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Karlsruhe: Kultur

Kunst und Ausstellungen


Karls­ru­hes blühende Museums­land­schaft trägt wesentlich zum Ruf der Kultur­stadt bei. Das ist nicht allein dem inter­na­tio­nal ein­zig­ar­ti­gen ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) zuzuschrei­ben. Die exquisiten Sammlungen des Badischen Landes­mu­se­ums, der Staat­li­chen Kunsthalle, des Natur­kun­de­mu­se­ums, der Städti­schen ­Ga­le­rie Karlsruhe und der histo­ri­schen Stadt­mu­seen gehören e­benso dazu wie der rege Badische Kunst­ver­ein und die vielen klei­nen Museen, die, wie die Heimat­mu­seen Erinne­run­gen an ver­gan­gene Lebens­wel­ten bewahren.


Lebendige Geschichte

Nach der Abdankung der Großher­zöge 1918 wurde aus dem Karls­ru­her Re­si­denz­schloss das "Badische Landes­mu­se­um". Den Grundstock für die Sammlung legten die Markgrafen und späteren Großher­zöge, die kaum einen histo­ri­schen Zeitraum unberück­sich­tigt ließen. Im Ba­di­schen Landes­mu­seum ist der Mittel­meer­raum in der Antike und der Oberrhein­gra­ben in der Ur- und Frühge­schichte genauso mit be­deu­ten­den Zeugnissen vertreten wie Kunst und Kunst­hand­werk des Mit­tel­al­ters und der Neuzeit. Ergänzt durch Objekte der All­tags­kul­tur und der Landes­ge­schichte, die seit dem 19. Jahr­hun­dert gesammelt werden, kann sich das Badische ­Lan­des­mu­seum heute mit Fug und Recht "kultur­ge­schicht­li­ches U­ni­ver­sal­mu­se­um" nennen. Ein Höhepunkt der Sammlung ist die "Tür­ken­beu­te" des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, die Ein­bli­cke in die Vielfalt osmani­schen Kunst­hand­werks gibt. Im "Museum beim Markt", nur wenige Schritte vom Schloss entfernt, bieten die Sammlungen zur angewand­ten Kunst seit 1900 einen ­span­nen­den Überblick vom Jugendstil am Oberrhein bis zum In­dus­trie­de­sign des 20. Jahrhun­derts.

Drei Jahrhun­derte Karlsruher Stadt­ge­schichte präsen­tiert das "­Stadt­mu­se­um" im Prinz-Max-Palais in einer Dauer­aus­stel­lung und in Wechselaus­stel­lun­gen. An inter­ak­ti­ven Multi­me­dia­sta­tio­nen ­kön­nen die Besucher Blicke in vergangene Zeiten werfen. Der Ge­schichte Durlachs ist das "Pfinz­gau­muse­um" gewidmet. Es zeich­net in einer Dauer­aus­stel­lung in der Karlsburg die Ge­schichte des heutigen Karlsruher Stadtteils nach, der schon 1196 erstmals als Staufische Stadt erwähnt wurde und heute als "Mut­ter von Karlsruhe" gepriesen wird. Das Badische Stände­haus in Karlsruhe gilt zu Recht als ein Wegbe­rei­ter der Demokratie in Deutsch­land. Hier tagte von 1822 bis 1933 der badische Landtag. An diese Tradition "erinnert" die "Erin­ne­rungs­stät­te ­Stän­de­haus", in der die badische Landtags­ge­schichte in einer Aus­stel­lung präsen­tiert wird.


Malerei im exklusiven Rahmen

Ein Besuch der "Staat­li­chen Kunsthalle Karlsruhe" lohnt sich in ar­chi­tek­to­ni­scher wie künst­le­ri­scher Hinsicht: Das Haupt­ge­bäu­de ­der Kunsthalle aus dem frühen 19. Jahrhun­dert hat die Bom­ben­an­griffe des Zweiten Weltkrie­ges fast unbeschä­dig­t ­über­stan­den. So finden sich die Besucher heute in der fast o­ri­gi­na­len Raumsi­tua­tion eines Museums des frühen 19. Jahr­hun­derts wieder. In ihren drei histo­ri­schen Gebäuden bietet die Kunsthalle einen umfas­sen­den Überblick über die a­bend­län­di­sche Kunst. Das Museum glänzt mit Gemälden aus dem Spät­mit­tel­al­ter bis in unsere Tage, darunter Werke von Matthias ­Grün­wald und Albrecht Dürer, Claude Monet und Paul Cézanne, Caspar David Friedrich und Hans Thoma (dem letzten Malerdi­rek­tor ­der Kunst­hal­le), von Max Liebermann und Max Slevogt über August ­Ma­cke zu Franz Marc, Max Ernst und Gerhard Richter. Erlese­ne Werke der Plastik des 20. Jahrhun­derts sind in der Orangerie zu sehen. Die "Junge Kunst­hal­le" führt mit wechseln­den Aus­stel­lun­gen Kinder und Jugend­li­che an die bildende Kunst­ heran. Und eine ganz besondere Kostbar­keit stellt das Kup­fer­stich­ka­bi­nett mit seinen über 90.000 Grafiken dar.

Seit 1997 ist die "Städ­ti­sche Galerie Karlsruhe" im Hallen­bau­s ­des ZKM beheimatet. Dieses städtische Museum bereichert die Karls­ru­her Kunst­land­schaft mit seiner Sammlung klassi­scher und ganz besonders neuer Kunst, darunter ein Komplex mit Werken von Jörg Immendorf, sowie thema­ti­schen Ausstel­lun­gen. In der Schau­Samm­lung präsen­tiert die Städtische Galerie unter anderem Werke von heutigen und ehemaligen Profes­so­ren der Staat­li­chen ­Aka­de­mie der Künste.


ZKM - ein "elek­tro­ni­sches Bauhaus"

Das Zentrum für Kunst und Medien ist das jüngste Kunst­mu­seum in Karls­ruhe. Es vereint nach dem Willen seines legendären Gründer­s Hein­rich Klotz als ein "elek­tro­ni­sches Bauhaus", Medien­kunst­samm­lung, Museum, Forschung in verschie­de­nen ­In­sti­tu­ten, Studio und Kunst­ver­mitt­lung unter einem Dach. Mit der Hochschule für Gestaltung ergänzt eine weitere Insti­tu­tion ­die Aktivi­tä­ten im Hallenbau durch Lehre und Forschung. Das welt­weit einmalige Konzept mit einer Fülle von Insti­tu­tio­nen und Ein­rich­tun­gen in solcher Nähe ermöglicht nicht nur genre- und fach­dis­zi­pli­nen­über­grei­fende Koope­ra­tio­nen, es fordert diese ­ge­ra­dezu heraus. Künstler und Forscher bahnen den zeit­ge­nös­si­schen Künsten - ob mit 3D-Filmen, experi­men­tel­ler Mu­sik oder reali­tätver­frem­den­der Videokunst - in einer Vielzahl von Veran­stal­tun­gen immer neue Wege. Das Labor für antiquier­te Vi­deo­sys­teme wird auch "digitale Arche Noah" genannt. Es sicher­t ­den Bestand an Videokunst der 60er und 70er Jahre, indem es sie auf neue Träger bannt, sie so konser­viert, archiviert und wieder­ vor­führ­bar macht.

Noch bevor Staatliche Kunsthalle und Städtische Galerie ihre ­Ar­beit aufnahmen, wurde 1818 der "Badische Kunst­ver­ein" ­ge­grün­det. Seine Ziele sind - damals wie heute - Vermitt­lung und För­de­rung zeitge­nös­si­scher Kunst. 1.400 Mitglieder zählt der Verein, der jährlich mit mehreren Ausstel­lun­gen, Vorträgen, Diskus­si­ons­run­den und Filma­ben­den in seinem Haus in der Wald­straße aktuellen Kunst­trends nachspürt. Einen wesent­li­chen ­Teil tragen zum lebendigen Kunst­ge­sche­hen auch Karls­ru­hes ­Ga­le­rien, die namhafte Künstler vertreten, die Künst­ler­ver­bän­de ­GE­DOK und BBK und die art Karlsruhe bei, die überre­gio­nal ­Be­ach­tung findet.


Naturkunde und Heimat­pflege

Wie schon für das Badische Landes­mu­seum und die Staat­li­che ­Kunst­halle liefert auch für das "Natur­kun­de­mu­se­um" der Samm­ler­fleiß der ehemaligen Landes­her­ren einen soliden ­Grund­stock. Im Haus am Fried­richs­platz können die Besucher das Gebiss eines Tyran­no­sau­rus Rex bestaunen, die Geologie am Ober­rhein studieren oder im Vivarium allerlei Echsen, Schlangen, Frösche und Fische in ihren Terrarien und Aquari­en ­be­ob­ach­ten.

Neben diesen großen Einrich­tun­gen finden sich in Karls­ru­he ­zahl­rei­che weitere Museen, die einen Besuch lohnen. Eine ­span­nende Epoche des Kunst­hand­werks wird im "Museum der Staat­li­chen Majolika" lebendig, in dem zahlreiche Gegen­stän­de von Vasen bis Brunnen­ein­fas­sun­gen aus glasiertem und farbig ­ge­stal­te­tem Ton zu betrachten sind. Das "Rechts­his­to­ri­sche Mu­se­um" im Gebäude des Bundes­ge­richts­hofs bietet einen Überblick ­über 4.000 Jahre Rechts­ge­schichte. Das "Verkehrs­mu­se­um" besitz­t eine Sammlung von Kleinwagen aus der Zeit des Wirt­schafts­wun­ders. Und wer sich für die Geschichte des Luftrei­fens inter­es­siert, kann sich im "Michelin Museum" zu einer Besich­ti­gung anmelden.

Enga­gierte Bürge­rin­nen und Bürgern betreiben Heimat­pflege der be­son­de­ren Art im Knielinger Hofmuseum im Hofgut Maxau, im Hei­mat­haus Neureut und im Heimat­mu­seum Stupferich. pz