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Karlsruhe: Städtische Galerie

SammlungsSchau: Geschenkt!

30. Juli bis 9. Oktober 2011

Mit der großen Sonderaus­stel­lung "Samm­lungs­Schau: Geschenk­t!" feiert die Städtische Galerie Karlsruhe in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Das Jubiläum bildet den Anlass, auf einen besonderen Aspekt in der Geschich­te der Galerie hinzu­wei­sen: Auf diejenigen Kunstwerke, die das Museum seit seiner Gründung von kunst­be­geis­ter­ten Bürgern und Insti­tu­tio­nen geschenkt bekam. Die Präsen­ta­tion erinnert nicht nur an drei Jahrzehn­te Sammlungs­tä­tig­keit, damit verbunden ist auch der Dank an die Schen­ken­den für ihre großzügige Unter­stüt­zung. Zu sehen sind Werke u. a. von Hans Thoma, Gustav Kampmann, Karl Hubbuch, Xaver Fuhr, Emil Schumacher, Herbert Kitzel, Walter Stöhrer, Georg Baselitz, Ulrich Erben, Jörg Immendorff, Walter Dahn und Sabine Funke.


Die Städtische Galerie Karlsruhe ist gerade mal 30 Jahre jung und gehört damit keineswegs zu den ältesten, wohl aber zu den bekann­tes­ten Kunst­mu­seen im deutschen Südwesten. Seit ihrer Gründung im Jahr 1981 hat sich die Kultur­in­sti­tu­tion - zunächst im Prinz-Max-Palais, seit 1997 im ZKM-Gebäude - zu einem viel beach­te­ten Anziehungs-punkt vor allem moderner und zeitge­nös­si­scher Kunst entwickelt. Mit mehreren Sonder-ausstel­lun­gen im Jahr und einer immer wieder neu struk­tu­rier­ten Dauer­prä­sen­ta­tion wird hier ein abwechs­lungs­rei­ches Programm realisiert, das regionale und überre­gio­nale, zuweilen auch inter­na­tio­nale Themen­stel­lun­gen aufgreift.

Ein Blick zurück: Die Anfänge der Städti­schen Kunst­samm­lun­gen, aus denen die Galerie hervorging, reichen bis ins späte 19. Jahrhun­dert zurück. Den Grundstock bildeten zunächst wertvolle Druck­gra­fi­ken des 16. bis 18. Jahrhun­derts, die der Stadt 1896 von den Erben des Karlsruher Juristen Ferdinand Siegel übereig­net wurden. Heute umfasst der städtische Kunst­be­sitz durch Ankäufe, Nachlässe und Schen­kun­gen etwa 15 000 Kunstwerke: Gemälde, Plastiken, Papier- und Fotoar­bei­ten, Instal­la­tio­nen und Objekte. Mit Eröffnung der Städti­schen Galerie im Prinz-Max-Palais am 8. Mai 1981 erhielten die Kunst­samm­lun­gen der Stadt Karlsruhe erstmals eigene Ausstel­lungs­räume.

Nach 16 Jahren folgte der Umzug aus der gründer­zeit­li­chen Villa in der Karlsruher Innenstadt in ein neues, bedeutend größeres und mit modernster Technik ausge-stattetes Domizil: Im Oktober 1997 wurde die Städtische Galerie Karlsruhe im
Lichthof 10 des ZKM-Gebäudes im Südwesten der Stadt, einem der beein­dru­ckends­ten Museums­kom­plexe Deutsch­lands, wieder eröffnet.

Ihr 30-jähriges Bestehen feiert die Städtische Galerie Karlsruhe in diesem Sommer nicht mit einer Rückschau auf ihre erfolg­rei­che Ausstel­lungs­tä­tig­keit der letzten drei Jahrzehnte und der in dieser Zeitspan­ne reali­sier­ten 130 Präsen­ta­tio­nen, sondern mit dem Blick auf ein besonderes Kapitel der Erwer­bungs­ge­schichte des Hauses: Im Mittel­punkt der Ausstel­lung "Samm­lungs­Schau: Geschenk­t!" stehen jene Kunstwerke, die dem kommu­na­len Museum seit seiner Gründung 1981 als Schen­kun­gen übergeben wurden. Mehr als 2 200 Kunstgaben erhielt die Galerie in den zurück­lie­gen­den 30 Jahren - gestiftet von Sammlern und Sammle­rin­nen, von Künstlern oder deren Nachfahren, von Firmen, Banken und - last but not least - von dem außer­or­dent­lich engagier­ten Förder­kreis der Städti­schen Galerie Karlsruhe, der in diesem Jahr sein
15-jähriges Jubiläum feiert. Aus diesem statt­li­chen Fundus wurden etwa 150 heraus­ra­gende Exponate ausgewählt, darunter zahlreiche Highlights der Bestände, die besondere Glücks­fälle der Sammlungs­ge­schich­te darstellen. So vermittelt der konzen­trierte Blick auf die Kunst­ge­schenke der letzten 30 Jahre eine eindrucks­vol­le Bilanz der großzü­gi­gen Unter­stüt­zung und des persön­li­chen Engage­ments, das der Städti­schen Galerie Karlsruhe von privater und insti­tu­tio­nel­ler Seite zuteil wurde.

Aus dem 19. Jahrhun­dert stammen unter anderem eine Zeichnung von Johann Wilhelm Schirmer, dem Gründungs­di­rek­tor der Karlsruher Kunst­aka­de­mie, außerdem mehrere humorvolle Radie­run­gen von Adolph Schroedter, dem das Museum zum Jahres­wech­sel 2009/10 eine große Einzelaus­stel­lung widmete. Farbin­ten­si­ve Litho­gra­fien und Gemälde von Künstlern der Grötzin­ger Maler­ko­lo­nie wie Gustav Kampmann, Otto Fikent­scher oder Franz Hein sind ebenso vertreten wie bedeu­ten­de Zeich­nun­gen und Druck­gra­fi­ken der Neuen Sachlich­keit von Karl Hubbuch, Georg Scholz, Hanna Nagel, Wladimir von Zabotin und Otto Lais. Aus den 1940er Jahren werden Zeich­nun­gen von Willi Müller-Hufschmid gezeigt - gleicher­ma­ßen erschüt­ternde Zeitdo­ku­mente wie Zeugnisse eindring­li­cher Selbst­be­fra­gung. Zu den heraus­ra­gen­den Werken der Nachkriegs­zeit zählen Gemälde von Erwin Spuler, Xaver Fuhr, Otto Laible sowie ein Farbholz­schnitt von HAP Grieshaber.

Besonders facet­ten­reich präsen­tiert sich die Kunst nach 1960. Aus der hochka­rä­ti­gen Privat­samm­lung des Kölner Ehepaares Ute und Eberhard Garnatz, die sich seit 1996 als Dauer­leih­gabe in der Städti­schen Galerie Karlsruhe befindet, kamen unter anderem das großfor­ma­tige Gemälde "Café de Flore" von Jörg Immendorff und ein umfang-reicher Werkkom­plex von Walter Dahn als Geschenke des Sammler­ehe­paa­res in den Bestand des Museums.

In großer Zahl und mit Werken unter­schied­lichs­ter Art sind die Lehrer und Profes­so­ren der Karls­ru­her Kunst­aka­de­mie in der Jubilä­ums­schau vertreten - ein Schwer­punkt, der seit Gründung der Galerie sowohl im Erwerbungs- wie im Ausstel­lungs­pro­gramm eine signi­fi­kante Rolle spielt. Von Peter Ackermann bis Emil Schumacher, von Georg Baselitz über Rainer Küchen­meis­ter, Per Kirkeby, Gustav Kluge, Markus Lüpertz bis hin zu Günter Umberg, Marijke van Warmerdam und Corinne Wasmuht reicht das weit gespannte Spektrum der Schen­kun­gen, das eine Vielzahl promi­nen­ter Künst­ler­na­men umfasst.

Folgende Künst­le­rin­nen und Künstler sind mit Werken in der Ausstel­lung vertreten:

Peter Ackermann, Hiromi Akiyama, Hans Baschang, Georg Baselitz, Thomas Bayrle, Alexandra von Berckholtz, Thomas Bernstein, John Bock, Hilmar Braun, Peter Burger, Walter Dahn, Ludwig Dill, Helmut Dorner, Gerd van Dülmen, Ulrich Erben, Otto Fikent­scher, Xaver Fuhr, Sabine Funke, Walter Georgi, Wilhelm Gerstel, HAP Grieshaber, Axel Heil, Franz Hein, Wolfgang Henning, Leni Hoffmann, Dora Horn-Zippelius, Karl Hubbuch, Jörg Immendorff, Horst Egon Kalinowski, Max Kaminski, Gustav Kampmann, Per Kirkeby, Herbert Kitzel, Willy Kiwitz, Fritz Klemm, Gustav Kluge, Werner Kornhas, Rainer Küchen­meis­ter, Otto Laible, Otto Lais, David Lauer, Uwe Lindau, Markus Lüpertz, Gerhard Mantz, Claudia und Julia Müller, Willi Müller-Hufschmid, Hanna Nagel, Günter Neusel, K.J. Overkott, Lothar Quinte, Michael Sandle, Robert Schad, Johann Wilhelm Schirmer, Georg Scholz, Rudolf Schoofs, Adolph Schroedter, Andreas Schulze, Emil Schumacher, Erwin Spuler, Walter Stöhrer, Hanfried Streit, Hans Thoma, Günter Umberg, Hans Richard von Volkmann, Marijke van Warmerdam, Corinne Wasmuht, Viktor Weishaupt, Berta Welte, Wolfgang Wolff, Elke Wree, Wladimir von Zabotin, Rolf Zimmer­mann

 

Emil Schumacher, Mansur, 1998, Städtische Galerie Karlsruhe, Geschenk der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Foto: zz-ka, Karlsruhe, © VG Bild-Kunst Bonn 2011


Georg Baselitz, Waldrand-Landschaft, 1975, Städtische Galerie Karlsruhe, Geschenk der Sparkasse Karlsruhe, Foto: zz-ka, Karlsruhe