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Karlsruhe: Städtische Galerie

David Semper

- GIORNATA -

23. April bis 7. Juli 2015

Der Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung für das Jahr 2014 wird an David Semper verliehen. Die Auswahl für dieses Stipendium trafen Mitglieder des Profes­so­ren­kol­le­gi­ums an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. David Semper, 1980 in Wuppertal geboren, begann 2005 sein Studium der Bildhaue­rei an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei den Profes­so­ren Werner Pokorny und Udo Koch. 2007 wechselte er an die Akademie nach Karlsruhe und belegte die Fächer freie Malerei sowie Grafik bei Profes­so­rin Leni Hoffmann. 2011 schloss er das Studium als Meister­schü­ler ab. Von 2013 bis 2014 führte ihn ein Stipendium der Merian Stiftung in Basel nach Neu-Delhi. Von dort stammt das Motiv der Einla­dungs­karte und dort entstand auch die Arbeit "Reise­apo­the­ke", 2014, die in der aktuellen Präsen­ta­tion "A L L E ! Der Künst­ler­bund Baden-Württem­berg in der Städti­schen Galerie Karlsruhe" zu sehen ist.

Raum, Zeit und Material sind die wesent­li­chen Werkkom­po­nen­ten David Sempers, mit denen er subtile, teils ephemere Kunstwerke schafft. Ein Großteil seiner Instal­la­tio­nen, Objekte und Malereien entsteht bezogen auf die jeweilige Ausstel­lung. Er untersucht den zur Verfügung stehenden Ort sowohl in seiner baulichen Ausführung wie in seiner histo­ri­schen Gebun­den­heit und leitet davon die jeweiligen Materia­lien für seine künst­le­ri­schen Inter­ven­tio­nen mit ihrer spezi­fi­schen Farbigkeit und Formen­spra­che ab. "Jeder Ort ist eine Heraus­for­de­rung. Ich denke, es gibt keine Hierarchie an Räumen. Wenn ein Raum im ersten Moment schwierig wirkt, so bin ich im Nachhinein oft verwun­dert über die neu entdeckten Möglich­kei­ten und Materia­li­en", sagt David Semper.

Ausgangs­punkt für ihn ist in der Ausstel­lung "GIOR­NA­TA" die Geschichte des Gebäudes der Städti­schen Galerie als ehemalige Muniti­ons­fa­brik. Diese veranlasst ihn, sich mit Schwefel zu befassen, der hier zur Muniti­ons­her­stel­lung diente. Das chemische Element beschäf­tigt ihn auch wegen seiner intensiven gelben Farbe und wegen des typischen Geruchs. Aus dem Kanon der Bauma­te­ria­lien ist der Künstler besonders an dem grauen Estrich des Bodens und dem Holz der Stell­wän­de inter­es­siert. David Semper negiert die Grenzen zwischen den künst­le­ri­schen Gattungen und siedelt seine Werke zwischen Instal­la­tion, Objekt und Malerei an. In ihrer formalen Konzen­tra­tion stehen sie dem Minima­lis­mus nahe. Hinzu kommt aber immer eine ausgeprägt sinnliche Komponente.

 

SEDIMENTE, Glas, Wasser, Betonestrich, 2x Schwefelpigment, 2015, Foto: ONUK, © VG Bild-Kunst Bonn 2015

SEDIMENTE, Glas, Wasser, Betonestrich, 2x Schwefelpigment, 2015, Foto: ONUK, © VG Bild-Kunst Bonn 2015