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Karlsruhe: Karlsruher Porträts

Erich Schelling: Architekt der Schwarzwaldhalle

(mk) Mit der Schwarz­wald­halle schuf er einen Markstein in Europas Bauge­­­schichte. Sie ist sicher Erich Schel­­­lings markan­tes­tes Bauwerk in Karlsruhe. Darüber hinaus hat er aber - wohl mehr als andere Archi­tek­ten seiner Genera­tion - durch sein Schaffen in Karlsruhe bleibende Spuren hinter­las­­­sen. In Bauten wie der Dresdner- und der Volks­bank am Marktplatz, dem Wildpark­­­sta­­­dion und der Handwerks­­­kam­­­mer am Fried­richs­­­platz wird sein Anliegen deutlich, "eine angemes­­­sene moderne Archi­tek­tur zu bauen, die sich in die jeweilige Umgebung einfügt." Gleichwohl war er sich bewusst, dass "ein Bauwerk, gleich welcher Zeit, den Geist seiner Periode atmen und datierbar sein muss."

Am 11. September 1904 in Wiesloch geboren, lernte er seinen Beruf von Grund auf: Mittlere Reife (Humboldt-Schule Karlsruhe), ab 1919 Lehre im renom­­­mier­ten Archi­tek­tur­­­bü­ro Pfeifer & Grossmann, Praktikum als Maurer und vierjäh­ri­­­ges, 1928 mit Auszeich­­­nung abgeschlos­­­se­­­nes Studium am Staats­­­tech­­­ni­­­kum. 1930 holte der Architekt Schelling sein Abitur nach. Es folgte ein zweites, 1933 ebenfalls mit Auszeich­­­nung abgeschlos­­­se­­­nes Studium an der TH Karlsruhe bei den Profes­­­so­ren Hermann Billing und Max Laeuger.

Im Jahr der NS-Machter­­­grei­­­fung wurde der knapp 30-Jährige bei dem natio­nal­­­so­­­zia­­­lis­ti­­­schen Prof. Alker Assistent an der TH und sein Büroleiter. Er selbst trat in NS-Organi­sa­tio­­­nen ein, darunter die SA (1933) und die NSDAP (1937). Mitte der 30er Jahre machte sich Schelling selbst­­­stän­­­dig und wurde Lehrer am Staats­­­tech­­­ni­­­kum. 1939 erhielt er auf Vorschlag des badischen Staat­­­mi­­­nis­te­ri­ums die Ernennung zum Professor. Ohne heraus­ra­­­gende fachliche Quali­­­fi­­­ka­tion wäre er aber sicher nicht einer der Planer für das nicht reali­­­sier­te Projekt Gauhaup­t­­­stadt Straßburg geworden. Mögli­cher­wei­­se haben ihn die dabei gewon­­ne­­nen Einsichten dazu veranlasst, OB Klotz später von einer Flächensa­­­nie­rung des "Dörfle" abzuraten.

Zu seinen nach 1945 reali­­­sier­ten Bauten gehören in Karlsruhe das LVA-Hochhaus, die Nancyhalle, der BGH-Erwei­te­rungs­­­­­bau, die Grund­­­pla­­­nung des Forschungs­­­­­zen­trums Karlsruhe und von Wohnkom­ple­­­xen. Außerhalb Karlsruhes baute er unter anderem in Grenoble ein Reaktor­­­be­triebs­­­ge­­­bäude und in Schwein­­­furt das Theater, dessen Innen­ar­chi­tek­tur seine langjäh­­ri­­ge Mitar­­­bei­te­rin und Ehefrau Trude Karrer mitprägte. Schelling hat auch eigene Bauten kritisch betrachtet, so etwa die sehr verdich­te­ten in Oberreut. Seine Schüler hat er deshalb gelehrt, die Chancen des Zeitgeis­tes zu erfassen, aber nicht seinen Versu­chun­­­gen zu erliegen. Erich Schelling starb am 14. November 1986 in Karlsruhe.

 

Erich Schelling (1904 - 1986)

Erich Schelling (1904 - 1986)