schloss rechts und links mit Linden­al­leen gefasst und darin Bosketts angelegt.


Ab 1808 legte man den Botani­schen Garten an, der 50 Jahre später nochmals umgestal­tet wurde, da das Interesse an auslän­di­schen Pflanzen wieder gestiegen war. Es sei daran erinnert, dass dies nach der Stadt­grün­dung unter Markgraf Karl Wilhelm ein wichtiges Anliegen war, und der erste Hofgärtner Thran 1731 bis 1733 in Afrika mit auf Exkursion war, um fremde Pflanzen in den Garten des Schlosses zu holen. Der Botaniker Dr. Gmelin unternahm 1789 eine Reise nach Südfrank­reich und Spanien und brachte 300 Pflanzen und über 1 600 Pflanzen als Samen mit. Erstmalig wurden in Deutsch­land so die Bäume Ginkgo, Tulpenbaum, Liqui­dam­bar, Taxodium, Weihmuts­kie­fer und ameri­ka­ni­sche Eichen gepflanzt.


Der franzö­si­sche Gartenstil, der seinerzeit den italie­ni­schen abgelöst hatte, war aus der Mode gekommen. Die geknech­tete und streng geschnit­tene Natur der Parks von Ludwig XIV. entsprach nicht dem aufge­klär­ten Zeitgeist, und so wurde der freiere, landschaft­li­che, englische Garten­stil in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhun­derts unter anderem von Schweick­hardt, der als Gärtner in England gearbeitet hatte, auf der Rückseite des Schlosses eingeführt. Die strengen Waldalleen wurden aufgegeben, eine lockere landschaft­li­che Gestaltung mit dem See und der großen Fontäne ab 1860 von Garten­in­spek­tor Karl Mayer im Norden realisiert.

Grünflä­chen­ent­wick­lung unter Friedrich Ries


1878 kam Friedrich Ries als Straßen­meis­ter zum städti­schen Wasser und Straßen­bau­amt. Er war ausge­bil­de­ter "Kunst­gärt­ner" und hatte während seiner Wander­jahre unter anderem in Nancy und Paris gearbeitet. In Karlsruhe hatte er die Prüfung des Straßen­meis­ters zusätzlich abgelegt. Oberbür­ger­meis­ter Lauter erkannte schnell seine heraus­ra­gende Ouali­fi­ka­tion, setzte ihn schon bald im Stadt­gar­ten ein und betraute ihn 1884 mit der Leitung der Stadt­gärt­ne­rei. 1892 wurde er Stadt­gar­ten­ver­wal­ter mit Sitz in der Stadt­gar­ten­kom­mis­sion.


Am 1. Januar 1905 wurde ein eigenes Amt, die städti­sche Garten­di­rek­tion mit Friedrich Ries als städti­schem Garten­di­rek­tor vom Stadtrat geschaffen, nachdem man erkannt hatte, dass durch die wachsende Stadt immer mehr Aufgaben voraus­schau­end wahrge­nom­men werden mussten. Dazu war ein entspre­chen­des Amt mit quali­fi­zier­ten Fachleu­ten erfor­der­lich. Die Gliederung der Städte durch Grünzüge, die Anlage ausrei­chend großer Parkan­la­gen für die Bürger zur Naher­ho­lung, waren aus stadt­kli­ma­ti­schen Gründen und auch auf Grund der sehr beengten Wohnver­hält­nisse für die Gesundheit der Bevöl­ke­rung sehr wichtig geworden. So sprach man seinerzeit oft vom "hygie­ni­schen Grün".


Parkan­la­gen, wie der Stadt­gar­ten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhun­derts entstanden in vielen Städten diese Bürger­parks hatten ebenfalls einen Bildungs­auf­trag mit den seltenen, zum Teil auch exotischen Pflanzen und Tieren, mit Alpinum und Schul­gar­ten. Sie sollten neben der Abwechs­lung dem Spazier­gän­ger einen "erhabenen Natur­ge­nuss" bieten. Zeitgemäße Sport und Betäti­gungs­mög­lich­kei­ten wurden in ihnen bekannt gemacht. Deshalb wurde im Stadt­gar­ten eine Radrenn­bahn um den südlichen See angelegt, und ein Tennis­platz war auch schon vorhanden. Gesunde Milch und Molke wurden ganz im Sinne der Volks­ge­sund­heit im Stadt­gar­ten und in den Grünan­la­gen angeboten. Die Wege auf dem 1890 entstan­de­nen Lauterberg mit seinem Wasser­re­ser­voir für zirka drei Millionen Liter wurden als Terrain­kur­we­ge angelegt und genutzt.


Die Straßen erhielten aus stadt­kli­ma­ti­schen und ästhe­ti­schen Gründen zwei , drei und vierrei­hige Alleen. 1892 war für 1000 Reichsmark eine Verpflanz­ma­schine für große Bäume gekauft worden, und die Bäume wurden zum Teil mit Bewäs­se­rungs­lei­tun­gen versehen. Die Stadt­plätze wurden meist als Grünschmuck­plätze mit einer bunten Blumen­viel­falt angelegt. Um die Jahrhun­dert­wende herrschte auch in den städti­schen Grünan­la­gen der englische, landschaft­li­che Stil vor, er war allerdings angerei­chert mit Blumen­pflan­zun­gen, da nicht die gestal­te­ri­sche Gesamt­an­lage Priorität hatte, sondern die Darstel­lung von schönen, exotischen und inter­essan­ten Pflanzen. Bei den Kinder­spiel­plät­zen war Karlsruhe weiterhin führend. 1910 gab es hier bereits zehn Spiel­plätze, während andere Städte gleicher Größen­ord­nung höchstens drei bis fünf hatten.


Der Stadt­gar­ten bildete nach wie vor die wichtigs­te städtische Parkanlage, aber es waren eine ganze Reihe weiterer Grünan­la­gen entstanden wie zum Beispiel der Nymphen­gar­ten, der 1890 nach Einbau des Nymphen­brun­nens von Heinrich Weltring für die Öffent­lich­keit zur Verfügung stand. Der Alte Friedhof an der Kapel­len­straße war zur Erholungs­an­lage umgeplant worden, nachdem der neue Haupt­fried­hof 1878 an der Haid und Neu Straße entstand. Die Anfänge der Hilda­pro­me­nade waren auf der Trasse der Maxaubahn angelegt worden. Der Archiv und Sonntag­platz sowie Teile des Albgrüns und weitere Schmuck­plätze wurden gestaltet und bepflanzt. Der Stadtrat fasste 1911 den Beschluss, "freie Plätze, soweit sie nicht dem Wagen oder Markt­ver­kehr dienen, zu bepflanzen und dadurch sowohl in ästhe­ti­scher, als in hygie­ni­scher Hinsicht dem Gemeinwohl zu dienen".


Im Stadt­gar­ten hatten Mäzene für die Erwei­te­rung gesorgt. Nachdem 1899 drei Karlsruher Damen das Geld für den ersten Rosen­gar­ten zur Verfügung gestellt hatten, folgte 1914/1915 der zweite Rosen­gar­ten, der zum 200 jährigen Jubiläum unserer jungen Stadt ein besonderer Höhepunkt werden sollte. Ries löste sich hierbei von seinem sonst prakti­zier­ten landschaft­li­chen Stil und plante einen zeitge­mä­ßen Rosen­gar­ten mehr im formalen Stil, der trotz der Kriegs­wir­ren realisiert werden konnte. Er hat die Karls­ru­her Bürge­rin­nen und Bürger begeistert und ist in der Fachwelt auf große Zustimmung gestoßen. Als er zur Bundes­gar­ten­schau 1967 abgerissen wurde, gab es einen Aufschrei in der Bevöl­ke­rung und auch heute erinnern sich viele ältere Karlsruher noch gern an "ihren" alten Rosen­gar­ten. 1913/1914 wurde der Japan­gar­ten im Stadt­gar­ten begonnen. Wie Professor Ishibashi und Professor Katsunuma überlie­fer­ten, war ein Arzt des städti­schen Klinikums ein paar Jahre in Japan gewesen und hatte Samen japani­scher Pflanzen und eine Stein­leuchte mitge­bracht. Das war neben 1 500 japani­schen Iris der Grundstock für diesen fremd­ar­ti­gen Garten um einen kleinen See, der sich in den folgenden Jahren immer weiter entwi­ckelte.


Als Garten­di­rek­tor Ries 1917 in den Ruhestand ging, würdigte der Stadtrat seine großen Verdienste durch die Aufstel­lung einer Bronze­büste schon zu Lebzeiten. So schaut er noch heute vom Eingang Rosen­gar­ten aus zu seinen geliebten Rosen.


Dipl.-Ing. Horst Schmidt, Leiter des Garten­bau­amts Karlsruhe von 1979 bis 2005

 

Ansicht des von Friedrich Ries 1915 gestalteten Rosengartens um 1960. Foto: Gartenbauamt

Ansicht des von Friedrich Ries 1915 gestalteten Rosengartens um 1960. Foto: Gartenbauamt