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Karlsruhe: Städtische Galerie

Ohne Auftrag. pe wolf - Fotografie

10. April - 13. Juli 2014
Die Werkschau "Ohne Auftrag. pe wolf - Fotogra­fie" im Forum der Städti­schen Galerie Karlsruhe stellt einen Künstler vor, der viele Jahre eher im Verbor­ge­nen gearbeitet hat: pe wolf, mehrere Jahrzehnte als Leiter der Werkstatt für Fotografie an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe tätig, zeigt in dieser Ausstel­lung erstmals im musealen Rahmen eine reprä­sen­ta­tive Auswahl aus dem umfang­rei­chen Archiv seiner "ohne Auftrag" reali­sier­ten Fotogra­fien. Dafür hat er weit mehr als hundert Aufnahmen ausgewählt, die exempla­risch das gesamte Spektrum seiner Arbeiten von den 1960er Jahren bis heute anschau­lich werden lassen: Aktbilder, Stillleben, Alltags­sze­nen und Straßen­si­tua­tio­nen, urbane und landschaft­li­che Impres­sio­nen, Innenraum- und Fenster­mo­tive gehören ebenso dazu wie eine Reihe eindrucks­vol­ler Porträts, die einen besonderen Schwer­punkt der Präsen­ta­tion bilden.

pe wolfs ausschließ­lich analog reali­sier­te Fotoar­bei­ten zeichnen sich durch gestal­te­ri­sche Klarheit, Sorgfalt und Strenge aus. Die Vorliebe des Fotografen gilt den schwarz-weißen Licht­bil­dern. Ebenso wichtig wie die Wahl der Motive ist ihm die sinnlich-haptische Seite seines Mediums, etwa die Beschaf­fen­heit des Fotopa­piers, die variie­ren­den Kontraste und unter­schied­li­chen Tonig­kei­ten. Das Negativ wird jedoch in keiner Weise technisch manipu­liert, auch die Bildaus­schnitte legt pe wolf nicht erst im Labor fest, sondern konsequent bereits im Sucher des Fotoap­pa­rats. Die materi­el­len Grund­la­gen der fotogra­fi­schen Bilder­zeu­gung bleiben für den Betrachter immer unmit­tel­bar nachvoll­zieh­bar.


Das vornehm­li­che Interesse des Fotografen gilt nicht dem vorder­grün­dig Sensa­tio­nel­len oder Spekta­ku­lä­ren. Die Spannung und Ausdrucks­kraft der Aufnahmen von pe wolf resultiert vielmehr aus einem besonderen Gespür für die kleinen außer­ge­wöhn­li­chen Begeben­hei­ten im Alltäg­li­chen und die mitunter überra­schende Ästhetik zufälliger Konstel­la­tio­nen. Aber auch die genaue Beobach­tungs­gabe, der Humor, die Nachdenk­lich­keit und das an der Kunst­ge­schich­te geschulte Auge des Fotografen tragen zum Facet­ten­reich­tum seiner Bildwelt entschei­dend bei.


Ein signi­fi­kan­ter Aspekt im Werk pe wolfs ist der spezi­fi­sche Umgang mit dem Faktor Zeit. Das Prinzip der Wieder­ho­lung oder Verdop­pe­lung zieht sich von Anfang an wie ein roter Faden durch alle Schaf­fen­s­pha­sen. Zahlreiche Aufnahmen sind als Diptychen angelegt, wodurch die Differenz zwischen einem Vorher und einem Nachher zur Anschauung kommt und verdeut­licht, dass immer nur ein Bruchteil der Realität einge­fan­gen werden kann - ein kleiner Augenblick, der schon im nächsten Moment unwie­der­bring­lich vergangen ist. Auch in jenen Porträts, die nicht als Doppel­bild realisiert wurden, ist die Zeit gleichsam integriert: Durch eine lange Belich­tungs­phase von bis zu 30 Sekunden verändert sich der Ausdruck der porträ­tier­ten Personen, etwas eigen­tüm­lich Atmosphä­ri­sches wird auf diese Weise Teil der ansonsten streng auf Sachlich­keit bedachten Fotogra­fien.


Zur Ausstel­lung erscheint die Publi­ka­tion "Ohne Auftrag. pe wolf - Fotogra­fie" mit mehr als 220 Abbil­dun­gen und einem Text von Michael Hübl im modo Verlag Freiburg. Sie kostet an der Museums­kasse und im Buchhandel 22,50 Euro.

Biografie Peter Wolf (pe wolf)

1944 geboren in Weikers­dor­f/Mäh­ren, Tsche­chien

1964-1968 Studium an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

1971-2009 Leiter der Werkstatt für Fotografie an der Staat­li­chen Akademie der

Bildenden Künste Karlsruhe

pe wolf lebt und arbeitet in Karlsruhe.

Blick in die Ausstellung (PDF, 103 KB)

 

pe wolf, Louvre Paris, 1997, Silbergelatineabzug

pe wolf, Louvre Paris, 1997, Silbergelatineabzug


pe wolf, Ballettprobe, Staatstheater Karlsruhe, 1986, Silbergelatineabzug

pe wolf, Ballettprobe, Staatstheater Karlsruhe, 1986, Silbergelatineabzug


pe wolf, Fenster IWKA Karlsruhe, 1986, Silbergelatineabzug

pe wolf, Fenster IWKA Karlsruhe, 1986, Silbergelatineabzug