Karlsruhe: Kultur und Tourismus
Festivals – Kulturelle Höhepunkte spiegeln Karlsruher Lebensart
Als Festivalstadt bietet Karlsruhe Einiges, um seinen
Ruf als Kulturstadt zu fördern. Das liegt unter anderem
daran, dass die in Karlsruhe beheimateten Festivals
sowohl durch Profilschärfe als auch durch Glamour
wirken.
Händel-Festival, Schultheaterwoche und Europa
im Blick
Den Festival-Reigen eröffnen im Februar
die "Händel-Festspiele" im Badischen Staatstheater;
2011 bereits zum 35. Mal. In der zeitgleich
stattfindenden "Internationalen Händel-Akademie"
steht bei Instrumentalkursen, Opernwerkstatt und
Symposien die Erarbeitung von Werken des großen
Komponisten im Mittelpunkt.
Alle zwei Jahre stellen das Kulturamt der Stadt Karlsruhe
und das Badische Staatstheater gemeinsam mit allen
großen Kultureinrichtungen der Stadt bei den
"Europäischen Kulturtagen" ein aktuelles europäisches
Thema bei Theateraufführungen, Lesungen,
wissenschaftlichen Vorträgen und Symposien für mehrere
Wochen in den Fokus. "Katalonien" machte 1982 den
Anfang; es folgten unter anderem "Mythos Europa" (2002)
und "Istanbul" (2004). Bislang am erfolgreichsten war
die jüngste Auflage des Festivals 2010 "Budapest+Pécs -
zwischen den Zeiten und Welten". 2012 stellt den
Karlsruher Komponisten und Hochschullehrer Wolfgang
Rihm unter dem Motto "Musik baut Europa" in den
Mittelpunkt.
Noch jung ist das "KiX - Kulturfestival der Kinder und
Jugendlichen". Das Kulturbüro der Stadt Karlsruhe stellt
gemeinsam mit etwa 35 Kulturorganisationen ein
umfangreiches Programm für junge Menschen von sieben bis
17 Jahren auf die Beine. Schreib- und Theaterworkshops
für Kinder bis 14 und HipHopStyleZ für die 13- bis
17-Jährigen bilden nur einen kleinen Ausschnitt.
Das "Zeltival" stellt in der Festivallandschaft etwas
Besonderes dar. Es führt internationale und nationale
Größen der Musik zusammen. Ins Kulturzentrum Tollhaus
kommen Künstler von Patti Smith bis Helge Schneider, von
Stars der Roma-Musik bis zum Buena Vista Social Club.
Kabarett und Chanson sowie Tanztheater und neuer Zirkus
ergänzen das Programm.
Bei der "Schultheaterwoche" im Sandkorn-Theater
präsentieren 500 Schülerinnen und Schüler aller Schularten
aus der ganzen Region unter professionellen
Bedingungen ihre Produktionen. 2011 nahmen erstmals
Theatergruppen aus Rheinland-Pfalz und aus dem Elsass
teil.
Auch Interkulturelles kommt bei den Festivals nicht zu
kurz. Seit zwei Jahrzehnten locken im Juni und Juli das
African Summer Festival, das Fest der Völkerverständigung,
die Folkloria, die Japantage und die deutsch-französische
Woche Besucher aus nah und fern nach Karlsruhe.
Kinofestivals und Hörspieltage
Den besonderen Rang Karlsruhes als Kinostadt
unterstreichen mehrere Filmfestivals. Seit 2001 werden
die "Independent Days" veranstaltet: das Festival des
Low- und No-Budget-Films. Zunehmend stößt es auf
internationale Resonanz, wie die stetig zunehmende Zahl
der Einreichungen aus aller Welt zeigt. Die
"Karlsruher Stummfilmtage" werfen den Blick zurück in
die Zeiten, "als die Bilder laufen lernten". Dabei geht es
weniger um Nostalgie als vielmehr um die
Wiederentdeckung der fast vergessenen ersten
Glanzzeit des Kinos. Ganz neu ist das "Beyond Festival 3
Days of Dimension". An drei Tagen dreht sich hier alles um
die 3D-Technik und ihre Möglichkeiten in Film und
Fernsehen, in künstlerischen Installationen und
Performances.
Nicht nur mit dem "Lesbisch-schwulen Filmfestival" im
Oktober und dem Festival "Schrill im April" stellen sich
die Karlsruher offensiv gesellschaftlichen Fragen. Im
Rahmen der alle zwei Jahre veranstalteten
"Frauenperspektiven" bietet die Kulturstadt Karlsruhe
Frauen eine kulturelle Plattform und beleuchtet wie bei
der Auflage 2011 unter dem Titel "20 Jahre
Frauenkulturfestival! … und in Zukunft?"
Frauenbewegung und Frauenemanzipation auch mal
kritisch. In den letzten zehn Jahren rückte das Festival
diese Themen erfolgreich in den internationalen
Fokus.
Ein ganz besonderes Highlight sind die "ARD
Hörspieltage" im November. Bei diesem Festival
konkurrieren Hörspiel-Autoren und -Produzenten um
sechs Preise, darunter den Kinderhörspielpreis der Stadt
Karlsruhe. Dabei bieten die im ZKM und in der Hochschule
für Gestaltung veranstalteten ARD Hörspieltage dem
Publikum nicht nur Einblicke in die Produktion von
Hörspielen - die Jury diskutiert öffentlich über die
Vergabe des Deutschen Hörspielpreises.
"Das Fest"
Aber was wäre die Festivalstadt Karlsruhe ohne "Das
Fest". Entstanden in den 80er Jahren aus einem kleinen
Festival, das den Karlsruhern in der
Günther-Klotz-Anlage auf einer Open air Bühne lokale Bands
näher bringen wollte, entwickelte es sich im Verlauf
zweier Jahrzehnte zum Mega-Event mit internationalen
Künstlern. Die Zuschauerzahl stieg in diesen Jahren von
5.000 auf fast 400.000. "Das Fest" lockt Musikfans aus der
ganzen Region an und avancierte zum wichtigen
Sympathieträger der Kulturstadt Karlsruhe. pz
