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Karlsruhe: Karlsruher Porträts

Christian Hengst: Stadtbaumeister und Gründer der Freiwilligen Feuerwehr Durlach

(am) Als Stadt­­­bau­­meis­ter erkannte Christian Hengst die Unzuläng­­lich­keit des Durlacher Feuer­­löschwe­­sens. 1846 überzeugte er die Stadt­­­ver­­wal­tung von der Anschaf­­fung einer Metz'schen Lösch­spritze sowie von der Aufstel­­lung einer trainier­ten Lösch­­mann­­schaft. Im Februar 1847 hatte diese Freiwil­­lige Feuerwehr ihren ersten großen Einsatz beim Brand des Karlsruher Hofthea­ters, wo sie eine größere Katastro­­phe verhin­­derte. Hengst erhielt daraufhin von Großherzog Leopold eine Goldene Verdienst­­me­daille.

Am 5. Dezember 1804 als Sohn eines Zimmer­­meis­ters in Durlach geboren, besuchte Christian Hengst dort die Volks­­­schule und das Pädagogium. Nach einer abgebro­che­­nen Schrei­­ber­­lehre begann er 1819 bei seinem Vater eine Ausbildung zum Zimmermann. Danach folgten Wander­jahre in die Schweiz. Zurück in Durlach eröffnete er 1828 ein Zimme­rei­­ge­schäft und betätigte sich ab 1829 als Lehrer an der Durlacher "Archi­tek­to­­ni­­schen Zeichen­­schule". Er unter­rich­tete die Fächer Bauzeich­­nen, Rechnen sowie Geometrie und entwi­­ckelte das System von schuli­­schem und prakti­­schem Unterricht.

Das Badische Parlament lobte die von Hengst in Gewer­­be­­schule umbenannte Insti­tu­tion. Sie diente 1834 als Vorbild für die Großher­­zo­g­­li­che Verordnung zur Einrich­tung von Gewer­­be­­schu­len in ganz Baden.
Daneben bekleidete Hengst viele Ämter in Durlach: 1839 und 1844 wurde er in den Gemein­­de­rat gewählt, 1843 berief ihn die Staatliche Brand­­ver­­­si­che­rungs­­an­­stalt in Karlsruhe zum neben­­be­­ruf­­li­chen Bezirk­­sta­xa­tor für das Oberamt Durlach. Auch bei zahlrei­chen Durlacher Vereinen war er Mitglied, außerdem setzte er sich für die Erschlie­­ßung des Turmbergs ein.

Christian Hengst war allerdings nicht unumstrit­ten, das Training seiner Freiwil­­li­­gen Feuerwehr wurde oftmals als Solda­ten­­spie­le­rei verpönt. 1849 ging er als kommissa­ri­­scher Bürger­­meis­ter gegen die Anhänger der Revolution vor. Er bekam daraufhin 1851 keine Wahlbe­­stä­ti­­gung und legte alle städti­­schen Ämter nieder. Nun widmete er sich ausschließ­­lich den Arbeiten für die Brand­­ver­­­si­che­rungs­­an­­stalt und gründete 1852 eine Privat­­ge­wer­­be­­schule.

Im Jahre 1883 starb Christian Hengst, er hinterließ seine dritte Ehefrau und sechs Kinder. Die Freiwil­­li­ge Feuerwehr Durlach setzte ihm 1896 auf dem heutigen Hengst­­platz ein Denkmal. 2004 wurde an der Durlacher Gewer­­be­­schule eine Gedenk­ta­­fel für ihn angebracht.