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Karlsruhe: Leben und Arbeiten

Die Sanierung

Die Sanierung zählt zu den klassi­­­­schen Aufgaben der Stadt­­­­­­­pla­­­­nung. Karlsruhe kann dabei auf jahrzehn­te­lan­­ge Erfah­run­­­­gen mit sich ständig ändern­den Rahmen­­­­be­­­­din­­­­gun­­­­gen zurück­­­­­­­grei­­­­fen.

Mit der Sanierung des "Dörfle" - der östlichen Innenstadt - wurde in Karlsruhe die damals erste Flächensa­­­­nie­rung in der Bundes­re­­­­pu­b­­­lik nach dem Städte­­­­bau­­­­för­­­­de­rungs­­­­­­­ge­­­­setz (StBauF­G) durch­­­­­­­ge­­­­führt. Begonnen als "Flächensa­­­­nie­rung" haben sich neben bauli­chen Belangen zunehmend auch Aspekte der Denkmal­pflege und des sozialen Lebens ins Blick­­­feld geschoben. Nun setzte man vermehrt auf Objek­t­s­a­­­­nie­rung. Die dort gemach­ten Erfah­run­­­­gen hielten Einzug in die Gesetz­­­­ge­­­­bung.

Die derzeitige Städte­­­­­bau­­­­­för­­­­­de­rung ist im Bauge­­­­­setz­­­­­buch (BauGB) verankert. In Baden-Württem­­­­­ber­g gibt es hierfür vier Programme: Einmal das allein durch Landes­­­­­­­­­mit­tel finan­­­­­zier­te Landes­­­­­sa­­­­­nie­rungs­­­­­pro­­­­­gramm (LSP) und zum andern die drei Bund-Länder Programme: Das allge­­­mei­­ne Bund-Länder-Programm (SEP), das Programm Soziale Stadt (SSP) und das Programm Stadtumbau West (SUW). Bei den Bund-Länder-Programmen werden die Bundes­­­­­fi­nanz­hil­­­­­fen mit Länder­­­­­mit­teln ergänzt.

In den auf die Sanierung im "Dörfle" folgen­­­­den Sanie­rungs­­­­­­­­­ge­­­­­bie­ten "SEP Südstadt I und II" sowie "SEP Durlach I und II" sowie in einigen anfangs noch aufge­leg­ten Wohnum­­­­­feld­pro­­­­­gram­­­­­men (WUP) konzen­trierte man sich auf die Aufwertung und teilwei­­­se Neuge­­­­­stal­tung des öffent­­­­­li­chen Raumes sowie die Förderung von (priva­ten) Moder­­­­­ni­­­­­sie­rungs­­­­­­­­­maß­­­­­nah­­­­­men bei Einzel­­­­­ge­­­­­bäu­­­­­den. Damit gelang es, die Qualität der Wohnquar­tiere deutlich zu steigern und sie für verschie­­­­­dene Bevöl­ke­rungs­­­­­­­­­grup­­­­­pen wieder attrak­ti­v zu machen.

Im Rahmen der Sanierung "LSP Weststadt" setzte die Stadt Karlsruhe aufgrund kontro­­­­­ver­­­­­­­­­ser Diskus­­­­­sio­­­­­nen in der Bevöl­ke­rung von Anfang an verstärkt auf die Einbindung der Eigen­tü­­­­­mer/in­­­­­nen und Bewoh­­­­­ner/in­­­­­nen aber auch der Gewer­­­­­be­trei­­­­­ben­­­­­den. Seit den nachfol­­­­­gen­­­­­den Sanie­rungs­­­­­­­­­ge­­­­­bie­ten "LSP Oststadt Nordost", "SEP City West" wie auch "SSP Oststadt West" werden Sanie­rungs­­­­­­­­­ver­­­­­fah­ren in der Anfangs­­­­­phase stets von einem breit angeleg­ten Betei­­­­­li­­­­­gungs­­­­­pro­­­­­zess begleitet. Dafür stehen jeweils in der Regel externe Modera­to­ren/­­­­­Mo­­­­­de­ra­to­rin­­­­­nen zur Verfügung.

Seit Mitte der 90er Jahre wurde immer deutlicher, dass sanie­rungs­­­­­­­be­­­­dür­f­tige Quartiere auch von einer sozialen und wirtschaft­­­­li­chen Insta­­­­bi­­­­li­tät gekenn­­­­zeich­­­­net sind, der man mit den herköm­m­­­­li­chen Sanie­rungs­­­­pro­­­­gram­­­­men nur unzurei­chen­d entge­­­­gen­wir­ken kann. Daher wurde das bundes­wei­te Programm für Stadtteile mit beson­­de­rem Entwick­­­­lungs­­­­­­­be­darf - Programm Soziale Stadt (SSP) - ins Leben gerufen; die vorhan­­­­de­­­­nen Mängel sollen ganzheit­­­­lich angegangen werden. Die Sanie­rungs­­­­­­­ge­­­­biete "SSP Oststadt-West", "SSP Innenstadt-West", "SSP Mühlburg" und "SSP Rintheimer Feld" werden mit diesem Programm gefördert. Wichti­­ger Zusatz­a­­­­spek­t bei diesen Verfahren ist die Möglich­keit der Förde­rung sozialer Mikro­pro­jekte aus anderen Programmen (z. B. "STÄRKEN vor Ort").

In den Städten der alten Bundes­län­­­­der zeichnet sich darüber hinaus auch immer deutlicher ein Wandel der Bevöl­ke­rungs- und Wirtschaftss­truk­tur ab. Verluste an Unter­­­­neh­­­­men, Arbeitsplät­­­­zen und Einwohnern stellen die Kommunen vor die Heraus­­­­for­­­­de­rung, sich an den demogra­­­­fi­­­­schen und wirtschaft­­­­li­chen Wandel anzupassen. Seit 2004 gibt es deshalb das Städte­­­­bau­­­­för­­­­de­rungs­­­­pro­­­­gramm "Stadtumbau-West" (SUW). Erstes Sanie­rungs­­­­­­­ge­­­­biet nach diesem Programm in Karlsruhe ist der Bereich "SUW Alter Schlacht­hof".

Die Aufgaben bei einer Sanierung verteilen sich auf viele städtische Ämter: die Feder­­­füh­rung für das Gesam­t­­­ver­­­fah­ren sowie die Beratung bei der Sanierung von Einze­l­ob­jek­ten übernimmt das Stadt­­­­­pla­­­nungs­­­amt, das Betei­­­li­­­gungs­­­­­ver­­­fah­ren zu Beginn eines Sanie­rungs­­­pro­­­gramms mit all seinen Veran­­­stal­tun­­­gen betreut das Amt für Stadt­­­ent­wick­­­lung.

Die Aufgaben der Stadt­­­­­pla­­­nung konzen­trie­ren sich bei der Sanierung in erster Linie auf folgende Schwer­­­punkte:

  • die Erarbei­tung der vorbe­rei­ten­­­den Unter­­­su­chung mit
    • einer flächen­­­de­­­cken­­­den und grund­­­stücks­schar­­­fen Bestan­d­­­ser­he­­­bung sowie
    • der Abfrage von Belangen sowohl der Grund­­­stücks­ei­­­gen­tü­­­mer/in­­­nen, der Bewoh­­­ner/in­­­nen als auch der Gewer­­­be­trei­­­ben­­­den sowie wichti­­ger Multi­p­­li­­­ka­tor/in­­­nen
  • die Begleitung des Betei­­­li­­­gungs­­­pro­­­zes­­­ses mit Beratung aufgrund der städte­­­bau­­­li­chen Fachkom­­­pe­tenz
  • die Entwick­­­lung von städte­­­bau­­­li­chen Fachplä­nen von der ersten Skizze bis hin zur abgestim­m­ten Detail­­­pla­­­nung
  • die Vorstel­­­lung der Einzel­­­maß­­­nah­­­men in den politi­­­schen Gremien als Baustein zu deren Überfüh­rung in die gesam­t­­­städ­ti­­­sche Planung und
  • Beratung zu Einzel­vor­­­ha­­­ben sowie deren Fassa­­­den­­­ge­­­stal­tung oder Farbgebung insbe­­­son­­­de­re auch bei denkmal­­­ge­­­schütz­ten oder erhal­tens­wer­ten Gebäuden während des kompletten Verfahrens.
 
Bei Fragen wenden Sie sich an

Stadt­­­pla­­nungs­­amt
Telefon 0721 133-6101
Telefax 0721 133-6109
E-Mail:stpla@­­karls­ruhe.de
 

Sanierung Dörfle

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Sanierung Alter Schlachthof

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Stadtspaziergang in der Weststadt

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