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Karlsruhe: Kultur

ZeitGenuss

Festival für Musik unserer Zeit

24. bis 27. Oktober 2019

Das siebte ZeitGenuss-Festival beschrei­tet mit der Verpflich­tung von Johannes Kreidler als Kurator neue Wege: Der Komponist, Konzept- und Medien­künst­ler gilt als einer der wichtigs­ten Vertreter der Konzept­mu­sik, die in den letzten 20 Jahren entstanden ist. In der Konzept­mu­sik werden in akusti­schen Prozessen Themen der Gesell­schaft reflek­tiert. Diesen Werken liegt genau eine Idee zugrunde, Konzept und Gehalt sind identisch; im Idealfall kommu­ni­ziert der Titel schon das Konzept. Neben eigenen Werken aus den Bereichen akustische und akusma­ti­sche Musik, Video und Perfor­mance setzt Kreidler Kompo­si­tio­nen von Carola Bauckholt und Enno Poppe auf das Programm von ZeitGenuss 2019. Weiter stellen Kompo­si­ti­ons­stu­die­rende aus der Klasse Wolfgang Rihm und Markus Hechtle der Hochschule für Musik Karlsruhe neue Arbeiten vor. Inter­pre­tiert werden die Programme vom Berliner Ensemble Mosaik, das seit vielen Jahren mit Johannes Kreidlers Kompo­si­tio­nen vertraut ist, vom Karlsruher Ensemble TEMA, das sich von Anfang an bei ZeitGenuss engagiert, und von Studie­ren­den der Hochschule für Musik Karlsruhe, die sich im Master-Studien­gang Zeitge­nös­si­sche Musik spezia­li­sie­ren können.


Der Komponist, Konzept- und Medien­künst­ler Johan­nes­ ­Kreid­ler, Jahrgang 1980, studierte in Freiburg im Breis­gau Kompo­si­tion bei Mathias Spahlinger, elektro­ni­sche Musik und Musiktheo­rie, Philo­so­phie und Kunst­ge­schichte. Als S­ti­pen­diat der Europäi­schen Union war er Gaststu­dent am Insti­tut ­für Sonologie (Compu­ter­mu­sik) des Koninklijk Conser­va­to­rium Den Haag. 2012 erhielt er den Kranich­stei­ner Musikpreis. Im Herbst 2019 trat Kreidler eine Professur für Kompo­si­tion und Mu­siktheo­rie an der Hochschule für Musik Basel an.

Johannes Kreidler gilt als einer der wichtigs­ten Vertreter der mu­si­ka­li­schen Konzept­kunst, wie sie sich seit den 2000er Jahren her­aus­ge­bil­det hat. Ein Konzept­stück wird von einer pointier­ten I­dee bestimmt; Instru­men­tal­klänge, Samples aus den Klang­ar­chi­ven ­des weltweiten Netzes und Fragmente vorge­fer­tig­ter Musiken wer­den zu etwas Neuem, dessen Gehalt wichtiger ist als die sinn­li­che Erschei­nung des Werkes. Die Bedeutung erschließt sich dem Empfänger nur mit Zusatz­in­for­ma­tio­nen wie Text, Kommentar, Bild, Video oder Perfor­mance. Kreidlers Arbeiten sind häufig ­ge­sell­schafts­kri­tisch und zielen auf eine Erwei­te­rung des Mu­sik­be­griffs ab.

Mit seinen teilweise provo­kan­ten Werken und Schriften hat Jo­han­nes Kreidler Kontro­ver­sen ausgelöst, die auch in Buchfor­m er­schie­nen sind und die er selbst wiederum musik(­thea­tr)a­lisch ­ver­ar­bei­tete. Seine Arbeiten waren bei vielen europäi­schen ­Fes­ti­vals wie den Donaue­schin­ger Musiktagen, Eclat Stutt­gar­t o­der dem Borealis Festival Bergen zu erleben.

 

Programmflyer zum Download (PDF, 1.74 MB)


Veran­stal­ter

Stadt Karlsruhe, Kulturamt

in Zusam­men­ar­beit mit der
Hoch­schule für Musik Karlsruhe

Festi­val­lei­tung
Dr. Susanne Asche | Professor Hartmut Höll

Organi­sa­tion
Presse- und Betriebs­büro der Hochschule für Musik Karlsruhe | Stadt Karlsruhe, Kulturamt, Kultur­bü­ro


 

Minidokumentation über Johannes Kreidler

Johannes Kreidler, Rotraum, Foto: Esther Kochte