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Karlsruhe: Karlsruher Porträts

Max Laeuger: Keramiker und Entwerfer

(ba) "Max Laeuger stand als Lehrer meiner Neigung am nächsten", schrieb Emil Nolde in seiner Autobio­­gra­­fie "Wille und Weg". Aus Dankbar­keit und Anhäng­­lich­keit schickte er seinem ehemaligen Lehrer 1934 ein Exemplar dieser Neuer­­schei­­nung. Emil Nolde, damals noch Emil Hansen, war wohl der berühm­teste Schüler Max Laeugers während seiner Lehrtä­tig­keit an der Karls­ru­her Kunst­­­ge­wer­­be­­schule. Dort hatte auch dieser selbst seine Ausbildung absolviert.

Noch ganz im Geiste des Histo­ris­mus geschult, wendet sich Laeuger rasch der jungen Bewegung des Jugend­­­stils zu. Seine eigen­­stän­­dige, unver­­­wech­­sel­­ba­re Formen­­spra­che entwickelt er zunächst als Keramiker. Dies sollte auch immer seine bevorzugte Technik bleiben. Trotzdem machte er sich auch einen Namen als Grafiker, als Entwerfer für Innen­aus­­stat­tun­­gen und Einzel­mö­­bel sowie für Glasfens­ter oder als Garten­ar­chi­tekt.

Seit den frühen 1890er-Jahren erlernte er in Kandern die keramische Technik des Irdenguts. Bereits 1900 wurde er auf der Weltaus­s­tel­­lung für seine Fliesen, Vasen und Schalen ausge­­zeich­­net. Von 1897 bis 1914 leitete der die kerami­­sche Abteilung der Tonwerke Kandern. In dieser Zeit orien­tier­te er sich auch in seiner Lehrtä­tig­keit neu: 1896 berief ihn die Technische Hochschule in Karlsruhe als außer­or­­dent­­li­chen Professor für Figuren­­zeich­­nen und Dekorieren. Mit dem endgül­ti­­gen Wechsel 1904 erhielt er dort eine ordent­­li­che Professur für Innen­ar­chi­tek­tur und Garten­­kunst. Er war weiterhin im Bereich der Keramik erfol­g­reich tätig und betrieb zwischen 1916 und 1944 ein Kerami­­ka­te­­lier in der Hoffstraße.

Von 1921 an arbeitete er darüber hinaus für neun Jahre an der Majolika-Manufaktur Karlsruhe. Dort wurde in den frühen 1920er-Jahren auch seine berühmte "Zitro­­nen­vase" produziert. Ihr balus­ter­­för­­mi­­ger Gefäß­­kör­­per ist völlig mit dem Muster aus Zitronen und Blättern überzogen. Den kalot­ten­­för­­mi­­gen Deckel krönt die Figur eines stili­­sier­ten Elefanten.

Als Garten­ar­chi­tekt entwarf Laeuger 1915 in Karlsruhe den Ehren­­frie­d­hof. In Baden-Baden schuf er 1908 die weitläu­­fi­ge "Gönner-Anlage" an der Oos und 1924 das "Paradies", eine westlich auf den Hängen über der Stadt gelegene Garten­an­lage. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Laeuger in seinem Heimat­­stadt Lörrach zurück, wo er 1952 im Alter von 79 Jahren starb.

 

Max Laeuger (1864 - 1952)

Max Laeuger (1864 - 1952)