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Karlsruhe: Städtische Galerie

Anna Kolodziejska: Von Dingen und Menschen

Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung 2012

17. Januar bis 28. April 2013

Die Werner-Stober-Stiftung, die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und die Städtische Galerie Karlsruhe präsen­tie­ren die Preis­trä­ge­rin des Kunst­prei­ses der Werner-Stober-Stiftung 2012. Ausge­wählt von den Profes­so­ren der Kunst­aka­de­mie Karlsruhe wurde diese Auszeich­nung Anna Kołod­zie­jska zuerkannt. Die 1976 in Żywiec (Polen) geborene Künstlerin studierte ab 1999 an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und schloss ihr Studium dort 2005 als Meister­schü­le­rin von Professor Ernst Caramelle ab.

Anna Kołod­zie­jska kann bereits auf zahlreiche Preise, Stipendien und Ausstel­lun­gen zurück­bli­cken, darunter Einzel- und Gruppen­aus­stel­lun­gen u.a. in der Kunsthalle in Wien, im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigs­ha­fen, in The Power Plant - Contem­po­rary Art Gallery in Toronto oder in den Kunst­ver­ei­nen in Mannheim, Heidelberg und Pforzheim.

In ihren Arbeiten versucht Anna Kołod­zie­jska dem Wesen der Dinge auf den Grund zu gehen. Sie nutzt hierzu gefundene Objekte, die durch künst­le­ri­sche Eingriffe zu poetischen, oft surreal anmutenden Instal­la­tio­nen werden. Dabei wird die Wahrneh­mung des Betrach­ters immer wieder aufs Neue irritiert. Auf den ersten Blick scheint es leicht, die Elemente ihrer Arbeiten zu benennen. Es handelt sich in der Regel um Objekte des täglichen Gebrauchs, die von der Künstlerin oftmals nur minimal verändert oder manipu­liert werden. Diese Eingriffe führen jedoch dazu, dass sich bei einem zweiten Blick Fragen auftun: Welche Möglich­kei­ten bietet ein Stuhl ohne Sitzflä­che? Inwiefern darf man einen überkleb­ten Spiegel noch so nennen? Und kann man ein Kleid, aus dem ein Quadrat heraus­ge­schnit­ten wurde, überhaupt noch tragen?

Durch die Manipu­la­tion verlieren die Alltags­ge­gen­stände ihre Funktio­na­li­tät. Sie werden zurück­ge­wor­fen auf ihre bloße visuelle Erschei­nung, was den Arbeiten Kołod­zie­js­kas oftmals einen stark grafischen Charakter verleiht. Durch die Entfunk­tio­na­li­sie­rung und den Transfer der Objekte in einen Museums­raum wird der Betrachter heraus­ge­for­dert sich mit diesen Aspekten, mit dem Wesen des Objekts ausein­an­der­zu­set­zen.

Die künst­le­ri­schen Eingriffe Kołod­zie­js­kas in die Erschei­nung der Objekte sind darüber hinaus derart gestaltet, dass die Gegen­stände nicht mehr das sind, was sie zu sein scheinen. Die Objekte beginnen ein Eigen­le­ben zu entwickeln. Egal ob ein paar schwarze Herren­schuhe, Tische oder ein Kochtopf, Kołod­zie­jska lässt sie an Schnüren aufgehängt schweben, tanzen oder zeigt sie aus anderen, ungewohn­ten Perspek­ti­ven.

Die Geschich­ten, die dadurch angedeutet werden, sind häufig amüsant, im gleichen Maße haftet ihnen jedoch nicht selten auch etwas Melan­cho­li­sches an.


Biografie Anna Kolod­zie­jska

1976
geboren in Zywiec, lebt und arbeitet in Karlsruhe

1999-2004
Studium der Malerei an der Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Prof. Ernst Caramelle

2004-2005
Meister­schü­le­rin bei Prof. Ernst Caramelle

Stipendien und Preise

2003-2005
Studien­stif­tung des deutschen Volkes

2006
Landes­gra­du­ier­ten Reises­ti­pen­di­um

2007
Stipendium Cité Inter­na­tio­nale des Arts in Paris

2009
Kunst­stif­tung Baden-Württem­berg Stipen­di­um

2010
Arbeitss­ti­pen­dium der Stiftung Kunstfonds Bonn

Enovos Kunstpreis (1. Platz)

Einzelaus­stel­lun­gen

2012
Beinkleid, Galerie Bernd Kugler, Innsbruck (AU)

2011
Ich sehe was, was du nicht siehst
, Hospi­tal­hof Stuttgart (mit Patrycja German) (DE)

2010
Die tapferen Zehn, Galerie Bernd Kugler, Innsbruck (AU) Galerie Gisèle Linder, Basel (mit Marta Kolendo) (CH)

2009
Antons Traum, O.T. Raum für Aktuelle Kunst, Luzern (CH) Tu zostan, Art Statements, Art Basel 40 (CH)

2008
Galerie Bernd Kugler, Innsbruck (AU)

2007
Ich bleibe zuhause und hüte die Kinder
, Bahnwärt­er­haus Villa Merkel, Esslingen (DE)

2006
Galerie Bernd Kugler, Innsbruck (AU)

2005
Poly Produ­zen­ten­ga­le­rie Karlsruhe (mit Felix Toth) (DE)

Gruppen­aus­stel­lun­gen

2012 Don`t smile, Kunst­mu­seum Liech­ten­stein, Vaduz (LI)
Paral­lel­welt Zirkus, Kunsthalle Wien (AU)
Black Oriental, Galerie Bernd Kugler, Innsbruck (AU)
Rearview Mirror: New Art from Central and Eastern Europe, Art Gallery of Alberta, Edmonton (Kura­tiert von Christo­pher Eamon) (CA)

2011 Rearview Mirror: New Art from Central and Eastern Europe, The Power Plant, Toronto (Kuratiert von Christo­pher Eamon) (CA)

2010 Stift und Zettel, Künst­ler­haus Dortmund (DE)
All my favourite Artists, Kunst­be­zirk Stuttgart (DE)
Summertime, Friesen­hei­mer­straße 14, Mannheim (DE)
Enovos Förder­preis Junge Kunst, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigs­ha­fen (DE)

2009 5 years for friends - Galerie Bernd Kugler, Innsbruck (AU)
What else?, Villa du Parc - Centre d'Art Contem­po­rain, Annemasse (FR)
Des mondes voisins, Galerie Gisèle Linder, Basel (CH)
Freie Wahl? Die Formkräfte des Kunst­le­bens
, Nancy-Halle, Karlsruhe (Kura­tiert von Gregor Jansen und Christina Irrgang) (DE)
Hausaus­stel­lung der Stipen­dia­ten 2009, Haus der Kunst­stif­tung, Stuttgart (DE)

2008 Roomer`s Sight, Kunst­ver­ein Mannheim (DE)
Varia­tio­nen über das schwarze Quadrat
, Kunst­ver­ein Pforzheim (DE)
12, works on paper, Galerie Bernd Kugler, Innsbruck (AU)

2007 Niveau­alarm, Kunstraum Innsbruck (AU)
Finish, Kunstraum im Autohaus Zschernitz, Karlsruhe (DE)

2006 KN`-YAN, Galerie Christine Mayer, München (Kuratiert von Veit Loers) (D)
S/W, bell street project space, Wien (AU)
Dem Affen Zucker geben, Projek­traum Karlsruhe (DE)

2005 TOP 05 Meister­schü­le­rIn­nen, Heidel­ber­ger Kunst­ver­ein (DE) TOP 05 Meister­schü­le­rIn­nen, Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe (DE)

 

Anna Kolodziejska, Ohne Titel (Loch mit Kleid), 2011

Anna Kolodziejska, Ohne Titel (Loch mit Kleid), 2011