Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt.

Karlsruhe: Kultur

Übersicht Orte des Rechts

Karte Orte des Rechts



Lessing-Gymnasium

1 | Lessing-Gymnasium
Sophien­straße 147, Weststadt

1911 bezog das 1893 gegründete erste deutsche Mädchen­gym­na­sium dieses neue und höchst reprä­sen­ta­tive Schul­ge­bäude, nachdem die Räumlich­kei­ten in der Sophien­straße (Fich­t­eGym­na­si­um) wegen des enormen Zulaufs zu klein geworden waren. Seit 1973 wird koedukativ unter­rich­tet.


Verwaltungsgericht

2 | Verwal­tungs­ge­richt
ehemals Bad. Verwal­tungs­ge­richts­hof, Nördliche Hilda­pro­me­nade 1, Weststadt

In dem markanten Eckgebäude des großen Verwal­tungs­ge­bäu­de­en­sem­bles im neoba­ro­cken Stil nahm der Verwal­tungs­ge­richts­hof 1905 sein Domizil. 1863 hatte Baden als erstes Land in Deutsch­land ein solches Gericht und damit einen Eckpfeiler des Rechts­staa­tes geschaffen. Bürger konnten dort in der zweiten Instanz gegen einen Akt der öffent­li­chen Verwaltung vor einer unabhän­gi­gen gericht­li­chen Instanz klagen. Seit 1958 hat hier das Verwal­tungs­ge­richt Karlsruhe seinen Sitz, während der baden-württem­ber­gi­sche Verwal­tungs­ge­richts­hof in Mannheim residiert.


3 | Justiz­voll­zugs­an­stalt Karlsruhe
Unter­su­chungs­haft­an­stalt, ehemals Bezirksamts­ge­fäng­nis, Riefstahl­straße 9, Innenstadt-West

Der 1897 als „Amts­ge­fäng­nis II“ fertig­ge­stellte Bau weist durch seine Lage im ehemals vornehmen Karlsruher Westend eine besondere, von der Renaissance beeinflusste Archi­tek­tur auf. Das Gefängnis wurde nach dem Vorbild der Peters­bur­ger Haftan­stalt gebaut. In der NS-Zeit waren hier Gegner und Opfer der Natio­nal­so­zia­lis­ten inhaftiert, darunter Ludwig Marum. Heute ist es eine Anstalt mit 111 Haftplät­zen überwie­gend für Häftlinge in Unter­su­chungs­haft.


Oberlandesgericht

4 | Oberlan­des­ge­richt
Hoffstraße 10, Weststadt

Das als Berufungs­in­stanz für Zivil- und Strafsa­chen zuständige Gericht wurde durch die Reichs­jus­tiz­re­form Nachfolger des in Mannheim befind­li­chen badischen Oberhof­ge­richts. Es bezog 1902 dieses ursprüng­lich reprä­sen­ta­ti­vere Gebäude in der Hoffstraße. Eine Entschei­dung des 2. Zivil­se­nats 1934 in einer unbegrün­de­ten Schei­dungs­klage „wegen Irrtums“ bezüglich der jüdischen Konfession der Ehefrau schrieb Justi­z­ge­schichte im negativen Sinn. Der erste Präsident des Oberlan­des­ge­richts nach 1945, Wilhelm Martens, in der NS-Zeit wegen liberal-konser­va­ti­ver Ansichten und wegen seiner jüdischen Ehefrau degradiert, setzte seine ganze Energie für eine „saubere Justiz“ ein und bewegte ins Ausland vertrie­bene Juristen zum Wieder­ein­tritt.


Generalbundesanwalt

5 | General­bun­des­an­walt beim Bundes­ge­richts­hof
Brauer­straße 30, Weststadt

Der Neubau von 1998 befindet sich in räumlicher Entfernung zum Bundes­ge­richts­hof. Die Bundes­be­hörde ist die oberste Straf­ver­fol­gungs­be­hörde in Belangen des Staats­schut­zes, wenn die innere oder äußere Sicherheit der Bundes­re­pu­blik Deutsch­land für gefährdet erklärt wird. Sie ist auch zuständig für die Verfolgung von Straftaten nach dem Völker­straf­ge­setz­buch.


6 | Platz der Menschen­rechte
Weststadt

2015 eingeweiht durch die Stadt Karlsruhe aufgrund von Initia­ti­ven aus der Zivil­ge­sell­schaft. Der angren­zende Hallenbau des heutigen Zentrums für Kunst und Medien (ZKM) war einst eine der größten Rüstungs­fa­bri­ken, in der 1941 –1945 viele Tausend Zwangs­ar­bei­ter und -arbei­te­rin­nen aus den von NS-Deutsch­land besetzten Ländern unter Missach­tung der Menschen­rechte eingesetzt waren. An diesem straßen­ver­kehrs­freien Ort verbinden sich Kultur und Recht durch die benach­bar­ten Anlieger ZKM, Städt. Galerie, HfG und Bundes­an­walt­schaft.


7 | Fichte-Gymnaysium
erstes Mädchen­gym­na­sium, Sophien­straße 12 - 16, Innenstadt-West

Das erste Mädchen­gym­na­sium in Deutsch­land wurde 1893 als Privat­schule auf Initiative des Vereins „Frau­en­bil­dungs-Reform“ unter Vorsitz der Frauen­recht­le­rin Hedwig Kettler gegründet. Damit wurden junge Frauen erstmals zum Hochschul­stu­dium befähigt. „Wir wollen der Frau ermög­li­chen, ihre geistigen Fähig­kei­ten zu entwickeln wie der Mann“, führte Kettler bei der Eröffnung aus. Mit der Übernahme des Mädchen­gym­na­si­ums durch die Stadt Karlsruhe im Jahr 1898 erfuhr es offizielle Anerken­nung.


Prinz-Max-Palais

8 | Prinz-Max-Palais
Bundes­ver­fas­sungs­ge­richt 1951-1969, Karlstraße 10, , Innenstadt-West

Die 1884 für einen Bankier errichtete Stadtvilla wurde von Prinz Max von Baden erworben, der hier seit 1900 seinen Wohnsitz hatte. Als letzter Reichs­kanz­ler des Kaiser­reichs berief der ambiva­lente „liberale“ Aristokrat im Oktober 1918 noch eine parla­men­ta­ri­sche Regierung, die jedoch die Novem­ber­re­vo­lu­tion 1918 mit der Wendung zu einer republi­ka­ni­schen Demokratie nicht verhindern konnte. 1951 nahm das Bundes­ver­fas­sungs­ge­richt in Karlsruhe seinen Sitz zunächst hier, ehe es 1969 den Neubau beim Schloss bezog. Seit 1981 sind im Haus Stätten der Kultur unter­ge­bracht, die freiheit­li­che Rechte für ihr Wirken benötigen und umgekehrt Ausdruck freiheit­li­cher Verfasst­heit sind.


Bundesgerichtshof

9 | Bundes­ge­richts­hof
Herren­straße 45 a, Innenstadt-West

Das Gericht hat seit seinem Bestehen im Jahr 1950 seinen Sitz im 1897 fertig gestellten Erbgroß­her­zog­li­chen Palais. Es ist oberster Gerichts­hof des Bundes in Zivil- und Strafsa­chen. Im nördlichen Neubau befindet sich das Rechts­his­to­ri­sche Museum.


Landgericht

10 | Landge­richt
Hans-Thoma-Straße 7, Innenstadt-West

Der 1876 fertig gestellte Justiz­pa­last im schlichten Neo-Renaissance-Stil sollte nach der 1879 wirksamen Reichs­jus­tiz­re­form zunächst die drei Instanzen der ordent­li­chen Gerichts­bar­keit – Amts-, Land- und Oberlan­des­ge­richt – ebenso wie die Staats­an­walt­schaft unter einem Dachver­ei­nen. Das vielleicht aufse­hen­er­re­gendste Gerichts­ver­fah­ren war der Mordpro­zess 1907 gegen Karl Hau, den Eduard Dietz, später Schöpfer der Badischen Verfassung 1919, vertei­digte. Nach 1933 fanden hier zahlreiche Verfahren gegen Personen des Wider­stands statt.


Neues Ständehaus

11 | Neues Ständehaus
Stände­haus­straße 2, Innenstadt-West

Ort des Badischen Parlaments: Nachdem Baden 1818 als einer der ersten Staaten im Deutschen Bund eine Verfassung hatte, war das 1822 fertig gestellte Karlsruher Ständehaus der erste Parla­ment­s­neu­bau in Deutsch­land. Durch die stark liberal besetzte Ausrich­tung stießen die dort geführten Debatten auf Widerhall im gesamten Deutschen Bund. Während das Stände­h­aus­ge­bäude 1944 schwer beschädigt und die Ruine 1961 ungeachtet der Bedeutung abgerissen wurde, wurden auf einem Teil der Grundfläche des histo­ri­schen Stände­hau­ses die Erinne­rungs­stätte Ständehaus zur badischen Parlaments- und Demokra­tie­ge­schichte und die Stadt­bi­blio­thek errichtet.


Bundesverfassungsgericht

12 | Bundes­ver­fas­sungs­ge­richt
Schloss­be­zirk 3, Innenstadt-West

Aus der Erfahrung der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Diktatur, die die Freiheits­rechte der Weimarer Verfassung beseitigte, sahen die Verfas­sungs­vä­ter und -mütter dieses höchste Gericht zum Schutz der verfas­sungs­mä­ßi­gen Freiheits­rechte vor. Es nahm 1951 seine Arbeit auf. Der von Paul Baumgarten 1969 fertig gestellte Neubau im Schloss­be­zirk drückt archi­tek­to­nisch die Trans­pa­renz und Offenheit der demokra­ti­schen und rechts­staat­li­chen Verfassung im Grund­ge­setz aus.


13 | Großherzog-Karl-Friedrich-Denkmal
Schloss­be­zirk, Innenstadt
Das 1844 einge­weihte Monument ehrt Großherzog Karl Friedrich (1728-1811), der aufgrund seiner Reform­leis­tun­gen während seiner 65-jährigen Regie­rungs­zeit als heraus­ra­gen­des Beispiel für einen aufge­klär­ten Fürsten gilt. Mit der Reform der Hofge­richts­ord­nung machte er erste Schritte zur Unabhän­gig­keit der Justiz. 1767 schaffte er die Folter ab. Seine Untertanen achteten ihn besonders wegen der Aufhebung der Leibei­gen­schaft im General­de­kret von 1783; hierfür steht symbolisch die Schrift­rolle in der Hand der Denkmalfi­gur.


Platz der Grundrechte

14 | Platz der Grund­rechte
Marktplatz, Innenstadt

von Jochen Gerz, entstanden zwischen 2002 und 2005 im Auftrag der Stadt als künst­le­ri­scher Beitrag zur Residenz des Rechts. Er thema­ti­siert Karlsruhes besondere Beziehung zum Recht und zu den Bundes­ge­rich­ten, die hier ihren Sitz haben, und gibt der Bedeutung Ausdruck, die das Recht für die Demokratie hat. 24 Schilder versammeln auf Vorder- und Rückseite die Aussagen von Vertretern des Rechts und des öffent­li­chen Lebens, aber auch die Erfah­run­gen von Menschen aus der Bevöl­ke­rung und von denen, über die Recht gesprochen worden ist. Der Platz der Grund­rechte entstand zweimal. Die zentrale Version findet sich auf der histo­ri­schen Achse zwischen Schloss und Marktplatz. Die dezentrale Version verteilt sich auf 24 Standorte der Stadt, die von Bürge­rin­nen und Bürgern ausgewählt worden sind und die alle einen eigenen Bezug zum Recht haben.


Rathaus am Marktplatz

15 | Rathaus am Marktplatz
Karl-Friedrich-Straße 10, Innenstadt-West

Das 1805 –1825 von Friedrich Weinbren­ner errichtete „kommunale Regie­rungs­ge­bäu­de“ sollte nach den Plänen des Archi­tek­ten einen Trakt für das badische Parlament erhalten. 1822 wurde jedoch mit dem Ständehaus ein separater Bau für das Parlament eingeweiht. In der Revolution 1849 nach dem Aufstand der Garnison und der Flucht des Großher­zogs rückte von Offenburg der revolu­tio­näre Landes­aus­schuss in die Residenz ein. Der Präsident der provi­so­ri­schen revolu­tio­nären badischen Regierung, Lorenz Brentano, verkündete am 14. Mai 1849 vom Rathaus­bal­kon die Republik.


Verfassungssäule

16 | Verfas­sungs­säule
Karl-Friedrich-Straße / Rondell­platz, Innenstadt-Ost

Die so genannte Verfas­sungs­säule wurde 1827 im Andenken an Großherzog Karl fertig gestellt und 1832 nach dem Tod seines restau­ra­ti­ven Nachfol­gers erweitert um die Inschrift „Dem Gruender der Verfassung die dankbare Stadt Carlsruhe“. Die badische Verfassung von 1818 garan­tierte erstmals bürger­li­che Grund­rechte. Sie wird als die freiheit­lichste deutsche Verfassung jener Zeit bezeichnet und trug zu einer liberalen Gesell­schafts­ord­nung bei.