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Karlsruhe: Kultur

Agile Theater- und Tanzszene


 

Karlsruhe ist eine quick­le­ben­dige Theater­stadt. Etwa 400.000 Besucher zählen die vielen Bühnen der Stadt jährlich. Vom tradi­ti­ons­rei­chen "Badi­schen Staats­thea­ter" mit Oper, Schauspiel, Ballett und der Badischen Staats­ka­pelle bis zum Volks­thea­ter "d'Badisch Bühn" bieten die Karlsruher Musen­tem­pel für jeden etwas. Die Anhänger der Schau­spiel­klas­si­ker und großen Opern­dra­men kommen ebenso auf ihre Kosten, wie Ballet­to­ma­nen oder die Freunde des fremd­spra­chi­gen Theaters.


Großes Theater und profi­lierte Amateure

Die Tradition des Badischen Staats­thea­ters ist älter als Karlsruhe selbst. Sie geht zurück ins Jahr 1666, als der markgräf­li­che Hof noch in Durlach residierte und beginnt mit einer Ballet­t­auf­füh­rung im Theater­saal der Karlsburg. Deutsche Theater­ge­schichte schrieb die Kultur­stadt Karlsruhe in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhun­derts. Mit Hermann Levi (1864 bis 1872) und Felix Mottl (1880 bis 1903) wurde das Hoftheater - an seiner Stelle steht heute das Bundes­ver­fas­sungs­ge­richt - zum Mekka der musika­li­schen Romantik. Die Pflege der Opern Richard Wagners brachte Karlsruhe den Ruf eines "Klein-Bayreuth" ein. Heute ist das Badische Staats­thea­ter ein inter­na­tio­nal viel beach­te­tes Drei-Sparten-Haus mit drei Spiel­stät­ten - dem Opernhaus und dem Schau­spiel­haus am Ettlinger Tor sowie dem Theater die "Insel". Einmal im Jahr knüpft das Badische Staats­thea­ter an Zeiten an, in denen Karlsruhe großher­zog­li­che Residenz war. Dann lädt es zum festlichen Opernball und lockt Gäste aus nah und fern.

Eine höfische Ballet­t­auf­füh­rung stand am Anfang der Karlsruher Theater­ge­schichte und heute setzt das Ballett des Staats­thea­ters mit einer jungen Compagnie unter Leitung der Kammer­tän­ze­rin und früheren Stutt­gar­ter Prima­bal­le­rina Birgit Keil Maßstäbe in der Tanzwelt. Das Repertoire pflegt die großen Ballette der Romantik und die Tanzschöp­fun­gen der Neoklassik. Das Ballett hält mit jungen Choreo­gra­phen den Anschluss an neue Entwick­lun­gen im Tanz.

Für ihre breit gefächer­ten Spiel­zeit­pro­gramme werden drei weitere Bühnen in der Kultur­stadt Karlsruhe mit Beifall bedacht: Das "Sandkorn Theater" bietet von Schauspiel bis Comedy ein anspruchs­vol­les Programm, vorwiegend mit Stücken von Autoren des 20. Jahrhun­derts. Ab und an findet sich darunter auch ein Marivaux, ein Lessing oder Strindberg. Ein jährliches Highlight ist die Schul­thea­ter­wo­che mit Theater­work­shops und Auffüh­run­gen der schuli­schen Theater­grup­pen. Die überra­schen ihre Zuschauer nicht nur mit beherzten Klassi­ke­r­insze­nie­run­gen, sondern auch mit selbst erarbei­te­ten Stücken.

Etwas Besonderes hat Karlsruhe mit dem "marotte-Figur­en­thea­ter" zu bieten. Mit ihrem umfang­rei­chen Programm zeigen die Figur­en­thea­ter­pro­fis, dass Theater­pup­pen für Kinder ab drei Jahren genauso spannend sind wie für Erwachsene. Mit der "Marot­tina­le", einem mehrtä­gi­gen Figur­en­thea­ter­fes­ti­val, bereichert diese Bühne den Karlsruher Festi­val­ka­len­der.

Seit über einem halben Jahrhun­dert bietet das "Kammer­thea­ter" gehobenen Boulevard. Mit neuen Stücken, Gastspie­len und einer innova­ti­ven Koope­ra­tion mit dem Berliner Schloss­park­thea­ter geht das Kammer­thea­ter erfolg­reich die nächsten 50 Jahre an.

Doch damit nicht genug. Die Kultur­stadt Karlsruhe ist ein El Dorado künst­le­risch hoch quali­fi­zier­ter Amateur­thea­ter: Wer der Spur des Theaters "Die Spur" gefolgt ist, hat sich in fünf Jahrzehn­ten durch die gesamte Theater­li­te­ra­tur von der Klassik bis zur Moderne hindurch­ge­se­hen. Breit angelegt ist der Spielplan des Keller­thea­ters "Die Käuze" auch in der Jugend­ar­beit. Sehr aktiv pflegt es den Austausch mit dem Lace Market Theatre aus Karlsruhes Partner­stadt Nottingham. Gleiches prakti­ziert auch das "Jakobus-Theater", in dem Amateure mit profes­sio­nel­len Regis­seu­ren zusam­men­ar­bei­ten. Sie führen Stücke aller Schau­spiel­gen­res auf, haben litera­ri­sche Kabaretts, Lesungen sowie Chanson- und Musika­bende auf dem Programm und geben zusätzlich Gastspie­len Raum.

"Wir können alles, außer Hochdeutsch." Diese heimat­sprach­li­che Erkenntnis ist die Leitidee von "d'Badisch Bühn". Ganz in der Tradition ihrer großen Schwestern aus München, Frankfurt am Main, Köln und Hamburg pflegt das Volks­thea­ter die badische Mundart mit Stücken wie "Do biege sich die Balge" und "Nix wie Kuddel­muddl".


Kabarett in der Orgel­fa­brik

In einer ehemaligen Orgel­fa­brik in Durlach ist ein besonderer Theater­raum entstanden. Das "Theater in der Orgel­fa­brik" inszeniert dort in jedem Sommer ein Stück passgenau in die alte Orgelhalle hinein. Die Orgel­fa­brik ist auch die Heimat des überre­gio­nal bekannten Karlsruher Kabaretts "Die Spiegel­fech­ter", das in seinen kabaret­tis­tisch-litera­ri­schen Programmen der Gesell­schaft - und sich selbst - einen Spiegel vorhält. Karlsruhe hat Platz für viele Theater, und auch für ein weiteres Kabaret­ten­sem­ble, "Die Kratz­bürs­ten", die den Karlsruher Kultur­ka­len­der mit dem Karls­ru­her Lesefrüh­stück bereichern.

Die Stadt Karlsruhe fördert Theater­ar­beit mit Kindern und Jugend­li­chen wie sie die Jugend­clubs einiger Theater anbieten. In Schulen ist auch das "Xenia-Theatre" aktiv. Es führt seine franzö­sisch­spra­chi­gen Stücke in den Gymnasien der Region auf und fördert so die Sprach­kennt­nisse. Weiter unter­stützt es deutsch-franzö­si­sche Theater­grup­pen und arbeitet mit der grenz­über­schrei­ten­den Université Populaire Pamina vhs zusammen.


Tanz für Jedermann

Ihren wertvollen Beitrag zu einer lebendigen Theater- und Tanzszene in Karlsruhe leisten mit ihren Program­men regelmäßig die freie Theater­gruppe "Werkraum", die Tanztri­büne und das inter­na­tio­nale Tanzfes­ti­val im Kultur­zen­trum Tempel sowie die Folkloria. Dass sich in Karlsruhe bis heute eine sehr aktive Tango-Szene entwickelt hat, ist vor allem ein Verdienst des rührigen Karlsruher Kultur­ver­eins "Siempre Tango". Das Café Havanna steht seit fast drei Jahrzehn­ten für südame­ri­ka­ni­sche Kultur und Lebens­freude. pz