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Karlsruhe: Natur- und Umweltschutz

Klimaschutzkonzept Karlsruhe

 
Der Gemein­de­rat der Stadt Karlsruhe hat in seiner Sitzung vom 15.12.2009 ein neues Klima­schutz­kon­zept verab­schie­det. Es bildet den Handlungs­rah­men für die städti­schen Klima­schutz­ak­ti­vi­tä­ten der kommenden Jahre und soll eine syste­ma­ti­sche Heran­ge­hens­weise und Verknüp­fung zukünf­ti­ger Maßnahmen gewähr­leis­ten.
Zugleich hat der Gemein­de­rat mit der "2-2-2-Formel" neue Zielvor­ga­ben für den kommunalen Klima­schutz in Karlsruhe definiert. Demnach wird bis zum Jahr 2020 eine jährliche Minderung von rund 2 Prozent beim Endener­gie­ver­brauch (insgesamt 23 Prozent) und bei den CO2-Emisionen (insge­samt 27 Prozent) sowie eine Verdopp­lung des Anteils Erneu­er­ba­rer Energien am Endener­gie­ver­brauch angestrebt. Die genannten Ziele beziehen sich jeweils auf das Basisjahr 2007.
Kernbe­stand­teil des Klima­schutz­kon­zepts ist ein umfang­rei­cher Handlungs­ka­ta­log. Er zeigt auf, in welchen Handlungs­fel­dern die Stadt alleine oder im Zusam­men­spiel mit anderen Akteuren den Klima­schutz auf lokaler Ebene voran­brin­gen kann. Insgesamt wurden 80 kurz-, mittel- und teils langfris­tige Maßnahmen identi­fi­ziert und in einzelnen Maßnah­men­blät­tern dokumen­tiert. Dazu gehört auch eine ausführ­lich Darstel­lung des bisherigen Sachstands.

Zusätzlich hat das IFEU Institut für Energie- und Umwelt­­for­­schung Heidelberg erstmals eine auf die örtliche Situation angepasste Energie- und CO2-Bilan­­zie­rung für den Stadtkreis Karlsruhe erstellt (Bilanz­jahr 2007). Als Basis für die Zieldis­­kus­­sion bzw. die "2-2-2-Formel" dienten zwei ebenfalls durch das IFEU erarbei­tete Entwick­­lungs­­s­ze­na­rien (TREND und KLIMA) bis zum Jahr 2020. Die Bilan­­zie­rung und die Szena­rienent­wick­­lung wurden dabei durch das Bundesum­welt­­mi­­nis­te­rium im Rahmen seiner Klima­­schut­­zi­­ni­tia­tive gefördert. Weitere Infor­­ma­tio­­nen dazu finden Sie hier.

 

Der Weg zum Klima­schutz­kon­zept

Das neue Klima­schutz­kon­zept beruht auf einem mehrstu­fi­gen Prozess. Mit ihm werden das AGENDA 21-Handlungs­pro­gramm "Energie und globaler Klima­schutz" aus dem Jahr 1999 und die dort genannten Klima­schutz­ziele fortge­schrie­ben. Als erster Schritt führte eine städtische Arbeits­gruppe eine umfas­sen­de Bestands­auf­nahme kommunaler Klima­schutz­ak­ti­vi­tä­ten durch. Die Ergebnisse wurden im "Bericht über Klima­schutz­ak­ti­vi­tä­ten in Karlsruhe" zusam­men­ge­fasst und im Gemein­de­rat am 08.04.2008 diskutiert. Eine ergän­zen­de Bestands­auf­nahme und -bewertung erfolgte im Rahmen der IST-Analyse für den European Energy Award®, an dem sich die Stadt Karlsruhe ebenfalls beteiligt.
Für die Ausar­bei­tung des Maßnah­men­ka­ta­logs wurde ein Arbeits­kreis mit Vertre­te­rin­nen und Vertretern aus dem Gemein­de­rat, der Verwaltung und weiteren Insti­tu­tio­nen aus Karlsruhe einge­rich­tet. Als externe Insti­tu­tio­nen einge­bun­den waren die Industrie- und Handels­kam­mer Karlsruhe, die Kreis­hand­wer­ker­schaft, die Archi­tek­ten­kam­mer Baden-Württem­berg (Kammer­gruppe Karlsruhe-Stadt), der BUND-Ortsver­band Karlsruhe, die Lokale Agenda 21 sowie von wissen­schaft­li­cher Seite das Karlsruher Institut für Techno­lo­gie (KIT), das Europäi­sche Institut für Energie­for­schung (EIFER) und das Fraunhofer Institut für System- und Innova­ti­ons­for­schung (ISI). Der Arbeits­kreis traf sich 2008 und 2009 zu insgesamt acht Sitzungen. Diskus­si­ons­grund­lage waren unter anderem auch die Vorschlags­pa­piere der Lokalen Agenda 21 und des BUND aus dem Jahr 2007. Beide Berichte können hier abgerufen werden.
 

Umsetzung in Karlsruhe und Control­ling

Auf Beschluss des Gemein­de­ra­tes vom 17.07.2008 beteiligt sich Karlsruhe am European Energy Award® (eea). Das auf Kommunen zugeschnit­tene Manage­ment­sys­tem soll zukünftig als Umsetzungs- und Control­ling­in­stru­ment für das Karls­ru­her Klima­schutz­kon­zept genutzt werden - mit zwei wesent­li­chen Bestand­tei­len:

  • Zum einen soll ab 2010 ein jährli­cher Fortschritts­be­richt zum kommunalen Klima­schutz erstellt und veröf­fent­licht werden. Er wird eine kurze Übersicht enthalten, welche Maßnahmen in den jewei­li­gen Handlungs­fel­dern umgesetzt oder angescho­ben wurden. Außerdem werden einige aussa­ge­kräf­tige Kennzahlen und der aktua­li­sierte Zieler­rei­chungs­grad beim eea darge­stellt.
  • Zum zweiten soll das erstmals für die Jahre 2009/2010 vorgelegte energie­po­li­ti­sche Arbeits­pro­gramm im zweijäh­ri­gen Turnus fortge­schrie­ben werden. Hier gilt es dann, die jeweiligen Handlungs­fel­der auf konkrete Einzel­maß­nah­men "herun­ter­zu­bre­chen" und die geplanten Maßnahmen aller städti­schen Akteure übersicht­lich zusam­men­zu­fas­sen.