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Karlsruhe: Stadtteile

Chronik von Rüppurr

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran



Historische Stadtpläne

 
1103
Früheste urkund­li­che Erwähnung Rüppurrs als "Riet­bur­g" im Codex des Klosters Hirsau. Der Name bedeutet Haus im Ried oder Sumpf.
1246
Das Kloster Lichtental erhält das Patronat über die Rüppurrer Mutter­kir­che St. Martin in Ettlingen.
1258
Graf Eberhard IV. von Eberstein schenkt dem Kloster Herrenalb seine Besit­zun­gen in Rüppurr.
1265
In einer Urkunde wird ein südlich gelegenes Ober- und ein Unter­rüp­purr mit dem Schloß­be­zirk erwähnt.
1290
Graf Heinrich von Eberstein gibt Zehntan­teile in beiden Rüppurr an das Kloster Lichtental ab.
1351
Erste Erwähnung der Nikolaus­ka­pelle in einem Vertrag, nach dem das Kloster Lichten­thal zu Repara­tu­ren nicht verpflich­tet ist.
1475
Heinz von Rüppurr, der in dem Wasser­schloß residiert, erwirbt die Hälfte des Dorfes vom Kloster Herrenalb.
1503
Reinhard von Rüppurr wird Bischof in Worms. Er übt das Amt bis 1523 aus. Sein Herz ist in der Nikolaus­ka­pel­le beigesetzt.
1535
Bei der Teilung der badischen Markgraf­schaft fällt Rüppurr an Baden-Durlach.
1557
Die Herren von Rüppurr erlassen eine Dorford­nung. Danach ernennen sie den Bürger­meis­ter und können nach Gutdünken Recht sprechen.
1594/1603
Markgraf Ernst Friedrich von Baden erwirbt Schloß und Dorf Rüppurr, das nun evange­lisch wird.
1640/1644
Die etwa 100 Einwohner haben im Dreißig­jäh­ri­gen Krieg unter Ein quartie­run­gen und Plünde­run­gen zu leiden.
1658
Erste Erwähnung eines Dorfleh­rers.
1679
Die 1594 erstmals erwähnte Schloß­mühle wird an den Müller Bittersolf verkauft.
1700
Der Ort, der im Pfälzi­schen Erbfol­ge­krieg nicht zerstört wurde, zählt entlang der Alb 53 Häuser und 7 Hausplätze. Hier leben 140 Einwohner.
1735
Strate­gi­sche Überschwem­mun­gen im Polni­schen Erbfol­ge­krieg an den zuvor errich­te­ten Ettlinger Linien führen zu schweren Zerstö­run­gen im Ort.
1748
Für das baufällige 1713 errichtete Schul- und Rathaus wird ein neues gebaut. Es befindet sich heute Ecke Lange-/Allmend­straße.
1762
Abriß des alten Schlosses.
1769
Das Kloster Lichten­thal wird vom Reichs­kam­mer­ge­richt in Wetzlar zum Neubau der evange­li­schen St. Nikolaus­kir­che verurteilt, der 1776 nach Plänen von Johann Friedrich Weyhing abgeschlos­sen wird.
1770
Errichtung einer Leinwand- und Baumwoll­fa­brik.
1783
Verpach­tung des herrschaft­li­chen Kammerguts an den Engländer E. Taylor. Ein neuartiges Bewäs­se­rungs­sys­tem steigert die Erträge.
1784
Einrich­tung einer Englisch­le­der­fa­brik, die bald in eine Tabak­fa­brik umgewan­delt wird.
1792
Erwähnung einer Essig­sie­de­rei mit Brauerei und Brannt­wein­bren­ne­rei.
1796
Die öster­rei­chi­sche Rheinarmee schlägt hier ihr Haupt­quar­tier auf. Der Ort wird von franzö­si­schen Truppen erobert.
1798
Der Ort zählt 103 Häuser und Höfe mit 519 Einwohnern. Etwa zu dieser Zeit wird der Weg von Karlsruhe nach Ettlingen zur Landstraße ausgebaut.
1834
Verlegung der Chemischen Fabrik von Karlsruhe nach Rüppurr ins Gebiet des heutigen Märchen­vier­tel. Sie existiert bis 1910.
1844
Einrich­tung einer Sparkasse.
1850
Der Ort zählt 1.251 Einwohner, darunter 18 Katholiken. Zahlreiche Frauen arbeiten als Näherinnen, Bügle­rin­nen und Wäsche­rin­nen für die nahe Residenz.
1854
Letzte öffent­li­che Hinrich­tung in Baden im Gewann Kleiner Schel­len­berg.
1856
Gesang­ver­ein "Lieder­kranz" gegründet. Ihm folgt 1873 der "Männer­ge­sang­ver­ein".
1860
Bau eines neuen Schul­hau­ses.
1870
Gründung der Freiwil­li­gen Feuerwehr.
1874
Gründung des "Turn- und Sport­ver­eins". Es folgt 1897 der Rad- und Motor­sport­ver­ein "Einig­keit" und 1904 die "Rüppurrer Fußball­ge­sell­schaft".
1898
Eröffnung der Albtalbahn. Damit beginnt für die inzwischen zusam­men­ge­wach­se­nen Gemein­de­teile die Entwick­lung zur Traban­ten­stadt von Karlsruhe.
1907
Einge­mein­dung in die Stadt Karlsruhe am 1. Januar auf Betreiben Rüppurrs. Rüppurr hat 2.574 Einwohner.
Baubeginn für die Garten­stadt­sied­lung.
Gründung des Bürger­ver­eins.
Quellen:

Manfred Koch, Karlsruher Chronik. Stadt­ge­schichte in Daten, Bildern, Analysen, Veröf­fent­li­chun­gen des Karlsruher Stadt­ar­chivs Band 14, Karlsruhe 1992.

Die Chroniken der Karlsruher Stadt­tei­le sind diesem Buch entnommen.