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Karlsruhe: Leben und Arbeiten

Finanzielle Leistungen bei Vollzeitpflege

Weiterführende Informationen

 

Pflege­geld

Für die leiblichen Eltern wird im Rahmen der Jugend­hilfe geprüft, in welchem Umfang sie an den entste­hen­den Kosten beteiligt werden müssen.

Die Pflege­el­tern haben einen Anspruch auf Pflegegeld. Dessen Höhe wird für Karlsruher Pflege­fa­mi­lien nach den "Grund­sät­zen für die finan­zi­el­len Leistungen an Pflege­fa­mi­li­en" der Landes­ju­gend­äm­ter und kommu­na­len Landes­ver­bände bemessen. Es ist in drei Stufen nach dem Alter des Pflege­kin­des gestaffelt und setzt sich aus dem Grund­be­darfs­satz und den Kosten der Erziehung zusammen. Der Grund­be­darfs­satz deckt in der Regel den gesamten Lebens­un­ter­halt des Pflege­kin­des ab. Die Kosten der Erziehung sind der "Aner­ken­nungs­bei­trag" für die Erzie­hungs­leis­tung der Pflege­el­tern.

 

Das Pflegegeld beträgt seit dem 01.01.2015:

Alter des Pflege­kin­des (von … bis unter … Jahren)

Kosten für den Sachauf­wand

Kosten der Pflege und Erziehung

Pflegegeld

0 bis 6

508 Euro

269 Euro

777 Euro

6 bis 12

589 Euro

269 Euro

858 Euro

12 bis 18

676 Euro

269 Euro

945 Euro

Erhöhtes Pflegegeld bei besonders entwick­lungs­be­ein­träch­tig­ten Kindern

Bei besonders entwick­lungs­be­ein­träch­tig­ten Kindern kann sich ein erhöhter Bedarf sowohl beim Sachauf­wand als auch im Hinblick auf die Kosten für Pflege und Erziehung wegen einem erhöhten erzie­he­ri­schen Bedarf ergeben. Wenn dieser Bedarf durch die Pflege­per­son selbst erfüllt wird, ist das Pflegegeld entspre­chend dem Mehrauf­wand der Pflege­per­son zu erhöhen. Die Notwen­dig­keit für ein erhöhtes Pflegegeld (siehe weiter­füh­rende Infor­ma­tio­nen) ist nach den Erfor­der­nis­sen des Einzel­fal­les im Rahmen der Hilfe­pla­nung festzu­stel­len.

Annex­leis­tun­gen in der Vollzeit­pfle­ge

Ergibt sich bei Pflege­kin­dern ein indivi­du­el­ler Förder­be­darf des Kindes oder ein Unter­stüt­zungs- und/oder Entlas­tungs­be­darf der Pflege­per­son, der nicht durch die Pflege­per­son selbst oder die Fachdienste der Sozial- und Jugend­be­hörde geleistet werden können, so kann dieser Bedarf durch externe Leistungs­er­brin­ger als Annex­leis­tung der Vollzeit­pflege (siehe weiter­füh­rende Infor­ma­tio­nen) im Rahmen der Jugend- oder Einglie­de­rungs­hilfe gewährt werden. Die Vorran­gig­keit anderer Leistungs­trä­ger ist dabei zu berück­sich­ti­gen.

Betreu­ungs­zu­schlag 24

Pflege­per­so­nen, welche Vollzeit- oder Bereit­schafts­pfle­ge­kin­der aufgrund ihres Alters (unter drei Jahren) oder ihres Entwick­lungs­stan­des oder aus Mangel an einem Betreu­ungs­platz "rund um die Uhr" (24 Stunden) ohne Inanspruch­nahme einer Kinder­ta­ges­be­treu­ung innerhalb ihrer Vollzeit- oder Bereit­schafts­pfle­ge­fa­mi­lie betreuen, erhalten den "Betreu­ungs­zu­schlag 24" in Höhe von 300,00 Euro Monatlich bei Vollzeit­pflege, bezie­hungs­weise 10,00 Euro täglich bei Bereit­schafts­pflege.

Einmalige Beihilfen oder Zuschüsse

Neben dem monat­li­chen Pflegegeld können einmalige Beihilfen oder Zuschüsse (siehe weiter­füh­rende Infor­ma­tio­nen) insbe­son­dere zur Erstaus­stat­tung einer Pflege­fa­mi­lie, bei wichtigen persön­li­chen Anlässen sowie für Urlaubs- und Ferien­rei­sen des Pflege­kin­des gewährt werden.

Alters­vor­sorge für Pflege­el­tern

Pflege­el­tern haben einen Anspruch auf die hälftige Erstattung nachge­wie­se­ner Aufwen­dun­gen zu einer angemes­se­nen Alters­vor­sorge.
Ausgehend vom Mindest­bei­trags­satz der gesetz­li­chen Renten­ver­si­che­rung beträgt die hälftige Erstat­tung derzeit 43 Euro je Kind.

Pflege­el­tern, die ein Kind während der ersten 36 Monaten nach Ablauf des Monats der Geburt erziehen, haben einen Anspruch auf Anrechnung der Kinder­er­zie­hungs­zei­ten für die Renten­ver­si­che­rung, wenn sie mit dem Pflegekind durch ein auf längere Dauer angeleg­tes Pflege­ver­hält­nis mit häusli­cher Gemein­schaft wie Eltern und Kinder verbunden sind.

Die Stadt Karlsruhe gewährt Karlsruher Vollzeit- und Bereit­schafts­pfle­ge­per­so­nen einen freiwil­li­gen Zuschuss zur Alters­vor­sorge (siehe weiter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen) von bis zu 120,00 Euro monatlich. Diese Leistung wird unabhängig von der Gesamtzahl der betreuten Kinder an die Pflege­per­son gewährt, welche die Erziehung und Versorgung des Pflege­kin­des bezie­hungs­weise der Pflege­kin­der überwie­gend leistet. Die Anlage des Betrages durch entspre­chende Alters­vor­sor­ge­ver­trä­ge muss nachge­wie­sen werden.

Übernahme der Kosten für Kinder­ta­ges­be­treu­ung

Im Rahmen des Rechts­an­spru­ches auf den Besuch einer Tages­ein­rich­tung für Kinder bis zum Schulein­tritt werden die Kosten der Kinder­be­treu­ung beim Besuch einer Tages­ein­rich­tung erstattet. Nach dem Schulein­tritt wird die Frage der Kosten­er­stat­tung des Besuches einer Kinder­ta­ges­ein­rich­tung von Pflege­kin­dern in Vollzeit­pflege im Rahmen der Hilfe­pla­nung entschie­den.

Kinder­geld

Pflege­el­tern, die ein Kind in Vollzeit­pfle­ge aufge­nom­men haben, sind in den meisten Fällen vorrangig vor den Eltern kinder­geld­be­rech­tigt.
Es wird ein Kinder­geldan­teil als Einkommen der Pflege­kin­der auf das Pflege­geld angerech­net.

Steuer­pflicht

Das vom Jugendamt gezahlte Pflegegeld ist steuerfrei. Wenn das Pflegegeld von privater Seite bezahlt wird, muss es grund­sätz­lich versteuert werden; es können jedoch bestimmte Beträge als "Betriebs­aus­ga­ben" abgesetzt werden. Die Eintragung des Pflege­kin­des auf der Steuer­karte der Pflege­per­son ist möglich und wirkt sich bei der Kirchen­steuer und dem Solida­ri­täts­zu­schlag begüns­ti­gend aus.

Kranken­ver­si­che­rung

Das Pflegekind ist bei seinen leiblichen Eltern mitver­si­chert, kann aber auch mit dem Einver­ständ­nis der Sorge­be­rech­tig­ten bei den Pflege­el­tern famili­en­ver­si­chert werden.

Unfall­ver­si­che­rung

Vollzeit­pfle­ge­per­so­nen unter­lie­gen nicht der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rungs­pflicht. Dennoch haben sie einen Anspruch auf die Erstat­tung nachge­wie­se­ner Aufwen­dun­gen für eine private Unfall­ver­si­che­rung durch das Jugendamt. Entspre­chend der Landes­richt­li­nien erfolgt eine Orien­tie­rung am Mindest­bei­trag zur gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung.

Haftung

Pflege­el­tern müssen bei der Erziehung eines Pflege­kin­des die gleichen Sorgfalts­pflich­ten wie bei der Erziehung eines eigenen Kindes erbringen.
Sie sind verpflich­tet, das Kind alters­ge­mäß zu beauf­sich­ti­gen. Über das Jugendamt Karlsruhe besteht eine Sammel­haft­pflicht­ver­si­che­rung für Pflege­el­tern, die in der Regel eintritt, wenn das Pflegekind Schäden gegenüber Dritten verursacht oder Pflege­el­tern und Pflegekind sich gegen­sei­tig Schäden zufügen.

Die Regelungen zu den Annex­leis­tun­gen, dem Betreu­ungs­zu­schlag 24 und den einmaligen Beihilfen und Zuschüssen gelten nur für Karlsruher Pflege­per­so­nen. Für Pflege­per­so­nen im Bereich eines anderen Jugend­am­tes gelten die Bedin­gun­gen vor Ort.

Stand: gültig ab 1. August 2014