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Karlsruhe: Städtische Galerie

ARD Hörspieltage 2018

Crisis in Art 1918/2018 - Hörstück vom Schwarz­wald­la­bor ­für Turntable, Gitarre, Klavier und electro­nics

Freitag 09/11/2018 um 19 Uhr

Mit dem Ende des Ersten Welt­kriegs kam das böse Erwachen aus einer natio­na­lis­tisch an­ge­heiz­ten Kriegs­ex­tase. Ein Weltreich zerfiel: Die k.u.k. Dona­u­mon­ar­chie. Die Auswir­kun­gen davon sind heute noch in der nicht nach Ethnien gekenn­zeich­ne­ten Grenz­zie­hung auf dem Balkan und bis zur Ukraine hin bemerkbar. In der Kunst wachte man aus spätro­man­ti­scher harmo­ni­scher Veräs­te­lung jäh auf und for­mu­lierte nach der Ornamentik der Jahrhun­dert­wende den Wunsch nach neuer alter Trans­pa­renz, genannt Klassi­zis­mus. Welches Welt­reich stürzt 2018 ein? Ist es die Speku­la­ti­ons­blase um Google, Apple oder Facebook? Warum sind viele Chinesen mit dem Social-Credit-Point-System über Gesichts­er­fas­sung und digita­ler ­Ver­fol­gung zufrieden? Welche Tektonik erneuert gerade die welt­po­li­ti­sche Aufteilung in geopo­li­ti­sche Blöcke, die doch nach der politi­schen Wende längst als überwunden empfunden wurden? Das Schwarz­wald­la­bor stellt sich in seinen ­klang­lich-sprach­li­chen Distrikten und Metamor­pho­sen diesen alten und neu geborenen gesell­schafts­po­li­ti­schen Auffal­tun­gen aus dem Geist der gesteu­er­ten Impro­vi­sa­tion.

Christian Claus: Turntable und Voices
Matthias Ockert: Gitarrre und electro­nics
Franz Ferdinand August Rieks: Klavier und e­lec­tro­nics
Produziert von mik (musik­thea­ter intégra­le ­karls­ru­he)

Zu den Künstlern
Für die diesjäh­ri­gen ARD Hör­spiel­tage kommen in der Städti­schen Galerie drei Künstler für das musik­thea­ter intégrale zusammen, die in dieser Konstel­la­tion noch nicht zusammen gespielt haben. Der junge Karls­ru­her ­Kom­po­nist und Pianist Franz Ferdinand August Rieks, der u.a. bei Wolf­gang Rihm studiert und bereits vielfach inter­na­tio­nal ­aus­ge­zeich­net ist, u.a. von den Berliner Philhar­mo­ni­kern, dem Lu­cerne Festival sowie in New York und Chicago, trifft am Vor­stel­lungs­abend auf den Karlsruher Kompo­nis­ten und Gitar­ris­ten ­Matt­hias Ockert, der auf nationaler und inter­na­tio­na­ler Ebene, ebenfalls ausge­zeich­net, zahlreiche Auftritte mit den ver­schie­dens­ten Musikern gespielt hat und sein Handwerk mitun­ter in New York erlernte. Der Dritte im Team ist der Karlsruher DJ und Klang­künst­ler 2xC, der der Musik der genannten Kollegen eine ­sprach­li­che Komponente hinzufügen wird und auf diese Weise schon ein­mal den Karl-Sczuka-Förder­preis im Rahmen der Donaue­schin­ger Mu­sik­tage gewonnen hat. Geplant ist ein Konzert mit hohem Im­pro­vi­sa­ti­ons­cha­rak­ter, bei dem wechsel­wei­se hyp­no­tisch-flächiges Gitar­ren­spiel mit virtuosem Piano, getra­gen von Drumsounds aus dem Sampler, auf hastig zerhackte Wortfet­zen von Platten­spie­ler und Mischpult aufein­an­der­tref­fen.

 

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