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Karlsruhe: Natur- und Umweltschutz

Aushub/Gebäuderückbau

Aushub-/Rückbau- und Entsor­gungs­kon­zep­tio­nen

Im Zuge von Baumaß­nah­men unter­schei­det man zwischen Neubau­pro­jek­ten auf der "grünen Wiese" und von Baupro­jek­ten auf bereits genutzten Grund­stücken, was bedeutet, dass entweder eine Entkernung mit Umbau oder der komplette Rückbau eines Gebäudes mit einem anschlie­ßen­den Neubau durch­ge­führt wird.
 

Rückbau eines Gebäudes


 

Bei beiden Möglich­kei­ten fallen in der Regel Boden­aus­hub und Abbruch­ma­te­ria­li­en unter­schied­lichs­ter Qualität an. Um ein geset­zes­kon­for­mes Umgehen mit diesen Materia­lien sicher­zu­stel­len, ist die Ausar­bei­tung von entspre­chen­den Konzep­tio­nen notwendig. Die Baufrei­gabe erfolgt im Einzel­fall erst nach Geneh­mi­gung des vorge­leg­ten Aushub- und Entsor­gungs­kon­zep­tes bzw. Rückbau- und Entsor­gungs­kon­zep­tes durch den Umwelt- und Arbeits­schutz.

Aushub- und Entsor­gungs­kon­zep­tio­nen
Grundlage für die Entschei­dung, ob im Rahmen des Bauge­neh­mi­gungs­ver­fah­rens ein Aushub- und Entsor­gungs­kon­zept für die Maßnahme vorzulegen ist, sind projekt- und damit auch stand­ort­be­zo­gene Parameter. Ein solches Konzept ist in der Regel immer dann vorzulegen, wenn:
  • der Standort des geplanten Gebäudes sich im Bereich von anthro­po­ge­nen Auffül­lun­gen befindet (d.h. das Boden­ma­te­rial enthält relevante Anteile an Fremd­stof­fen wie Bauschutt, Ziegel­bruch, Schlacken, Glas, Metall etc.)

  • der Standort indus­tri­ell oder gewerblich genutzt wird

  • auf dem Grundstück eine Altlast, altlast­ver­däch­tige Fläche oder schäd­li­che Boden­ver­än­de­rung im Sinne des § 2 des Bundes-Boden­schutz­ge­set­zes (BBodSchG vom 17.03.98) vorliegt.

  • die vorge­se­hene Aushub­menge größeren Umfangs ist
Unter Berück­sich­ti­gung der Nutzungs­ge­schichte des Grund­stücks oder bereits vorhan­de­ner Unter­su­chun­gen wird ein projekt­s­pe­zi­fi­sches Aushub- und Entsor­gungs­kon­zept erstellt. Das Konzept ist durch einen Sachver­stän­di­gen auszu­ar­bei­ten und muss mindestens folgende Themen­be­rei­che behandeln:

  • Darstel­lung der geplanten Maßnahme textlich und zeich­ne­risch

  • Ermittlung der zu erwar­ten­den Aushub­men­gen

  • Darstel­lung der Vorge­hens­weise und Bewertung der durch­ge­führ­ten analy­ti­schen Unter­su­chun­gen einschließ­lich der abfall­recht­li­chen Einstufung

  • Vorschläge für die Vergabe der jewei­li­gen Abfall­schlüs­sel­num­mern (AVV-Schlüssel und -Bezeich­nung)

  • Angabe der vorge­se­he­nen Entsor­gungs­wege und die dazuge­hö­ri­gen Entsor­gungs­nach­wei­se
 

Für die Auflistung der anfal­len­den Material­char­gen, der Entsor­gungs­wege sowie der Entsor­gungs­nach­weise liegt ein Formular zum Download bereit.


Formular Entsorgungskonzeption (PDF, 453 KB)


Rückbau- und Entsor­gungs­kon­zep­tio­nen
Schließt die vorge­se­hene Baumaß­nahme im Vorfeld den Rückbau eines beste­hen­den Gebäu­de­kom­ple­xes mit ein, gestaltet sich die Vorge­hens­weise unter Umständen wesent­lich aufwen­di­ger. Die Notwen­dig­keit eines entspre­chen­den Konzeptes hängt überwie­gend von der Art und Menge des anfal­len­den Materials ab. Ein Rückbau- und Entsor­gungs­kon­zept ist immer dann vorzulegen, wenn:
  • das Gebäude indus­tri­ell oder gewerblich genutzt wurde

  • es sich um einen größeren Gebäu­de­kom­plex handelt

  • auf Grund des Baujahres mit dem Anfall von besonders kritischen Materia­lien wie z.B. Asbest, PAK-haltigem Parkett, PCB-haltigen Anstrichen etc. zu rechnen ist

  • die zu erwartende Menge an Rückbau­ma­te­ria­lien größeren Umfangs ist
Beim Rückbau eines Gebäudes fallen eine Vielzahl unter­schied­li­cher Materia­lien an: Ziegel, Beton, Mauerwerk, Holz, Glas, verschie­denste Metalle, Kunststoff, Teer- und Asphalt­de­cken sowie Dämmma­te­rial sind nur einige Beispiele.

Mit einer Rückbau­maß­nahme wird der Bauherr zum Abfal­ler­zeu­ger bezie­hungs­wei­se Besitzer dieser Abfälle. Er muss daher nicht nur die Bestim­mun­gen der Bauordnung, sondern ergänzend auch die entspre­chen­den gesetz­li­chen Vorschrif­ten des Abfall-rechts beachten. Eine frühzei­tige Berück­sich­ti­gung dieser Belange kann Schwie­rig­kei­ten beim Abfall­ma­na­ge­ment verhindern, zu einem reibungs­lo­sen Ablauf der Maßnahme beitragen und Kosten sparen.

Die einzelnen Verfah­rens­schritte zur Erstellung eines Rückbau­kon­zep­tes sind in einem Schema unter nachfol­gen­dem Link darge­stellt:

Diagramm Schritte zur Erstellung eines Rückbaukonzeptes (PDF, 22 KB)

Das Rückbau- und Entsor­gungs­kon­zept ist analog dem Aushub- und Entsor­gungs­kon­zept gegliedert. Neben den erwarteten Massen ist darzulegen, wie mit dem Abbruch­ma­te­rial aus abfall­recht­li­cher Sicht umgegan­gen werden soll: Abfall­ver­mei­dung, Getrennt­hal­tung, Sortierung, Einstufung nach Abfall­ar­ten und die vorge­se­he­nen Entsor­gungs­wege sind plausibel und nachprüf­bar durch entspre­chende Nachweise dar-zulegen.

Für die Auflistung der anfal­len­den Material­char­gen, der Entsor­gungs­wege und Entsor­gungs­nach­weise kann auch hier das zum Download bereit stehende Formular verwendet werden.

Formblatt "Beurteilung der Erzeugerbehörde" (PDF, 508 KB)