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Karlsruhe: Natur- und Umweltschutz

Heldbock

Foto: J. Niederstraßer

 

Zeichnung: J. Rohde (12 J.)

 

Foto: Dr. M. Waitzmann

 

In den vergan­ge­nen Jahren wurde zunehmend die Bedeutung der Stadt Karlsruhe für wärme­lie­bende Käferarten an alten Eichen, insbe­son­dere für den Heldbock bekannt. Verant­wort­lich dafür ist die Wärmegunst des Rhein­gra­bens, und die große Zahl von alten Eichen in der Stadt und den umlie­gen­den Wäldern sowie die Sorgfalt, mit der in den vergan­ge­nen Jahrzehn­ten Eichen von Seiten des Garten­bau­am­tes und der Forst­ver­wal­tung betreut wurden.
Der Heldbock (Cerambyx cerdo) ist nach der Flora-Fauna-Habitat (FFH) – Richtlinie Anhang II und IV geschützt, weiterhin ist er in das Arten­schutz­pro­gramm Baden – Württem­berg ASP aufge­nom­men worden. Dennoch ist er nur eine charak­te­ris­ti­sche Tierart des Lebens­rau­mes „Alteiche“. In Karlsruhe sind z. B. in vollstän­dig abgestor­be­nen, nicht mehr vom Heldbock bewohnten Eichen die sogenann­ten Folgearten zu finden, so z.B. der Eckschil­di­ge Glanz­pracht­kä­fer (Eury­thy­rea quercus).

Das Projekt Eichen­si­che­rung in Karlsruhe hat zum Ziel, Alteichen im Stadt­ge­biet zu erhalten. Zur langfris­ti­gen Sicherung der einzelnen Bäume ist ein gezielter, manchmal aufwen­di­ger Rückschnitt erfor­der­lich. In einigen ausge­wähl­ten Fällen sind Stahl­stüt­zen anzubrin­gen. Da Karlsruhe in Fachkrei­sen schon als "Held­bock­haupt­stadt" bezeichnet wird, werden auch vom Land Baden - Württem­berg beträcht­li­che finan­zi­elle Mittel zur Sicherung der Eichen bereit gestellt. Aber nicht nur die städtische Verwaltung, auch Privat­per­so­nen oder Eigen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten, auf deren Grundstück eine Heldbock­ei­che steht, können zur Sicherung des Baumes einen erheb­li­chen Zuschuss erhalten. Auskünfte erteilt der Umwelt- und Arbeit­schutz der Stadt Karlsruhe: Tel. 0721 - 1333122.


Der Heldbock (Cerambyx cerdo) gehört zu den Bockkäfern. Viele Vertreter dieser Gruppe haben lange Antennen, die bogen­för­mig nach hinten ausge­rich­tet sind und dabei den Hinterleib weit überragen können. Der Heldbock ist mit ca. 30 – 55 mm Länge einer der größten einhei­mi­schen Käferarten. Seine knotigen Fühler können bis zu 100 mm lang werden (Männchen). Der Heldbock ist dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber verkriecht er sich in den Fraßgängen, die von den Larven angelegt worden sind. Die Flugzeit liegt in Karlsruhe je nach Witterung zwischen Ende April und Ende Juni. Die Käfer­lar­ven sind bis zu 100 mm lang. Sie legen die charak­te­ris­ti­schen Fraßgänge an. Sie leben 3 - 5 Jahre in den Eichen bevor sie sich verpuppen und schlüpfen.

Der Heldbock bevorzugt alte Eichen in Parks, Alleen, Wäldern und der offenen Landschaft. Seinen Verbrei­tungs­schwer­punkt hat er in der eichen­rei­chen Stadt Karlsruhe sowie in dem Hardtwald nördlich Karlsruhe.