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Karlsruhe: Natur- und Umweltschutz

Altlasten

Unter dem Begriff Altlasten werden die Einzel­be­griffe Altlab­la­ge­run­gen (z.B. ehemalige Deponien) und Altstand­orte (z.B. still­ge­legte Industrie- und Gewer­be­stand­orte, die mit wasser­ge­fähr­den­den Flüssig­kei­ten umgegangen sind) zusam­men­ge­fasst. Altlas­ten­ver­däch­tige Flächen sind dagegen noch nicht unter­suchte Flächen, bei denen auf Grund der früheren Nutzung jedoch der Verdacht auf eine Gefähr­dung der betrof­fe­nen Umwelt­me­dien besteht. Bei schäd­li­chen Boden­ver­än­de­rung handelt es sich um noch aktive Standorte oder Schadens­fälle, bei denen es durch einen unsach­ge­mä­ßen Umgang mit wasser­ge­fähr­den­den Stoffen zu Unter­grund­ver­un­rei­ni­gun­gen gekommen ist. Darüber hinaus gibt es Flächen, die auf Grund bekannter oder vermuteter tolerier­ba­rer Unter­grund­be­las­tun­gen (z.B. Auffül­lun­gen mit Trümmer­schutt) bei Aushub­maß­nah­men eine abfall­recht­li­che Betrach­tung erfordern bzw. bei einer Überfüh­rung in eine höher­wer­ti­ge Nachfol­ge­nut­zung (z.B. einer ehema­li­gen Gewer­be­flä­che in ein Wohnge­biet) erneut überprüft werden müssen.

Derzeit sind im Stadt­ge­biet über 1000 derartige Flächen bekannt, welche im Boden­schutz- und Altlas­ten­ka­tas­ter beim Umwelt- und Arbeits­schutz der Stadt Karlsruhe dokumen­tiert sind. Sobald im Zuge einer Betriebs­s­till­le­gung oder eines Schadens­fal­les von einer neuen Altlast, altlast­ver­däch­ti­gen Fläche oder schäd­li­chen Boden­ver­än­de­rung Erkennt­nisse vorliegen, werden die das jeweilige Objekt betref­fen­den Daten konti­nu­ier­lich in dieses System einge­pflegt.

Darüber hinaus ist in regel­mä­ßi­gen zeitli­chen Abständen eine syste­ma­ti­sche Erhebung von altlast­ver­däch­ti­gen Flächen im Stadt­kreis vorgesehen. Dies geschieht zunächst durch die Auswer­tung aller im Erhebungs­zeit­raum erfolgten Gewerbeum- und -abmel­dun­gen. Für die altlas­ten­re­le­van­ten Flächen erfolgt eine umfang­rei­che Akten- und Archi­vre­cher­che wie z. B. die Auswertung alter Bau- und Betriebs­ak­ten. Wichtige Infor­ma­tio­nen werden aber auch durch die Begehung des Grund­stücks oder die Befragung von Zeitzeugen (z. B. Betreiber, Angestellte, Grund­stücks­ei­gen­tü­mer) gewonnen. Die durch die Recherche erhobenen Infor­ma­tio­nen werden nach landes­ein­heit­li­chen Standards bewertet um im Boden­schutz- und Altlas­ten­ka­tas­ter dokumen­tiert. Die letzte syste­ma­ti­sche Erhebung im Stadt­ge­biet erfolgte mit Stichtag vom 30.09.2006.

Die im Boden­schutz- und Altlas­ten­ka­tas­ter enthal­te­nen Infor­ma­tio­nen stellen nicht nur eine wichtige Grundlage für die Bauleit­pla­nung dar, sondern sind zunehmend auch für Käufer, Bauherren, Planer und Investoren von großer Bedeutung. Die altlas­ten­be­dingte Wertmin­de­rung eines Grund­stücks bzw. altlast­be­dingte Mehrkosten bei Baumaß­nah­men können unter Umständen zu einem nicht kalku­lier­ba­ren finan­zi­el­len Risiko führen. Die Einholung einer Auskunft aus dem Boden­schutz- und Altlas­ten­ka­tas­ter im Vorfeld beim Umwelt- und Arbeits­schutz der Stadt Karlsruhe kann dieses Risiko erheblich mindern.

Übersicht Bodenschutz- und Altlastenkataster (Angaben ohne Gewähr)