Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt.

Karlsruhe: Stadt und Verwaltung

Elektronischer Aufenthaltstitel (eAT)

Allge­mei­nes

Am 01. September 2011 wurde der elektro­ni­sche Aufent­halts­ti­tel (eAT) bundesweit eingeführt.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die von der Auslän­der­be­hörde erteilten Aufent­halts­ti­tel als Etikett in das Reise­do­ku­ment eingeklebt.

Der eAT wird als geson­der­tes Dokument im Kredit­kar­ten­for­mat mit elektro­ni­schen Zusatz­funk­tio­nen erteilt und ausge­hän­digt. Dieser wird für alle Dritt­staats­an­ge­hö­ri­gen als eigenes Dokument ausge­stellt.

Zur Einführung des eAT wurden alle EU-Mitglied­staa­ten aufgrund von EU-Verord­nun­gen verpflich­tet. Das Ziel ist, die Aufent­halts­ti­tel der Europäi­schen Union zu verein­heit­li­chen und durch die Nutzung biome­tri­scher Daten die Bindung zwischen Dokumen­ten­in­ha­bern und Dokument zu erhöhen und vor missbräuch­li­cher Nutzung zu schützen. Es wird für jeden Dritt­staats­an­ge­hö­ri­gen, auch für Säuglinge und Kinder, ein eigener eAT ausge­stellt.

Um die Daten­si­cher­heit zu gewähr­leis­ten, werden alle Infor­ma­tio­nen und Übertra­gun­gen durch ein Verschlüs­se­lungs­ver­fah­ren geschützt. Ein Berech­ti­gungs­zer­ti­fi­kat regelt, wer auf die perso­nen­be­zo­ge­nen Daten zugreifen darf. Nur berech­tig­ten Stellen wird der Zugriff erlaubt. Dritte Personen, z.B. der Arbeit­ge­ber, haben keinen Zugriff auf die Chip-Daten.

Die bisherigen Aufent­halts­ti­tel in den Reise­päs­sen und Passer­satz­pa­pie­ren behalten bis längstens 31. August 2021 ihr Gültigkeit. Das "alte Etikett" muss also nicht zwingend gegen den neuen eAT getauscht werden.

Der elektro­ni­sche Aufent­halts­ti­tel (eAT) wird für folgende Aufent­halts­ti­tel ausge­stellt:

  • Aufent­halts­er­laub­nis (§ 7 Abs. 1 AufenthG)
  • Nieder­las­sungs­er­laub­nis (§ 9 Abs. 1 AufenthG)
  • Erlaubnis zum Dauer­auf­ent­halt-EG (§ 9a AufenthG)
  • Aufent­halts­karte für Famili­en­an­ge­hö­rige von EU-Bürgern, die selbst nicht Unions­bür­ger sind (§ 5 Abs. 2 Freizüg­G/EU)
  • Dauer­auf­ent­halts­karte für Famili­en­an­ge­hö­ri­ge von EU-Bürgern, die selbst nicht Unions­bür­ger sind (§ 5 Abs. 6 S. 2 Freizüg­G/EU)
  • Aufent­halts­er­laub­nis für Schweizer und deren dritt­staats­an­ge­hö­rige Famili­en­an­ge­hö­rige gem. § 28 AufenthV (optio­nal)
  • Blaue Karte-EU nach der Richtlinie des Rates der EU vom 25. Mai 2009 über die Bedin­gun­gen für die Einreise und den Aufenthalt von Dritt­staats­an­ge­hö­ri­gen zur Ausübung einer hochqua­li­fi­zier­ten Beschäf­ti­gung.

Format

Der eAT wird, wie auch der neue Perso­nal­aus­weis, die Größe einer Scheck­karte haben.

Chip

Im Karten­in­nern besitzt der eAT einen kontakt­lo­sen Chip, auf dem biome­tri­sche Merkmale (Lichtbild und nach Vollendung des 6. Lebens­jah­res zwei Finger­ab­drücke), Neben­be­stim­mun­gen (Auflagen) und persön­li­che Daten gespei­chert sind.

Zusätzlich enthält der Chip die Möglich­keit, einen elektro­ni­schen Identi­täts­nach­weis (eID) sowie eine quali­fi­zierte elektro­ni­sche Signatur (eSign) zu nutzen.

eID

Der elektro­ni­sche Identi­täts­nach­weis (eID) mit der Online-Ausweis­funk­tion ermöglicht es, sich im Internet sicher und eindeutig auszu­wei­sen - im Sinne von "Das bin ich". Diese Funktion kann auf Wunsch an- und ausge­schal­tet werden.

eSign

Die quali­fi­zierte elektro­ni­sche Signatur (eSign) dient dazu, ein Dokument rechts­ver­bind­lich zu unter­zeich­nen - im Sinne von "Das habe ich geschrie­ben". Diese Funktion können Sie nach Ausstel­lung des eAT bei einem privaten Zerti­fi­zie­rungs­ser­vice beantragen.

Recht­li­cher Status

Der eAT wird als separates Dokument ausge­stellt, gilt allerdings nicht als Passersatz. Er dient nur dazu, den aufent­halts­recht­li­chen Status zu dokumen­tie­ren und ist grund­sätz­lich nur gültig im Zusam­men­hang mit einem gültigen, anerkann­ten Pass oder Passersatz.

Neben­be­stim­mun­gen, Auflagen

Neben­be­stim­mun­gen werden im Chip gespei­chert und auf einem eigenen Zusatz­blatt zum eAT ausge­druckt.

Auf den Karten­kör­per des eAT wird der Hinweis "siehe Zusatz­blatt" aufge­bracht. Bei Änderung der Neben­be­stim­mun­gen müssen von der Auslän­der­be­hörde ein neues Zusatz­blatt erstellt und die Daten im Chip geändert werden.

Zeitpunkt der Antrag­stel­lung

Die aktuellen Aufent­halts­ti­tel bleiben gültig. Sie müssen erst dann einen eAT beantragen, wenn

  • Ihr (befris­te­ter) Aufent­halts­ti­tel abläuft oder
  • Ihr Pass, in dem sich der Aufent­halts­ti­tel befindet, abgelaufen oder verloren gegangen ist und Sie einen neuen Pass erhalten haben oder dieser verlän­gert wurde (Übertrag).

Wir bitten jedoch zu berück­sich­ti­gen, dass die Ausstel­lung des eAT zukünftig durch die Bundes­dru­cke­rei in Berlin erfolgt. Der eAT wird ca. vier bis sechs Wochen nach Bestellung der Auslän­der­be­hör­de an diese übersandt. Daher ist es zu empfehlen, recht­zei­tig die Verlän­ge­rung des ablau­fen­den Aufent­halts­ti­tels zu beantragen, da ansonsten weitere Kosten, z.B. für eine Fikti­ons­be­schei­ni­gung, entstehen können.

Persön­li­che Vorsprache bei Antrag­stel­lung

Da auf dem Chip Finger­ab­drücke gespei­chert werden, müssen alle Antrag­stel­le­rin­nen und Antrag­stel­ler, die das 6. Lebensjahr vollendet haben, persönlich vorspre­chen. Wenn alle Voraus­set­zun­gen zur Erteilung des Aufent­halts­ti­tels erfüllt sind, wird der eAT bei der Bundes­dru­cke­rei in Berlin bestellt.

Erhöhte Verwal­tungs­ge­büh­ren

Die erheblich höheren Kosten zur Herstel­lung des eAT haben zu einer Gebüh­renan­he­bung geführt. Diese können der Aufent­halts­ver­ord­nung (AufenthV) in deren sechsten Fassung entnommen werden.

Aufenthaltsverordnung (AufenthV) - Gebühren

 

Weitere Infos

Das Bundesamt für Migration und Flücht­lin­ge (­BAMF) hat zu dem neuen elektro­ni­schen Aufent­halts­ti­tel eine Broschüre online zur Verfügung gestellt. Diese ist in ver­schie­de­nen Sprachen erhältlich.


BAMF: Broschüre "Alles Wissenswerte zum elektronischen Aufenthaltstitel (eAT)"


Einen ausführ­li­chen Steckbrief zum elektro­ni­schen Aufent­halts­ti­tel (eAT) finden Sie ebenfalls auf den Seiten des BAMF.

BAMF: Steckbrief eAT


eAT Vorderseite

eAT Vorderseite



eAT Rückseite

eAT Rückseite


Bildquelle: www.bamf.de


Bei techni­schen Fragen sowie Fragen zur Online-Ausweis­funk­tion und den übrigen neuen Funktio­nen des elektro­ni­schen Aufent­halts­ti­tels kann der telefo­ni­sche Bürger­Ser­vice unter 0180-1-333-333 genutzt werden. Die Hotline steht von Montag bis Freitag jeweils von 08:00 bis 20:00 Uhr zur Verfügung.