Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt. Sprung zur Navigation dieser Seite

Karlsruhe: Kinderbüro

Jahrestagung 2014


Zehn Jahre Karlsruher Bündnis für Familie

Bewegte Zeiten für Familien

Die diesjäh­ri­ge Jahres­ta­gung des Karlsruher Bündnisses für Familie, welche aus gegebenem Anlass vielmehr als Jubilä­ums­ver­an­stal­tung bezeichnet werden kann, bot unter dem Titel "Bewegte Zeiten für Familien" einen geeigneten Anlass, um das heutige Famili­en­le­ben aus verschie­de­nen Perspek­ti­ven zu betrachten. Dem würdigen Anlass der Veran­stal­tung entspre­chend wurde im Gartensaal des Badischen Landes­mu­se­ums im Schloss Karlsruhe gefeiert.

Bürger­meis­ter Klaus Stapf eröffnete mit seinem Grußwort die Veran­stal­tung und gab einen kurzen Rückblick über zehn Jahre Karlsruher Bündnis für Familie. Er betonte die Wichtig­keit von Kindern als Zukunft unserer Gesell­schaft und wies darauf hin, dass in Karlsruhe momentan nur noch in jedem fuenften Haushalt Kinder leben. Aus diesem Grund ließ er es sich an dieser Stelle nicht nehmen, dem Bündnis mitsamt aller Bündnis­part­ne­rin­nen und Bündnis­part­nern einen herzlichen Dank für zehn Jahre besonderes Engagement für Famili­en­freund­lich­keit in Karlsruhe auszu­spre­chen.

Bürgermeister Klaus Stapf

Bürgermeister Klaus Stapf; Claudia Schäfer

Was Menschen und insbe­son­dere Familien speziell in Karlsruhe bewegt, haben die Mitar­bei­te­rin­nen des Kinder­bü­ros mit der Aktion "Mobiles Kinder­bü­ro" versucht heraus­zu­fin­den. Hierfür begaben sie sich eine Woche lang an verschie­dene Plätze in ganz Karlsruhe, an denen sie Familien und andere Zielgrup­pen anzutref­fen hofften. Aus den insgesamt 177 geführten Interviews ging hervor, dass insbe­son­dere das Spiel­platz­an­ge­bot ebenso wie die Freizeit-, Kultur- und Bildungs­an­ge­bote in Karlsruhe sehr zufrie­den­stel­lend sind. Kritik wurde in erster Linie über die Wohn- und Verkehrs­si­tua­tion geäußert.

Über diese Betei­li­gungs­ak­tion sind eine Ergeb­nis­do­ku­men­ta­tion und ein Kurzfilm entstanden, welcher bei der Jubilä­ums­ver­an­stal­tung als thema­ti­scher Einstieg diente. Mehr dazu finden Sie unter http://www.karlsruhe.de/b3/­so­zia­les/ein­rich­tun­gen/kin­der­bu­er­o/­bu­e­r­o­mo­bil.de

Dass sich unsere Gesell­schaft immer mehr vom tradi­tio­nel­len Famili­en­mo­dell abwendet, bestätigt Dr. Johanna Possinger, Leiterin der Fachgrup­pe "Fami­li­en­po­li­tik und Famili­en­för­de­rung" am Deutschen Jugend­in­sti­tut München (DJI). In ihrem Vortrag "Familie in Bewegung - Was sagt die Wissen­schaft und wie (re)agiert die Famili­en­po­li­ti­k?" referierte sie über den aktuellen Stand der Wissen­schaft zur heutigen Familie und zu ihren Strukturen sowie darüber, wie die Famili­en­po­li­tik damit umgeht bzw. umgehen sollte. Eine deutliche Verän­de­rung zeige sich darin, dass Eltern zunehmend Verein­bar­keits­ma­na­ge­ment betreiben müssen statt gut zu leben. Sie sparen an Zeiten für die Partner­schaft und an Zeiten ihrer eigenen Erholung.

Dr. Johanna Possinger (DJI München)

Dr. Johanna Possinger (DJI München)

Dieser Ansicht ist auch Dr. Heinrich Wefing, stell­ver­tre­ten­der Ressort­lei­ter Politik der ZEIT in Hamburg. Im Januar dieses Jahres veröf­fent­lichte er gemeinsam mit einem Kollegen einen Artikel mit dem Titel "Verein­bar­keit von Familie und Beruf - Geht alles gar nicht. Dass sich Kinder und Karriere verein­ba­ren lassen, ist eine Lüge. Zeit für mehr Ehrlich­keit." Auf der Jubilä­ums­ver­an­stal­tung stellt er anhand seines Artikels anschau­lich dar, was er aus Väter­per­spek­tive von der viel beschwo­re­nen Verein­bar­keit von Beruf und Familie hält. Auf den Punkt gebracht schreibt er: "Es ist die Hölle. [...] Die Familie wird zur Fahrge­mein­schaft, aus Paaren werden Partner in der Logis­tik­bran­che. [...] Wer es versucht mit Kindern, Ehe und Beruf, lässt sich auf ein Abenteuer ein. Ein Abenteuer, das Schmerzen und Zweifel und Grenzer­fah­run­gen bringt." Auf die Frage, wie sich die Situation für Väter mit Karrie­reab­sich­ten verbessern lassen würde, weiß jedoch auch er keine Antwort.

Dr. Heinrich Wefing (Die ZEIT)

Dr. Heinrich Wefing (Die ZEIT)

Die Moderation der gesamten Veran­stal­tung übernahm wie bereits in den Jahren zuvor Claudia Schäfer, welche seit 2008 im Kinderbüro mit der Geschäfts­füh­rung des 2004 gegrün­de­ten Bündnisses betraut ist. Sie führte durch das Programm und beendete den offizi­el­len Teil der Veran­stal­tung mit folgendem Statement: "Sicher ist: Bei dem Thema Famili­en­freund­lich­keit und der Verein­bar­keit von Beruf und Familie gibt es noch immer viel zu tun. Sicher ist auch: In den kommenden zehn Jahren wird es neue gesell­schaft­li­che Verän­de­run­gen und Bewegungen geben, auf die es zu reagieren gilt."

Claudia Schäfer


Für einen gemüt­li­chen Abschluss sorgte zu guter Letzt ein kleiner Stehimbiss im Turmzimmer des Garten­saals, was zudem die Gelegen­heit bot, mitein­an­der ins Gespräch zu kommen und eigene Meinungen, Erfah­run­gen oder Stand­punkte auszut­au­schen.