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Karlsruhe: Städtische Galerie

Verborgene Spuren. Jüdische Künstler*innen und Architekt*innen in Karlsruhe 1900-1950

11/12/2020 - 28/02/2021

Am facet­ten­rei­chen Kultur­le­ben in Karlsruhe waren im ersten Drit­tel des 20. Jahrhun­derts zahlreiche Kunst­schaf­fen­de jü­di­scher Herkunft maßgeblich beteiligt. Seit Beginn des na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Terror­re­gi­mes 1933 wurden sie jedoch ­sys­te­ma­tisch ausge­grenzt, diskri­mi­niert, in die Emigra­tion ­ge­zwun­gen oder verschleppt und ermordet. Unter dem Titel "­Ver­bor­gene Spuren. Jüdische Künst­ler*in­nen und Archi­tek­t*in­nen in Karlsruhe 1900-1950" beleuchtet die Städtische Galerie ­Karls­ruhe in einer umfang­rei­chen Präsen­ta­tion nun erstmals ­die­sen weitgehend verges­se­nen Teil der Karls­ru­her ­Kul­tur­ge­schichte. Vorge­stellt werden mehr als zwanzig ­Künst­ler*in­nen, Fotograf*in­nen und Archi­tek­t*in­nen, die ur­sprüng­lich aus Karlsruhe stammten, hier ihre Ausbil­dung ab­sol­vier­ten oder entschei­dende Schaf­fens­jahre in der Stadt­ ­ver­brach­ten, bevor viele von ihnen, bedingt durch die politi­sche ­Ent­wick­lung in der NS-Zeit, aus Deutsch­land fliehen mussten oder aber das grausame Schicksal der Depor­ta­tion in Konzen­tra­ti­ons- und Vernich­tungs­la­ger erlitten.

Foto Hanns Ludwig Katz | Männliches Bildnis | um 1920 | Kunsthalle Emden | Foto: Elke Walford, Fotowerkstatt Hamburger Kunsthalle

Im Bereich von Musik und Theater nahmen jüdische ­Kul­tur­schaf­fende bereits im 19. Jahrhun­dert in Karlsruhe eine ­be­deu­tende Rolle ein. In der bildenden Kunst und Archi­tek­tur ­zeich­net sich eine vergleich­bare Entwick­lung hingegen erst seit der Jahrhun­dert­wende ab. Die meisten der in der Ausstel­lung ­ver­tre­te­nen Künst­ler*in­nen und Archi­tek­t*in­nen kamen aufgrun­d ­des breit­ge­fä­cher­ten Ausbil­dungs­an­ge­bots in die Stadt. Sie stu­dier­ten seit dem späten 19. Jahrhun­dert an der Kunst­aka­de­mie und der Kunst­ge­wer­be­schule, an der 1885 gegrün­de­ten ­Ma­le­rin­nen­schule und an der renom­mier­ten Archi­tek­tur­fa­kul­tät der Tech­ni­schen Hochschule. Nach dem Ersten Weltkrieg entwi­ckel­te ­sich die Badische Landes­kunst­schule als Zusam­menschluss von Aka­de­mie und Kunst­ge­wer­be­schule, an der nun auch Frauen eine ­künst­le­ri­sche Ausbildung absol­vie­ren konnten, zu einem weithin aus­strah­len­den Anzie­hungs­punkt nicht nur des Verismus und der Neuen Sachlich­keit. Auch die Fotografie, das damals neues­te ­künst­le­ri­sche Medium, übte eine große Faszi­na­tion u. a. auf Ellen Auerbach und Hilde Hubbuch aus.

Die Exponate - Gemälde, Zeich­nun­gen, Druck­gra­fi­ken, Skulpturen, Foto­gra­fien, Archi­tek­tur­pläne und histo­ri­sche Dokumente - stammen aus dem Zeitraum von den 1890er Jahren bis nach 1950 und führen eindrucks­voll vor Augen, wie vielge­stal­tig der jüdische ­Bei­trag zu Kunst und Archi­tek­tur in der Fächer­stadt in den Jahr­zehn­ten vor 1933 gewesen ist. Eine ausführ­li­che, bebil­der­te Chro­no­lo­gie verge­gen­wär­tigt die politi­schen, gesell­schaft­li­chen und kultu­rel­len Ereignisse in Deutsch­land von 1900 bis 1950 und nimmt parallel dazu die Entwick­lun­gen in Karlsruhe detail­lier­t in den Blick.

Künst­ler*in­nen:

Ellen Auerbach, Robert Curjel, Sonia Delaunay-Terk, Emma ­Dessau-Goitein, Benno Elkan, Richard Fuchs, Liselotte Grsche­bi­na (­geb. Billig­hei­mer), Leo Haas, Fritz Hirsch, Hilde Hubbuch (geb. Isay), Mely Joseph, Rudolf Joseph, Leo Kahn, Hanns Ludwig Katz, Anna Klein, Fritz Landauer, Ludwig Levy, Rudolf Levy, Edith Moos, Emil Pottner, Ludwig Schwerin, Klara Vogel-Gutman, Fritz Wer­mer, Gustav Wolf