Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt.

Karlsruhe: Städtische Galerie

Dust and Trace

Heinz Pelz

21. Oktober 2018 - 3. März 2019


Die neue Sonderaus­stel­lung des För­der­krei­ses der Städti­schen Galerie Karlsruhe widmet sich unter dem Titel "Dust and Trace" dem aktuellen Schaffen des Künst­lers Heinz Pelz. 1959 in Ludwigs­burg geboren, studier­te ­Pelz von 1979 bis 1986 Malerei bei Per Kirkeby an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Das Werk des in Karlsruhe lebenden und arbei­ten­den Malers wurde mehrfach ­mit Preisen und Stipendien ausge­zeich­net, war in zahlrei­chen ­Son­deraus­stel­lun­gen zu sehen und ist in vielen renom­mier­ten ­Samm­lun­gen, beispiels­weise in der Städti­schen Kunst­hal­le ­Mann­heim oder in der Deutsche Bank Art Collection, vertreten. Heinz Pelz entwi­ckelte - zunächst im Medium der Ölmalerei, seit etwa einem Jahrzehnt ausschließ­lich mit Misch­tech­ni­ken auf Papier - eine eigen­stän­dige, beein­dru­ckende Bildspra­che. Sie ist ge­prägt von einem intensiven Dialog zwischen der Pa­piero­ber­flä­che, maleri­schen Elementen und grafi­schen Struk­tu­ren.

Vor rund zehn Jahren hat Heinz Pelz die Entschei­dung getroffen, ausschließ­lich auf Papier zu ar­bei­ten. Aber ebenso wie seine zuvor entstan­de­nen Malerei­en ­Kon­ven­tio­nen und Erwar­tungs­hal­tun­gen eher unter­wan­der­ten als be­stä­tig­ten, lassen sich die neuen Werke kaum als Zeich­nun­gen ­ka­te­go­ri­sie­ren. Der Aufbau jedes Bildes ist vielschich­tig und er­wächst aus zahlrei­chen Arbeits­schrit­ten unter Einsatz un­ter­schied­lichs­ter Materia­lien, Malmittel, Techniken und Werk­zeuge. Der Grund für diese Heran­ge­hens­weise ist nicht, wie zu erwarten wäre, der Versuch, das Ergebnis möglichst präzi­se ­fest­zu­le­gen, sondern gerade umgekehrt der Wunsch, Bedin­gun­gen zu schaf­fen, die unerwar­tete, unvor­her­ge­se­hene Werke ermög­li­chen. Das Erschei­nungs­bild, die Aufhebung des zeitlichen Nachein­an­der­s in der visuellen Präsenz des Resultats, zeugt von Wissen, Können und Erfahrung, von Impro­vi­sa­tion und Kombi­na­tion ebenso wie vom schöp­fe­ri­schen Impuls des Zufalls und den Eigen­hei­ten der Ma­te­rie.

In seinem Katalog­bei­trag ­cha­rak­te­ri­siert Franz Littmann die Arbeits­weise von Heinz Pelz wie folgt: "Anknüp­fend an die Trans­for­ma­ti­ons­be­we­gung der Kunst vom Werkhaften zum Perfor­ma­ti­ven in den letzten zwanzig Jahren ­stützt er sich program­ma­tisch weniger auf die Prinzipien der 'Form', der 'Origi­na­li­tät', der 'Subjek­ti­vi­tät', als vielmehr auf 'Ereignis', 'Spiel' und 'Zufall'. Wenn Heinz Pelz, um das Er­geb­nis nicht von vornherein festzu­le­gen, in der Haupt­sa­che ­pro­biert, forscht, prüft, revidiert, korrigiert und vor allem war­tet, schafft er Bedin­gun­gen, die den Zufall und die Ei­gen­ge­setz­lich­keit der Materie provo­zie­ren." Ganz konse­quent bleibt das endgültige Bild - auch für den Künstler - immer eine ­Über­ra­schung. Zwar plant er, was er tut, und er kennt, so for­mu­lierte es Margrit Brehm, "die Prozesse, die bestimm­te Vor­ge­hens­wei­sen in Gang setzen, aber das Resultat kann er nicht vor­aus­se­hen. Darin liegt die Heraus­for­de­rung, die er sucht und die für ihn auch nach mehr als 30 Jahren künst­le­ri­scher Praxis Ansporn ist."

Die Ausstel­lung "Dust and Trace - Heinz Pelz" wird im Forum des Museums gezeigt und ist die neunte Präsen­ta­tion des Förder­krei­ses in Zusam­men­ar­beit mit der Städ­ti­schen Galerie Karlsruhe. Der 1996 gegründete Förder­kreis un­ter­stützt mit großem Engagement die wissen­schaft­li­che und bil­dungs­ver­mit­telnde Arbeit des Museums ideell und materiell. So fi­nan­ziert der Verein von Anfang an und bis heute immer wieder­ ­Neu­er­wer­bun­gen für die Sammlung, die den eigenen Bestan­d her­vor­ra­gend ergänzen. Erst vor kurzem erhielt das Museum eine ­Plas­tik des Bildhauers Meuser aus der Werkserie "Knautsch" als Ge­schenk des Förder­krei­ses. Auch in den zurück­lie­gen­den Jahren wur­den der Galerie bedeutende Kunstwerke übergeben, unter an­de­rem von Hiromi Akiyama, Silvia Bächli, Hans Baschang, Ulrich Er­ben, Fritz Klemm, Rainer Küchen­meis­ter, Meuser, Walter Stöhrer und Günter Umberg. Der Förder­kreis unterhält auch einen au­ßer­ge­wöhn­li­chen Museums­shop, in dem originale Kunst­wer­ke nam­haf­ter Künst­le­rin­nen und Künstler zum Verkauf angebo­ten wer­den. Darüber hinaus richtet der Verein etwa alle zwei Jahre im Forum des Museums Studio­aus­stel­lun­gen für ausge­wähl­te ­Künst­ler und Künst­le­rin­nen aus, begleitet von einer jeweils in­di­vi­du­ell gestal­te­ten Katalog­pu­bli­ka­tion. Die zurück­lie­gen­den ­Prä­sen­ta­tio­nen galten Hiromi Akiyama (1999/2000), Gerhard Mantz (2001/02), Harald Klingel­höl­ler (2005), Günter Umberg (2006), Sabine Funke (2009), Meuser (2011), Ulrike Michaelis (2013/14) und Axel Philipp (2016).

Zur Ausstel­lung erscheint ein Ka­ta­log­buch mit Textbei­trä­gen von Dr. Margrit Brehm, Dr. Franz ­Litt­mann und Harald Kröner.

Veran­stal­tungs­hin­weis

Künstl­er­ge­spräch in der Aus­stel­lung am Mittwoch, 16. Januar 2019 um 19 Uhr mit Heinz Pelz und Dr. Brigitte Baumstark, Leiterin der Städti­schen ­Ga­le­rie Karlsruhe

Öffnungs­zei­ten:

Mittwoch bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr

Eintritt:

3 €, ermäßigt 2 €, Kinder und Ju­gend­li­che unter 18 Jahren sowie Schul­klas­sen frei, Gruppen ab 10 Perso­nen er­mä­ßig­ter Eintritt, Freitag ab 14 Uhr freier Ein­tritt

 

Heinz Pelz: Dust and Trace, Installationsansicht, Mischtechnk auf Büten, 196 x 115,5 cm. Foto: Heinz Pelz

Heinz Pelz: Dust and Trace, Installationsansicht, Mischtechnk auf Büten, 196 x 115,5 cm. Foto: Heinz Pelz


 

Heinz Pelz: P1805, 2018, Aquarell, Ölfarbe auf Bütten, 196 x 115,5 cm. Foto: Heinz Pelz.

Heinz Pelz: P1805, 2018, Aquarell, Ölfarbe auf Bütten, 196 x 115,5 cm. Foto: Heinz Pelz.