Karlsruhe: Friedhöfe
Friedhof Grünwinkel
Anfahrt
Durmersheimer Str. 34 a
Bus Linie 60,62, Haltestelle Blohnstr. und Mörscher Str.
Grabtafel an der Außenwand der Friedhofskapelle
Sandsteinwegkreuz von 1793
"... ein alter markgräflicher Gutshof ..."
Der Ursprung des heutigen Stadtteils Grünwinkel ist kaum
älter als Karlsruhe selbst. Markgräfin Sibylla Augusta, zu
Beginn des 18. Jahrhunderts Regentin der
Markgrafenschaft Baden-Baden, veranlasste 1710 die
Besiedelung durch 18 Familien als Arbeitskolonie des
Hofgutes beim "Kreenwinkel" und somit die Anlage des
gleichnamigen Dorfes, heute Grünwinkel.
Das Dorf, dessen Bewohner die Gottesdienste in Bulach,
Daxlanden und Mühlburg besuchten, war kirchlich an die
Gemeinde Daxlanden gebunden. Die ersten Beisetzungen
erfolgten in Ettlingen und Daxlanden. Die Vermutung, dass
der erste Grünwinkler Friedhof bereits 1713 an der Alb
errichtet wurde, ist historisch-wissenschaftlich nicht
belegt. Eine 1759 errichtete Kapelle, als Nachfolger eines
einfachen Holzbaus, wurde 1913 aus verkehrstechnischen
Gründen an ihren heutigen Standort an der Alb versetzt.
Wohl spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde eine
Begräbnisstätte an der Alb errichtet, ist aber nicht
eindeutig nachgewiesen.
Den heutigen Friedhof für den knapp 11.000 Einwohner
zählenden Stadtteil betritt man von der Durmersheimer
Straße. Die 1956 errichtete Friedhofskapelle wurde von
dem Architekten Johannes Auler im Jahre 1992 umgebaut
und renoviert. An ihrer Außenwand befinden sich Grabtafeln
der bekannten Brauereifamilie Sinner.
Eine weitere, den Ortsteil prägende Persönlichkeit, wurde hier im Feld 2 beigesetzt: Peter Schuster. Als Karlsruher Theater-Institution nur als "Schupi" bekannt, gründete er 1982 – nur wenige Gehminuten vom Grünwinkler Friedhof entfernt – das bis heute bestehende Volkstheater "Badisch Bühn". Auf dem Feld Nummer 4, am Durchgang zum etwas tiefer gelegenen Gelände, befindet sich der älteste Gedenkstein des Friedhofes, ein Sandsteinkreuz aus dem Jahre 1793. Das 1,5 Hektar große Friedhofsareal wurde zuletzt 1996 um ein ehemaliges Kleingartengelände erweitert.



