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Karlsruhe: Europäische Kulturtage

Europäische Kulturtage 2018

„Umbrüche – Aufbrüche: Gleiche Rechte für alle“

Anlass für das Thema sind mehrere runde Jahrestage revolu­tio­närer Ereignisse und Umbrüche, derer im Jahr 2018 gedacht wird: 100 Jahre Revolution 1918, 170 Jahre Badische Revolution 1848 und 50 Jahre 68er-Revolution. Karlsruhe steht mit der Thema­ti­sie­rung der Revolu­tio­nen in einem bundes- und europa­wei­ten Kanon und Veran­stal­tungs­wett­streit. Vor diesem Hinter­grund muss es Ziel der EKT 2018 sein, ein Thema zu besetzen, das über rein histo­ri­sche Aspekte hinaus geht, zum kultu­rel­len Profil Karlsruhes passt, Raum für eine Ausein­an­der­set­zung mit zeitge­nös­si­schen Kunst­for­men gibt und das die gesetzten inhalt­li­chen Ausgangs­punkte - Sicht­bar­keit des Themas Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit und Sicht­bar­keit des Themas Europa - aufgreift und vermittelt.

Revolu­tio­nen sind immer verbunden mit der Forderung nach Ablösung alter und mit dem Kampf um neue Strukturen. Immer geht es um eine Erwei­te­rung von Rechten für die Gruppen, die die Revolution tragen, immer wieder geht es um Freiheit, um Gleichheit und um neue Formen des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­le­bens wie Brüder­lich­keit bzw. Geschwis­ter­lich­keit. Diese Forde­run­gen, die in besonderer Weise mit der franzö­si­schen Revolution verbunden sind, sind auf je eigene Weise durch die Zeitläufe der Motor für gesell­schaft­li­che Auf- und Umbrüche.

Das Ringen um „gleiche Rechte für alle“ ist historisch wie auch in besonderer Weise durch Sitz und Recht­spre­chung des Bundes­ver­fas­sungs­ge­richts mit Karlsruhe verbunden. Dies betrifft auch die Frage der Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit. Gleich­zei­tig ist Karlsruhe ein Ort, an dem Kulturein­rich­tun­gen mit hoher künst­le­ri­scher und gesell­schafts­po­li­tisch-kultu­rel­ler Qualität und Sensi­bi­li­tät verortet sind.  Es liegt daher auf der Hand, diese Identität und die Kräfte in der Stadt zusam­men­zu­füh­ren, um gemeinsam in einem großen gesell­schafts­po­li­tisch-kultu­rel­len Rahmen einen Blick auf die Aufbrüche und Umbrüche in Vergan­gen­heit und Gegenwart zu werfen und hierzu die Sprache von Kunst und Kultur zu befragen. Einzu­be­zie­hen sind auch die aus Angst vor Rechte- und Kontroll­ver­lust sich entwi­ckeln­den nationalen und populis­ti­schen Tendenzen, die sich als Restau­ra­ti­ons­be­we­gung, als Beschnei­dung und Verengung von Rechten zeigt.

So werden die Europäi­schen Kulturtage 2018 vom 20. April bis 5. Mai 2018 einen weit gespannten und vielfäl­ti­gen künst­le­ri­schen Blick auf das Ringen um gleiche Rechte für alle und die damit verbun­de­nen Auf- und Umbrüche in verschie­de­nen Zeite­po­chen bis hin zur Jetztzeit in Europa unter besonderer Beachtung der Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit werfen.