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Karlsruhe: Europäische Kulturtage

22. Europäische Kulturtage 2014

2014 - 1914
Frieden + Krieg


7. bis 25. Mai 2014

19 Tage lang haben Kunst­pro­jekte, Ausstel­lun­gen, Opern, Theater­stücke, Führungen, Filme, Lesungen, Perfor­man­ces, Konzerte, Vorträge und Diskus­sio­nen vielschich­tige Aspekte des Ersten Weltkrie­ges lebendig werden lassen. Die Europäi­schen Kulturtage stellten so in Deutsch­land die bislang umfas­sendste Form künst­le­ri­scher Ausein­an­der­set­zung mit dem Ersten Weltkrieg dar. 35 Karlsruher Insti­tu­tio­nen aus Kultur, Wissen­schaft und Politik hatten rund 130 Veran­stal­tun­gen konzipiert. "Das Festival war auf Vernetzung, gemeinsame Forschung, Stärkung der Kultur­szene und die intensive Beschäf­ti­gung mit einem Thema angelegt", so Dr. Susanne Asche, Kultu­ramts­lei­te­rin der Stadt Karlsruhe. Mit der Vielfalt und Vielschich­tig­keit der Veran­stal­tun­gen hat sich ein unver­wech­sel­ba­res Karlsruher Profil heraus­kris­tal­li­siert. Die durch das Festival gestärkten – auch grenz­über­schrei­ten­den – Koope­ra­ti­ons­netz­werke haben dazu beige­tra­gen, dass es eine überre­gio­nale und nachhal­tige Ausstrah­lung entwickelt hat. „Es wird auch in Zukunft bei den Europäi­schen Kultur­ta­gen für die Karlsruher Akteure und das Publikum darum gehen, ins Gespräch zu kommen und sich unter­ein­an­der zu ermutigen, schwierige Themen anzugehen.“

Schau­spiel­di­rek­tor Jan Linders, Programm­ver­ant­wort­li­cher für das Staats­thea­ter, stellt fest: „Entschei­dend war der künst­le­ri­sche Weg aus der Geschichte in die Gegenwart, über die politische Oper „Doctor Atomic“ hin zu den aktuellen Aufständen in der Türkei, zum Prozess gegen die NSU, zu „Kriegs­er­klä­run­gen“ von jungen europäi­schen Autoren und zum Frieden in unserer Stadt. Karlsruhe redet wieder über Biogra­phien. Zur Ausein­an­der­set­zung mit der eigenen Famili­en­ge­schichte haben bei uns im Theater besonders die Volks­thea­ter-Projekte „100 Dokumente“ mit fast 100 Bürgern, „Ich war 1914 fünfund­zwan­zig“ mit Senioren und „Gloire & Glanz“ mit deutschen und franzö­si­schen Schülern im Rahmen des Vermitt­lungs­pro­gramms „Baustelle Frieden“ beige­tra­gen.“
 

Die künst­le­ri­sche und wissen­schaft­li­che Vorbe­rei­tung der Europäi­schen Kulturtage hat lang verschüt­tete Erkennt­nisse zu Tage gefördert. Viele Dokumente aus dem Privat­be­sitz Karlsruher Bürge­rin­nen und Bürger ermög­lich­ten neue Einblicke in das Leben im Ersten Weltkrieg, aber auch die Recherche in Archiven war erkennt­nis­reich: So gab es wissen­schaft­li­che Entde­ckun­gen rund um den Flieger­an­griff am Fronleich­nams­tag 1916. Recherchen im Archiv der Evange­li­schen Landes­kir­che führten zur Entdeckung der Karlsruher Kompo­nis­tin, Pianistin und Schrift­stel­le­rin Clara Faisst.

Viele Ausstel­lun­gen werden in den nächsten Wochen und Monaten noch zu sehen sein, und franzö­si­sche Partner Teile des Programms der Europäi­schen Kulturtage übernehmen. Das Kunst­pro­jekt „Contenus 2013/2014“ wird in seinen Workshops 2015 auf Inhalte der Europäi­schen Kulturtage zurück­grei­fen. Der Karlsruher Haupt­fried­hof und dessen InfoCenter begleiten weiterhin in Führungen und einer Ausstel­lung das Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkrie­ges.


Die Festivalseiten der Europäischen Kulturtage 2014