Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt. Sprung zur Navigation dieser Seite

Karlsruhe: Stadt und Verwaltung

Rathaus-West

Haupteingang, Rathaus West

Das Rathaus-West gehört zu den eindrucks­volls­ten Beispielen für Repräsenta­ti­ons­bau­ten des späten 19. Jahrhun­derts in Karlsruhe. Die Kuppel des Eckgebäudes galt als Sehenswürdigkeit, und der Bau aus Vogesen­sand­stein fügte sich harmonisch in die vornehme Nachbar­schaft des Karlsruher Westens. Seine prominente Lage am Mühlburger Tor unter­streicht bis heute die heraus­ra­gende Stellung im Karlsruher Stadtbild.


Der Entwurf des von der Karlsruher Lebens­ver­si­che­rung in Auftrag gegebenen Reprä­sen­ta­ti­ons­baus war von Adolf Hanser (1858 - 1901), der als einer der erfolg­reichs­ten jüngeren Archi­tek­ten des Großher­zog­tums Baden galt. Hanser war Referent und Dezernent im Minis­te­rium und von 1890 bis 1898 Professor an der Karlsruher Bauge­wer­ke­schule, seine Bauten stehen außer in Karlsruhe in Mannheim, Ludwigs­ha­fen, Heidelberg und Straßburg. Das reprä­sen­ta­tive Büroge­bäude im Formen­ka­non italie­ni­scher Renaissance­pa­lazzi wurde zwischen 1896 und 1898 errichtet; die Bauleitung hatte Emil Deines (1867 - ?), der auch für die späteren Erwei­te­rungs­bau­ten verant­wort­lich zeichnete. Schon 1912 wurde der Bau entlang der Grashof­stra­ße erweitert, und 1930 war der zweite Anbau am Gebäude entlang der Südlichen Hilda­pro­me­nade fertig­ge­stellt. Deines behielt hier die für den ersten Anbau gewählte Pfeiler­ar­chi­tek­tur bei und setzte gelblichen Sandstein aus dem Kraichgau als Bauma­te­rial ein. Zu Beginn des "Dritten Reiches" wurde die Fassade des Altbaus ihres üppigen Schmuckes beraubt, die Verzie­run­gen wurden als "Stilun­si­cher­heit der Vorkriegs­zeit" inter­pre­tiert und entfernt. Histo­ri­sche Aufnahmen des Gebäudes zeigen seinen ursprüng­li­chen Zustand mit reichem bauplas­ti­schem Schmuck aus Bildre­li­efs und Masken­kon­so­len, Vasen, Adlern und Zierbän­dern.

Das Kupferdach, das im Ersten Weltkrieg durch Schiefer ersetzt worden war, wurde nun durch Zinkblech ersetzt. Erst 1985 wurde die Kuppel gründlich saniert und wieder mit Kupfer­blech verkleidet.

Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört, und so besetzten es 1945 zunächst franzö­­si­­sche und dann ameri­­ka­­ni­­sche Truppen. Den Ameri­­ka­­nern diente es als Haupt­quar­tier, bis die Stadt 1954 das Gebäude übernahm und als Rathaus nutzte.

Ab 1978 wurde das Gebäude general­sa­­niert, und in den 1980er Jahren wurde es in die Liste der Baudenk­mä­­ler aufge­nom­­men.

(Literatur: Ute Grau/Ul­rike Plate: 1898 - 1998. Vom Versi­che­rung­s­pa­last zum Rathaus West. Festschrift. Hrsg.: Stadt­­ar­chiv Karlsruhe, Karlsruhe 1998)

 

Rathaus-West

Rathaus-West


Heute befinden sich in dem Gebäude ein Teil der Sozial- und Jugend­be­hörde und des Jobcenters sowie verschie­dene Vereine.

Das Rathaus-West vor 1913 Aufnahme: Stadtarchiv Karlsruhe, 8/PBS XIVa o1319

Das Rathaus-West vor 1913 Aufnahme: Stadtarchiv Karlsruhe, 8/PBS XIVa o1319


Fassadenausschnitt vor 1913 Aufnahme: Stadtarchiv Karlsruhe, 8/PBS XIVa o1319

Fassadenausschnitt vor 1913 Aufnahme: Stadtarchiv Karlsruhe, 8/PBS XIVa o1319