Karlsruhe: Leben und Arbeiten
Sanierungsgebiet "Soziale Stadt" Rintheimer Feld
Ein großer Teil Rintheims, das Rintheimer Feld, wurde
zwischenzeitlich als "Soziale Stadt"-Gebiet Rintheim
genehmigt.
Der Gemeinderat hatte hierzu als ersten Schritt in
seiner Sitzung vom 23.09.2008 den Beginn der
vorbereitenden Untersuchung gemäß § 141
Baugesetzbuch (BauGB) beschlossen.
Ein Jahr später, am 20.10.2009 hat der Gemeinderat
zugestimmt, Fördermittel für das Rintheimer Feld aus
dem Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" und für den
südlichen Teil Alt-Rintheims aus dem
Landessanierungsprogramm zu beantragen.
Beide Anträge wurden zunächst nicht bewilligt. Im Rahmen
weiterer Verhandlungen und nach Freistellung
unverbrauchter Fördermittel aus anderen "Soziale
Stadt"-Gebieten hat das Land im Nachhinein die Aufnahme
des Rintheimer Feldes in das Programm "Soziale Stadt" ab
2010 genehmigt. Damit stehen dem Rintheimer Feld
Fördermittel von Bund und Land sowie der Stadt
Karlsruhe in Höhe von rd. 3,0 Mio. Euro für
städtebauliche und soziale Maßnahmen sowie für
private Modernisierungsmaßnahmen zur
Verfügung. Der Gemeinderat hat zwischenzeitlich in
seiner Sitzung vom 18. Oktober 2010 das Rintheimer Feld
offiziell als Sanierungsgebiet beschlossen.
Nachfolgend die im Rahmen der Vorbereitenden
Untersuchung festgestellten Mängel und Missstände im
Sanierungsgebiet bzw. der daraus folgende
Handlungsbedarf:
Sozialstrukturelle Missstände
- Hoher Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund (15,2 %; KA: 14,2 %)
- Unterdurchschnittlicher Anteil der mittleren Altersgruppen im Rintheimer Feld sowie überdurchschnittlicher Seniorenanteil
- Hohe Arbeitslosigkeit (8,4 %; KA: 4,9 %)
- Hoher Anteil von SGB II-Empfängern (43,4 %; KA: 31,2 %)
- Mangelnde kulturelle und soziale Integration
- Defizite in den Bereichen Ausbildung und Sprachkompetenz
- Probleme im Bereich Jugendkriminalität (15,9 %; KA: 10,4 %) und Hilfen zur Erziehung (11,9 %; KA: 3,8 %)
- Mangel an sozialen Einrichtungen
Städtebauliche und freiraumplanerische Missstände
- Konflikte in der fehlenden Verknüpfung der Quartiere:
- Fehlen eines identitätsstiftenden Gesamtkonzepts zur räumlichen, funktionalen, gestalterischen und emotionalen Verbindung der Teilquartiere Alt-Rintheim und Rintheimer Feld.
- Die Eingangssituationen in den Stadtteil vermitteln keinen Wiedererkennungseffekt.
- Fehlen eines zentralen Bereichs; weder der Staudenplatz im Rintheimer Feld, noch die Läden am Hirtenweg im Kontext der Platzsituation an der Wendeschleife können in der jetzigen Form eine funktionale und identitässtiftende städtebauliche Mitte.
Defizite innerhalb der öffentlichen Straßenräume
- Das offene Schottergleisbett in der überdimensionierten Mannheimer Straße führt zu erhöhter Lärmbelastung und wirkt, aufgrund fehlender Querungshilfen, als Barriere für Fußgänger und als lineare visuelle Zäsur zwischen den Quartieren.
- Für den Individualverkehr, aber auch für Fußgänger und Radfahrer existieren nur wenige Querungen.
- Die Zufahrten zu den Gebäuden und Tiefgaragen im Rintheimer Feld sind teilweise erheblich überdimensioniert.
- Handlungsbedarfe bestehen im Hinblick den Rückbau der Fahrbahnen auf ein Mindestmaß, die Einbindung des Straßenbahngleises, das Fortführen der Begrünung und die Verbesserung der Querungssituationen.
Bereits vor der ersten Antragsstellung hatte der
Prozess der Bürgerbeteiligung mit der ersten
Stadtteilkonferenz am 02.04.2009 und dem am darauf
folgenden Tag unternommenen
Stadtteilspaziergang begonnen.
Bei den nachfolgend dargestellten drei, jeweils
doppeltägigen, Zukunftswerkstätten wurden die
wichtigsten Themen für Rintheim gesammelt und in ersten
Arbeitsgruppen vertieft erörtert. Die
Veranstaltungen fanden jeweils freitags von 16 Uhr
bis 19 Uhr und am darauf folgenden Samstag von 10 Uhr bis
17 Uhr statt.
24./25. April 2009
Erste Zukunftswerkstatt "Soziales und kulturelles
Miteinander"
im Gemeindesaal der Kath. Pfarrgemeinde "St.
Martin"
8./9. Mai 2009
Zweite Zukunftswerkstatt "Öffentlicher Raum und
Freiraum"
im Gemeindesaal der Evang. Kirchengemeinde "Zum
guten Hirten"
15./16. Mai 2009
Dritte Zukunftswerkstatt "Städtebau, Handel und
Verkehr"
im Gemeindesaal der Kath. Pfarrgemeinde "St.
Martin"
Mit der offiziellen Festlegung des
Sanierungsgebietes startete der Prozess der
Bürgerbeteiligung in eine weitere, konkrete
Phase:
30. September 2010 von 17 bis 19 Uhr
Arbeitskreis 1 "Kinder und Jugendliche"
14. Oktober 2010 von 18 bis 20 Uhr
Arbeitskreis 2 "Miteinander in Rintheim"
28. Oktober 2010 von 18 bis 20 Uhr
Arbeitskreis 3 "Städtebau, Freiraum und Handel"
Weitere Veranstaltungen im Rahmen der
Bürgerbeteiligung finden Sie
hier
Bei Fragen wenden Sie sich an
Stadtplanungsamt
Telefon 0721 133-6101
Telefax 0721 133-6109
E-Mail: stpla@karlsruhe.de





