Karlsruhe: Karlsruher Porträts
Karl Joseph Berckmüller: Architekt und Oberbaurat
Nach dem Besuch des Lyzeums besuchte Berckmüller, den es wie
seine Vorfahren zur Baukunst zog, von 1817 bis 1822 die
Architekturschule Weinbrenners. Als herausragender Schüler
durfte er 1821 den großen Architekten auf einer Reise nach
Düsseldorf und Holland begleiten. Danach führten ihn Reisen
durch Deutschland und Österreich. Längere Zeit hielt er sich
außerdem in Paris und London auf. Anschließend folgte er dem
Vorbild Weinbrenners und studierte vor Ort die klassischen
Werke italienischer Architekten. Nach seiner Rückkehr legte
er 1829 mit hervorragenden Noten die Staatsprüfung für
Baupraktikanten ab.
Im selben Jahr heiratete er Karoline, die Tochter eines Fabrikanten aus Sankt Blasien. Sein Schwiegervater gewann ihn, sich auch für seine Unternehmen, eine Spinnerei und eine Gewehrfabrik, zu engagieren. Trotzdem blieb Berckmüller seiner eigentlichen Profession treu. Er machte Entwürfe für den Hochaltar der Katholischen Stadtkirche Sankt Stephan und entwarf den unteren Teil des Hebeldenkmals im Schlossgarten. Dies wohl auch in Erinnerung an seine Lyceumszeit, während der Johann Peter Hebel Direktor der Schule gewesen war. Auch die Pläne für den Wiederaufbau der ausgebrannten Bonndorfer Kirche stammten von ihm.
Nach dem Zusammenbruch der Firma des Schwiegervaters trat er wieder in den Staatsdienst ein, wo er rasch Karriere machte. 1853 wurde er zum Baurat, 1844 zum Bezirksbaumeister und schließlich 1862 zum Oberbaurat ernannt. Vielfach auch zu Hofdiensten herangezogen - etwa bei der bautechnischen Überwachung der Maskenbälle im Theater - war er unter anderem für die Bauinspektion der Hochbauten entlang der Eisenbahnstrecken verantwortlich. Zu seinen Projekten zählte beispielsweise auch der Badische Bahnhof in Basel. Am 6. April 1879 ist Berckmüller an einem Blasenleiden gestorben.
Karl Joseph Berckmüller (1800 - 1879)
